Ermittlungen im Mordfall Arne Conrad laufen weiter

Der Mörder von Arne Leif Conrad ist immer noch auf freiem Fuß. Aber es gibt neue Entwicklungen in dem Mordfall. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Beschuldigter wegen fehlendem dringenden Tatverdachts wieder auf freiem Fuß

BURGWEDEL (hhs). Die Ermittlungen im Fall des im Jahre 2004 ermordeten Arne Conrad laufen weiter. Das hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig auf Anfrage der Burgwedeler Nachrichten bestätigt. In den vergangenen Wochen wollten in Fuhrberg, dem Wohnort des Ermordeten, die Gerüchte nicht verstummen, es sei im Rahmen der staatsanwaltlichen Ermittlungen nun nach sieben Jahren zu einer Festnahme gekommen.
Nach Rücksprache mit dem Sachbearbeiter des Falles nahm die Staatsanwaltschaft Braunschweig wie folgt Stellung zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen. Das Verfahren aus dem Jahre 2004 sei bereits zweimal eingestellt worden, weil ein Täter nicht ermittelt werden konnte. Aufgrund von Hinweisen von Zeugen ist das Verfahren jedoch jeweils wieder aufgenommen worden.
Aktuell werden zwei Spuren verfolgt. Die eine der beiden Spuren, die letztlich eine alte ist, konnte aufgrund von technischen Fortschritten zur Auswertung von Beweismitteln wieder aufgenommen werden. Diese hat am 20. März 2011 zu der Festnahme eines Beschuldigten geführt. „Weitere Angaben zur Identität verbieten sich, da dieser in diesem speziellen Fall sehr leicht zu identifizieren wäre“, so Oberstaatsanwalt Joachim Geyer von der Staatsanwaltschaft Braunschweig.
Im Rahmen der Haftvorführung vor dem Amtsgericht Braunschweig am 21. März hat die Staatsanwaltschaft allerdings aufgrund der abschließenden Bewertung, dass die Beweislage den erforderlichen dringenden Tatverdacht nicht trägt, den gestellten Haftbefehlsantrag zurückgenommen. „Die Ermittlungen auch gegen weitere Beschuldigte sind allerdings noch nicht abgeschlossen und dauern an. Im Hinblick darauf können jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt auch keine weiteren Angaben zu den weiteren Beschuldigen und dem entsprechenden Ermittlungsstand gemacht werden“, erläuterte Joachim Geyer.
Arne-Leif Conrad aus Fuhrberg war 25 Jahre alt, als er Opfer eines Tötungsdeliktes wurde. Den damaligen Ermittlungen zufolge wurde er zuletzt am Freitag, 2. Juli 2004, lebend gesehen. In dieser Nacht hielt er sich gegen 23.45 Uhr auf einem Parkplatz an den Ricklinger Teichen bei Hannover auf. Danach verliert sich seine Spur. Erst eine Woche später, am 9. Juli 2004, fanden Spaziergänger seine Leiche im Boketeich bei Bodenstein (Wallmoden/A7 im Bereich Bockenem/Landkreis Goslar). Gerichtsmediziner stellten anschließend fest, dass Conrad durch erhebliche Gewalteinwirkung gegen den Hals getötet wurde.
Am 11. Juli 2004 stellte die Polizei den Pkw des Toten, einen silberfarbenen VW Passat Variant, H -AC 1070, sicher. Zwei unbekannte Männer hatten ihn bereits am Dienstag, 6. Juli 2004, in einem Kfz-Pfandleihhaus in Hanau/Erlensee, in Zahlung gegeben. Der sofort eingerichteten Mordkommission Conrad (MOKO Conrad) liegt ein Überwachungsvideo aus dem Pfandleihhaus in Hanau vor, auf dem die beiden Männer zu sehen sind. Die Polizei fertigte damals Phantomskizzen an und fahndete nach den Männern. Auf dem Video war ein dritter, der Polizei ebenfalls unbekannter Mann, zu sehen. Er besah sich an diesem Dienstag zwischen 18.00 und 18.10 Uhr die Auslagen in den Vitrinen. Außerdem erkundigte er sich nach dem nächsten Versteigerungstermin.
Mehrere Zeugen wollten den Pkw von Conrad nach dem 2. Juli 2004 noch in Hannover gesehen haben. Der silberfarbene Pkw VW Passat Variant sei unter anderem in der Otto-Hahn-Straße abgestellt worden.
Für Hinweise, die zur Ermittlung und Verurteilung der oder des Täter/s im Mordfall Conrad führen, hatte die Bezirksregierung Braunschweig im Jahr 2004 eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgelobt, die auch heute noch gilt. Hinweise an die Polizei Goslar, Telefon 05321-339-0, die Polizei in Hanau, Telefon 06181-100-242 oder jede andere Polizeidienststelle.