Endspurt für die Wahlen

Das mobile Musikertrio „Modern Walking“ unterhielt die Gäste des Europafestes. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Einigkeit für ein demokratisches Europa (v. l.): Rainer Fredermann (CDU), Andreas Strauch (SPD), Olaf Slaghekke (Grüne), Katrin Langensiepen (Europakandidatin Grüne), Jan-Christoph Oetjen (Europakandidat FDP), Tilman Kuban (Europakandidat CDU), Staatsminister Dr. Hendrik Hoppenstedt (CDU) und Ferdinand Bruss (FDP). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Parteien luden zum gemeinsamen Europafest ein

GROSSBURGWEDEL (bgp). Vor dem Hintergrund der anstehenden Europawahlen am 26. Mai demonstrierten die Parteien CDU, FDP, Grüne und SPD Geschlossenheit. Unter dem Motto „Burgwedel für Europa“ luden sie alle Bürgerinnen und Bürger zu einem gemeinsamen Europafest auf dem Domfrontplatz in Großburgwedel ein.
„Die Europäische Union ist ein großartiges Friedens- und Freiheitsprojekt, das gilt es zu verteidigen. Darum haben die demokratischen Parteien das Fest auf die Beine gestellt“, so der Vorsitzende Andreas Strauch (SPD).
CDU-Stadtverbandschef Rainer Fredermann zeigte sich begeistert von der positiven Resonanz und Offenheit gegenüber allen Parteien, die auf dem Europafest vertreten waren: „Die Besucher gehen herum und tauschen sich aus, da gibt es keine Berührungsängste.“ Die Parteien hätten zwar unterschiedliche Ansätze, seien sich aber darin einig, dass sie für den Zusammenhalt und demokratische Werte in der Europäischen Union kämpften, betonte er.
Verstärkung bekamen die lokalen Vertreter durch die Europakandidaten. Tilman Kuban (CDU) unterstrich die Wichtigkeit eines geeinten Europas. Die Kandidatin der Grünen, Katrin Langensiepen, stand in regem Austausch mit den Besuchern und freute sich über das große Interesse an Themen wie Klimawandel und Vermeidung von Plastikmüll ebenso wie Fahrradwege und E-Mobilität. FDP-Kandidat Jan-Christoph Oetjen und Staatsminister Hendrik Hoppenstedt (CDU) zeigten ebenfalls Flagge für ein demokratisches Europa über Parteigrenzen hinweg.
Karl-Heinz Schridde und Elke Seitz schlugen zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie warben für die Veranstaltung „Kunst in Bewegung“ (KIB) und für Europa, denn das Kunstwochenende der Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute (IGK) findet am 18. und 19. Mai eine Woche vor den Europawahlen statt. Die Besucher genossen die Kombination aus Europafest und Landmarkt, auf dem frische Erdbeeren und Gemüse aus regionalem Anbau ebenso lockten wie ein guter Wein zum Mittagsschoppen, der vom Musikertrio „Modern Walking“ stimmungsvoll untermalt wurde.
„Wir sind gerne in Europa auf Reisen, ohne strenge Grenzkontrollen“, sagt Rentnerin Marga Lange und blickt versonnen auf die azurblauen Luftballons mit zwölf goldenen Sternen. Für sie sei die Freiheit in Europäischen Union von unschätzbarem Wert, auch wenn die Menschen das nicht immer direkt spürten. Noah (19) kennt von seinen Reisen zwar keine Grenzkontrollen am Schlagbaum mehr, hat aber ein aktuelles Beispiel an der Hand: „Vor zwei Jahren musste ich noch relativ viel Geld für Roaming-Gebühren ausgeben, wenn ich meinen Freund vom Schüleraustausch in Spanien besucht habe. Durch die Roaming-Verordnung von 2017 ist mobil telefonieren und im Internet surfen viel günstiger geworden, weil es EU-Inland ist.“
Der Schock über die britische Abstimmung zum Austritt Großbritanniens sitze auch bei ihm tief, weil sich junge Menschen offenbar nicht genügend daran beteiligt hätten. „Ich gehe jedenfalls zur Europawahl“, sagt der junge Mann.
Die Parteivertreter haben die Hoffnung, dass möglichst viele Menschen das ebenfalls tun. „Diese Wahlen werden richtungweisend für die nächsten Jahre sein. Populisten und Nationalisten bedrohen die Einheit und die Werte der Europäischen Union“, erklären die Vorsitzenden Rainer Fredermann (CDU), Andreas Strauch (SPD), Olaf Slaghekke (Die Grünen) und Ferdinand Bruss (FDP).