Engensen: Vom „Grünen Bericht“ und „Dauerthemen“

Das Neubaugebiet am Ortsausgang nach Schillerslage nimmt Gestalt an. Bis auf drei Grundstücke sind alle vergeben. (Foto: Renate Tiffe)

Neubaugebiet am Ortsausgang nach Schillerslage nimmt Gestalt an

ENGENSEN (ti). Es gibt Dörfer, da geht alles ruhig seinen Gang. Wenn etwas begonnen werden soll, eine Ortsverschönerung oder eine Sanierung, wird im Ortsrat über die beste Lösung beraten, die dann einstimmig beschlossen wird. Und es gibt Dörfer, wo der Wettstreit unter den Parteien und Gruppierungen offenkundiger wird, wenn es weitergehen soll. So stellt sich die Lage zur Zeit in Engensen dar.
Am besten kann man in Engensen mit Herausforderungen umgehen. Als es um die Regions-Wettbewerbe „Unser Dorf hat Zukunft“ ging, stand der Ort wie ein Mann zusammen und leistete Hervorragendes. Der zweite Preis 2007 war der Lohn. Warum es beim zweiten Mal nicht so geklappt hat, kann Ortsbürgermeister Friedhelm Stein immer noch nicht so recht verstehen, denn auch da hatte sich der Ort alle Mühe gegeben, um zu glänzen.
Danach aber ging es sozusagen wieder in die Niederungen der Ortspolitik. Das Neubaugebiet am Heseberg am Ortsausgang nach Schillerslage musste entwickelt werden, was gut gelang. Bis auf drei sind die rund 15 Grundstücke bereits verkauft und bebaut. Einige werden schon bewohnt. Die Erschließungsstraße, mit dem Wendehammer hat bereits einen Namen: Adolf-Homeyer-Weg.
Auch die Angelegenheit mit den DSL-Anschlüssen ist mittlerweile zur Zufriedenheit der meisten Einwohner Engensens gelöst worden.
Ein wenig stolz zeigt sich der Ortsbürgermeister über den kleinen Fachwerkbau, der auf dem Dorfplatz im Entstehen ist, und der diesen bereichert. Die Ortsfeuerwehr errichtet ihn aus eigenen Kräften. 500 Euro hatte der Ortsrat dazu gelegt. Jetzt ist aber noch eine größere Spende hinzugekommen, die der Feuerwehr die Arbeit erleichtert.
Zum Dauerthema entwickelt sich in Engensen die Angelegenheit mit der Sporthalle. Nach dem Sportentwicklungsplan der Stadt ist ein Neubau auf dem Sportgelände empfohlen worden. Die geringeren Steuereinnahmen der Stadt während der Finanzkrise ließen es zunächst geraten sein, von einer Planung abzusehen. Jetzt aber „laufen die Geschäfte wieder“, meint Stein, ohne sich weiter dazu zu äußern.
Das Dauerthema Radweg nach Schillerslage, mit dem die Lücke im Wegenetz der Region geschlossen werden soll, neigt sich dagegen dem Ende zu. „Es geht los. Die Baumfällarbeiten sind bereits erledigt“, berichtet der Ortsbürgermeister. Froh ist er, dass durch die Kooperation mit der Realgemeinde der Grundstückstausch ohne Komplikationen verlief. Das ist anders am Radweg nach Thönse beim Zugang zum Reiterhof. Dort sind die Grundstückseigentümer nicht bereit, der Stadt entgegen kommen, weswegen sich auch am Zustand des Weges nichts ändern wird.
Ändern soll sich aber wieder etwas im Ortsbild von Engensen. Nach einer Ortsbesichtigung hatte die CDU im September vorigen Jahres in einem Acht-Punkte-Katalog aufgezählt, was alles ungepflegt wirkt. Dazu gehörten die Bepflanzung und die Beleuchtung auf dem Dorfplatz, der Zustand des Asylbewerberheims und der Spielplätze. Damit war die CDU gleich in die Öffentlichkeit gegangen. Etwa zur gleichen Zeit, hatte Stein sich mit einem „Grünen Bericht aus Engensen“ an die Stadtverwaltung gewandt, um einige dieser Missstände zu beseitigen. „Die Punkte der CDU sind kommentiert und abgearbeitet oder werden im Frühjahr aufgenommen“, sagt er jetzt. Bei den Christdemokraten hält aber ein gewisser Unmut an. „Einfache Anträge werden im Ortsrat nicht angenommen, ohne dass wir erst andere Wege beschreiten“, moniert Ortsratsherr Joachim Schrader. Als Beispiel nennt er auch den Antrag nach Entsiegelung der alten Bushaltestelle in der Ortsmitte, deren Begrünung langfristig billiger sein soll als der derzeitige Zustand.
Wir sind im Wahlkampfjahr 2011 angekommen. Ein Wettstreit unter den im Ortsrat vertretenen Parteien muss nicht zum Nachteil des Dorfes sein.