Erlebnisreiche Wanderung mit Kindern dem Tag entgegen

Über dem Horizont und dem Baumwipfeln die Morgensonne, davor ein Teil der Nachtwanderer. Es war eine magische Stimmung an diesem frühen Morgen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

60 Kinder und Eltern erlebten den Sonnenaufgang

FUHRBERG (hhs). Es war ein Frühtermin für die Burgwedeler Nachrichten am Samstagmorgen. Karl Heinz Leschke, Jäger und Revierinhaber in Fuhrberg, hatte angerufen und eine Nachtwanderung in den Sonnenaufgang angekündigt. Teilnehmen würden die Kinder des Kindergartens Kleinburgwedeler Straße in Großburgwedel, ihre Erzieherinnen und Eltern. Beginn der Wanderung sei um 5.00 Uhr, gegen 6.30 Uhr ende das Unternehmen auf einer idyllisch gelegenen Wiese an der Wulbeck. Die Wetterprognose ließ einen sagenhaften Sonnenaufgang bei blauem Himmel erwarten und so wurde die Zusage erteilt.
Als der Redakteur am Treffpunkt Wiese dem Fahrzeug entstieg, Gummistiefel an den Füßen und Kamera um den Hals, kam ein kleines Mädchen angerannt mit seinen Armen rudernd. Nur einen Meter entfernt machte die Kleine eine Vollbremsung, stemmte ihre Arme in die Hüften und und fragte aufgeregt: „Weist Du, was ich heute Morgen gesehen habe?“ Spekulieren wollte der Redakteur nicht: „Nein, das weiß ich nicht“. „So was habe ich noch nie gesehen, das rätst Du nicht“, keuchte sie. Und beinahe hyperventilierend folgte deutlich und vor allen Dingen laut: „Wiiiildschweine“. „Das ist ja wirklich toll“, sagte der Redakteur und dachte insgeheim, die Kleine könne ihm schließlich viel erzählen, aber nein, die Gruppe war auf eine Rotte Wildschweine gestoßen, die sich offenbar genauso wie die Morgenwanderer über diese Begegnung erschrocken hatte. Das bestätigte ein mitgewanderter Vater. „Weißt Du was?“, fragte das Mädchen. „Ich werde jetzt öfter morgens früh aufstehen und mir wilde Tiere ansehen“, fuhr sie fort.
Auf der Wiese hatte sich die Gruppe versammelt und bewunderte den Sonnenaufgang. Es war ein malerisches Bild: Ganz vorn über den Baumwipfeln die Sonne am blauen Himmel, davor die Wanderer auf der Tau nassen Wiese im Gegenlicht. Ein leichter Dunst stieg auf und sorgte für ein beinahe magisches Licht. Einige Kinder aun Eltern waren auf dem Weg stehen geblieben, gingen dann aber auch zu den anderen. Vielleicht war es das Kuchenangebot, für das die Leiterin des Kindergartens, Frau Deichmüller gesorgt hatte. Sie hatte bis in den späten Freitagabend Streuselkuchen gebacken, der nun reißenden Absatz fand. Die meisten Kinder und Eltern hatten Rucksäcke mit warmen Getränken dabei. Das frühe Frühstück unter freiem Himmel rundete die Wanderung ab.
Karl Heinz Leschke hatte einige Felle und Pelze und auch ein paar Trophäen mitgebracht, was alles das starke Interesse der Kinder weckte. Sie hatten keine Scheu und fragten dem Jäger ein Loch in den Bauch. Und sie wussten auch schon eine Menge. Als einer der Jungen mit einer Dachsschwarte hantierte und Leschke den Knirps fragte, was er denn in den Händen habe, antwortete dieser kurzerhand wie aus der Pistole geschossen: „Einen Dachs“.