Engenser Schützen haben jetzt einen Seniorenkönig

Schützenkönig Hartmut Kretzmeyer mit Frau Susanne beim Königstanz. Die Scheibe ist noch dabei. (Foto: Renate Tiffe)

Viel los auf dem Festgelände und beim Scheibenannageln

ENGENSEN (ti). Die Engenser Schützen sind großzügig, wenn es um die Kür neuer Könige geht. Seit Langem schon ernennen die Damen alljährlich ihren Katerkönig. In diesem Jahr wurde nun zum ersten Mal der Seniorenkönig kreiert, „damit auch die Jüngeren beim Königsschießen eine Chance haben“, wie Mike Dytkiewicz, der Vorsitzende von „Zentrum Engensen“ beim Kommers am Freitagabend meinte.
Allerdings muss sich der neue König mit einer Art Orden begnügen, den er bei der Königsproklamation verliehen bekommt. Eine Scheibe beim Schützenumzug am Samstag gab es nicht, Rainer Niemeyer war der Glückliche, der stolz die Plakette am Bande zeigte. Er hatte mit einem Teiler von 16,6 die Altgedienten unter den Schützen Heiner Knoche und Rüdiger Hoffmann bezwungen, mehrfacher Schützenkönig der eine, langjähriger Vorsitzender des Vereins der andere. Die große Stunde der anderen Majestäten schlug erst an den beiden folgenden Festtagen, als die Schützen mit großem Gefolge zum Scheibenannageln anrückten.
Zuerst aber fand der Kommers statt, in Engensen immer ein besonderes gesellschaftliches Ereignis bei dem mit 180 wesentlich mehr Personen an den Tischen im Zelt Platz genommen hatten, als der Verein Mitglieder zählt - 119 an der Zahl. Ein schönes Bild des dörflichen Miteinanders, das sich meist auch in einer besonderen Spendenbereitschaft widerspiegelt. Eine gute Gelegenheit auch, für die Grußworte auswärtiger Gäste zu denen der Stadtbürgermeistermeister Axel Düker gehörte und der stellvertretende Vorsitzende des Kreisschützenverbandes Eggers, der auch die Ehrung langjähriger Mitglieder vornahm.
Das gut ausgewählte gemeinsame Essen trug schnell zur Hebung der Stimmung bei, sodass die „Sunny Boys“, die Festkapelle, schon vor dem Hauptgang zum Schunkeln ermuntern konnten. Höhepunkt war natürlich die Königsproklamation mit vielen Umarmungen und der Königstanz rund um die Schützenscheiben. Das war der Auftakt zur traditionellen langen Nacht im Festzelt.
Die erste Scheibe am Samstag überbrachte der Schützenumzug der Jugendkönigin Lina Borkowitz. Unterdessen hatten sich auf dem Hof der Schützenkönigin Edeltraut Knoche schon viele Zuschauer eingefunden, die sich bei der brütenden Hitze den langen Weg mit dem Umzug ersparen wollten. Der traf mit der musikalischen Begleitung der Spielmannszüge aus Engensen und Nienhagen sowie des Musikzuges aus Ramlingen-Ehlershausen mit einiger Verspätung an der Bäckerstraße ein. Zwei kräftige Jungmänner ließen die Schützenkönigin hochleben, der Königstanz folgte und dann konnten Henning Wiekenberg und Cord Kausche als „gebrechliches“ altes Ehepaar die Leiter zum Annageln der Scheibe erklimmen. „Alle paar Jahre braucht man das Mal“, bemerkte Ehemann Heiner Knoche, es war die neunte Scheibe an Knoches Giebel.
Ganz soviel hatte Hartmut Kretzmeyer nicht aufzuweisen, aber immerhin hatte er es 2008 schon zu einer Katerscheibe „Dem Besten“ gebracht. Diesmal wollte er König sein – was mit einem Teiler von 4,3 auch gelang. Der Hof neben dem „Alten Posthof“ mit den hohen Bäumen und dem Dachunterstand bot Schatten genug, so dass die Schützen es sich wohl sein ließen bei den bekannten Riten und es mit der Zeit nicht so genau nahmen, bis der Vorsitzende mahnte: „wir müssen weiter“. Auf dem Festplatz warteten die Karussells und Buden und die Kaffeetafel im Zelt. Manche Festbesucher hatten in der Zwischenzeit schon die Gelegenheit zu einem Rundflug mit dem Hubschrauber wahrgenommen.
Am Sonntag hielt der Festumzug bei Kinderkönigin Lena Müller und der Volkskönigin Alexandra Glockzin. Und natürlich hatten die Schützendamen schon am Vormittag ihren Katerkönig Jens Grundstedt ausgiebig geehrt.