Erläuterungen und Informationen zum Fuhrberger Frischmarkt-Projekt

Wann? 16.03.2011 20:00 Uhr

Wo? Gemeindehaus Fuhrberg, In den Tweechten 8, 30938 Burgwedel DEauf Karte anzeigen
Ortsbürgermeister Heiner Neddermeyer (stehend) zeigt sich zufrieden mit dem bisherigen Sammelergebnis. (Foto: Hans Hermann Schröder)
Burgwedel: Gemeindehaus Fuhrberg |

Ortsrat tagt am Mittwoch, 16. März um 20.00 Uhr im ev. Gemeindehaus

FUHRBERG (hhs). Der Frischmarkt in der Ortschaft Fuhrberg wird weiterhin das beherrschende Thema im Ort bleiben. Das bisherige Ergebnis der Sammelaktion in Fuhrberg könne sich sehen lassen, sagte Ortsbürgermeister Heiner Neddermeyer auf Anfrage der Burgwedeler Nachrichten. Er habe bisher Finanzierungszusagen der Fuhrberger in Höhe von insgesamt gut 300.000 Euro zusammen bekommen. Es handele sich dabei zu seiner Freude mehrheitlich um „kleinere Summen“, die zugesagt wurden. „Bisher haben sich sehr viele Mitbürgerinnen und Mitbürger beteiligt. Das zeigt uns, dass die Mehrheit in der Bevölkerung hinter dem Projekt steht und wir auf dem richtigen Weg sind“. Insgesamt muss der Ortsrat 460.000 Euro beibringen, um mit dem Gesamtvorhaben beginnen zu können. „Wenn wir die als unser Eigenkapital in voller Höhe zusammengetragen haben, können wir Fremdkapital von der Bank in gleicher Höhe bekommen und es kann losgehen“, so der Ortsbürgermeister. Und: „Dann haben wir weiter keine anderen Sicherheiten zu erbringen“.
Ortsbürgermeister ist zuversichtlich, dass er auch noch das letzte Drittel des Eigenkapitals sammeln kann: „Ich bin von vielen Betrieben und Werkstätten angesprochen worden, die mir gegenüber ihre Bereitschaft signalisiert haben, sich mit größeren Summen an dem „Projekt Frischmarkt“ zu beteiligen“, sagt er. Die Gespräche will er in den kommenden Tagen aufnehmen. Das solle aber keinesfalls heißen, dass nun keine „kleinen Einlagen“ mehr angenommen werden. In jedem Fall will Heiner Neddermeyer die nächste Ortsratssitzung in Fuhrberg dazu nutzen, das Konzept des Frischmarkts und die Bildung einer Finanzierungsgesellschaft zu besprechen. Wegen der zu erwartenden hohen Besucherzahl wird auch diese Ortsratssitzung wie schon die letzte wieder in das evangelische Gemeindehaus Fuhrberg, In den Tweechten 8, verlegt. Sie beginnt um 20.00 Uhr.
Allerdings, so sagt Neddermeyer, müsse bei Ortsratssitzungen auch die Form gewahrt und die Tagesordnung abgearbeitet werden. Neben den Regularien steht der Bericht des Ortsbürgermeister auf der Tagesordnung sowie der Bebauungsplan Nr.: 145 „Südlich Mellendorfer Straße“, hier geht es um die Anhörung des Ortsrates. Anschließend geht es um das Erntefest dieses Jahres. Hier soll ein Termin festgelegt werden für die Vorbesprechung. Schließlich wird der Ortsrat zur Neubesetzung des Schiedsamtes in der Stadt Burgwedel gehört. Dann geht es um den Frischmarkt, insbesondere die Errichtung und den Betrieb, die Vorstellung eines Konzepts und Informationen zur Bildung einer Finanzierungsgemeinschaft.
Dabei wird noch einmal zu allen Aspekten der Finanzierung Stellung bezogen. Wie erläutert, benötigt der Ortsrat Finanzierungszusagen über 460.000 Euro, um noch einmal 460.000 Euro von der Bank als Eigenkapital zu erhalten. Dann kann das Frischmarktprojekt umgesetzt werden. „Bei dieser Mindestsumme können Investoren je nach Rechtsform der Markt-Gesellschaft in den ersten Jahren mit einer Rendite zwischen 1,3 und 2,4% rechnen. „Dabei gehen wir davon aus, dass die Finanzierung des Supermarkts inklusive Grundstückskauf auf 20 Jahre angelegt ist“, hatte Heiko Drangmeister, Vereidigter Buchprüfer und Steuerberater im Verlauf der letzten Ortsratssitzung die möglichen Entwicklungen beschrieben. „Planmäßig erhöht sich nach zehn Jahren die Rendite auf 2,4 bis 3,2 Prozent. Sollte unsere Eigenkapitalsumme deutlich über 460.000 Euro liegen, so ist eine Rendite von bis zu 4,5% denkbar“.
Die Haftungsrisiken der Anteilseigner seien begrenzt, so Drangmeister. Die Anteilseigner beteiligen sich in Höhe ihres Anteilsbetrages an der Grundstückbesitzgesellschaft und zahlen ihren Betrag auf deren Konto ein. „Diese Gesellschaft kauft das Grundstück und baut das Supermarktgebäude“, fuhr Drangmeister damals fort. Anschließend werde dieses Gebäude an den Supermarktbetreiber vermietet, wobei ein Mietvertrag von fünf bis zehn Jahren angestrebt werde. „Der Betreiber stellt die Erstausrüstung mit Waren in Höhe von etwa 150.000 Euro, der Großhändler die Inneneinrichtung für ca. 250.000 Euro. Insofern dürfte bei beiden größtes Interesse am Erfolg des Marktes bestehen, selbst wenn sich diese Summen noch ändern sollten“.
Wenn entgegen allen Erwartungen der Markt schlecht läuft und der Betreiber deswegen den Mietvertrag kündigt, dann kann die Gesellschaft Grundstück und Gebäude neu vermieten, zum Beispiel an einen anderen Supermarktbetreiber oder für andere gewerbliche Zwecke. „In diesem Fall könnte zwischenzeitlicher Leerstand zu einer geringeren Rendite führen. Die günstige Lage zur Autobahn bietet jedoch gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weitervermietung“, so Drangmeister weiter.
Allerdings müsse man auch deutlich sagen: Sollte nach einer Kündigung dauerhaft keine neue Vermietung des Objektes möglich sein, so könnten Grundstück und Gebäude verkauft werden. Der wirtschaftlich schlechteste Fall wäre es, wenn weder eine angemessene Neuvermietung noch eine Veräußerung des Grundstückes zu einem angemessenem Preis möglich sein sollte. „Nur in diesem Fall könnte für die Anteilseigner die schlechteste Konsequenz drohen, und das wäre der Verlust ihrer Einlage. Eine Haftung über die Einlage hinaus ist in jedem Fall ausgeschlossen“.