Entspannte Atmosphäre beim traditionellen FDP-Hoffest

Die Europaabgeordnete Gesine Meißner überreichte am Ende ihrer kurzen Rede einen Krug Korn an Gastgeber Heinrich Gremmel. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Liberale Prominenz aus Brüssel und Berlin in Großburgwedel

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am Freitag trafen sich Burgwedels Liberale zu ihrem wichtigsten traditionellen Termin: Das Hoffest beim Burgwedeler liberalen Urgestein Heinrich Gremmel stand auf dem Veranstaltungsplan. Dort treffen sich nicht nur die Mitglieder der hiesigen FDP, es ist auch fester Brauch, dass sich politische Prominenz hier einstellt, wenn bei Gremmels auf dem Hof mit seinem besonderen Ambiente der Grill angezündet und an der Theke das erste kühle Helle gezapft wird.
In diesem Jahr gaben sich Gesine Meißner, sie hat ihren Sitz im Europaparlament in Brüssel, und Nicole Bracht-Bendt, die für den Wahlkreis Buchholz in der Nordheide für die Liberalen im Bundestag sitzt, die Ehre. Sie ist Sprecherin für Senioren- und Frauenpolitik ihrer Fraktion, hat einen Sitz im Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Was sie beide hierher trieb, ist der gute Ruf, der diesem Hoffest vorausgeht.
So um die 70 Gäste waren gekommen, Mitglieder und Freunde der FDP Burgwedel, aber auch Mitglieder der CDU waren vor Ort: Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt, die Ortsbürgermeister aus Großburgwedel, Wettmar und Thönse. Auch das hat Tradition - im Stadtrat kooperiert man seit Jahren miteinander.
Die Vorsitzende der Burgwedeler Liberalen, Dr. Isa Huelsz, übernahm die offizielle Begrüßung übergab das Wort an Gesine Meißner. Kaum eine andere Politikerin der FDP in der Region Hannover ist im ländlichen Raum so bekannt und beliebt wie die jetzige Europaabgeordnete. Gesine Meißner kennt die Region Hannover. Zweimal hatte sie ein Landtagsmandat inne, zunächst für Lehrte, Burgdorf, Uetze, dann für den Wahlkreis Springe. Sie gilt als bürgernah, unkompliziert und kontaktfreudig, sie liebt das klare Wort heißt es, und sie wisse, wovon sie spricht.
Dem wurde die Europaabgeordnete an diesem Abend wieder gerecht. Sie versprach eine kurze Rede, das Manuskript, sie zeigte es den Anwesenden, hatte halbes Postkartenformat. Und dann ging es los: Zu Beginn die rhetorische Reise über die nationale und internationale Bedeutung Niedersachsens („Nummer eins in Deutschland, Nummer zehn in Europa“): „40% des Haushalts der EU gehen in die Landwirtschaft. Niedersachsen ist ein sehr guter Standort für die Nahrungsmittelproduktion“. Und für die Nutzung alternativer regenerativer Energien. „Da geht Deutschland vorneweg“, freute sie sich. Die deutsche Offshoretechnik sei unerreicht. „Und jetzt fordert sogar Oettinger (EU-Kommissar für Energie) mehr davon“, sagte sie.
Allerdings wolle niemand einen Raubbau in der Nordsee. „Wir brauchen eine integrative Meerespolitik“, führte sie aus. Das sei eine ganz wichtige Geschichte, der schonende Umgang mit den Ressourcen. „Ich halte eine friedliche Koexistenz zwischen den Belangen von Natur- und Umweltschutz und Energiewirtschaft für möglich“. Dann machte sie noch einen kleinen Bogen über die Gigaliner, ehe sie mit dem Branntweinmonopol zum Ende kam. Es gäbe in der EU Forderungen, dass Deutschland das Branntweinmonopol abschaffe. Seit Langem werden in Deutschland insbesondere kleinere Brennereien staatlich bezuschusst, führte Gesine Meißner aus. Das habe seinen Sinn darin, dass kleinere Brennereien im Lande weiter bestehen könnten gegen den allgemeinen Trend des Marktes. Nur so könnten regionale Produkte angesichts der internationalen Konkurrenz überleben. Das habe sie neulich erst, gewissermaßen aus berufenem Munde, vom Ehepaar Warnecke, den Inhabern der Kornbrennerei in Bredenbeck/Deister erfahren. Dann griff sie in ihre Tasche und holte einen Krug mit der Kornspezialität hervor und übergab sie an Gastgeber Heinrich Gremmel als Dank dafür, dass seine Familie und er seit vielen Jahren dieses Hoffest organisieren. Starken Applaus gab es dafür und ging es zum gemütlichen Teil über, mit Bratwurst, Bier und Brause und vielen guten Gesprächen an den Tischen.