Eltern lernen Kinder im Bewerbungsprozess unterstützen

Lars Grewe führte dynamisch durch den Workshop: „Am Ende fühlen Sie sich sicher, die erste Bewerbung kann dann kommen“. (Foto: Hans Hermann Schröder)

43 Eltern von Realschülern nahmen an Workshop teil

GROSSBURGWEDEL (hhs). 43 Eltern von Schülerinnen und Schülern des Abschlussjahrgangs der Realschule Burgwedel wissen jetzt genau, welche Anforderungen Handwerksbetriebe und Industrie an die Bewerbungen ihrer Kinder stellen. Sie haben an einem Workshop teilgenommen, den die Handwerkskammer Hannover und sie Stiftung NiedersachsenMetall in Zusammenarbeit mit der Realschule Burgwedel am Donnerstagabend angeboten hat. Die Resonanz der Eltern war durchweg positiv: „Ich weiß nun, welche Anforderungen die Arbeitgeber heute an eine Bewerbung stellen“, sagte ein Vater, dessen Sohn im kommenden Jahr vor dem „Bewerbungsproblem“ steht. „Ich kann ihm jetzt ganz konkret helfen und muss nicht mehr erzählen, wie ich es vor 25 Jahren gehandelt habe“.
Die Leiterin der Realschule, Renate Koch, war im Vorfeld schon überrascht von der starken Nachfrage nach freien Plätzen bei diesem Workshop. „Ich glaube, wir geben damit ein großes Stück konkrete Lebenshilfe“, freute sie sich. „Wir tun viel an der Realschule, unsere Schülerinnen und Schüler auf die Bewerbungsphase zu orientieren“, sagte sie. Immer wieder hätten Handwerk, Gewerbe und Industrie an den Bewerbungen Kritik geübt. Katharina Baier von der Handwerkskammer Hannover pflichtete ihr bei. Sie sieht das Problem „Bewerbung von Berufsanfängern“ aus der Sicht der Betriebe: „Das Handwerk ist unzufrieden mit der Qualität der Bewerbungen“, stellte sie fest. Die Bewerbungen seien häufig formal falsch, lückenhaft und es hapere an korrekter Rechtschreibung. Gemeinsam mit der Stiftung NiedersachsenMetall habe man diesen Workshop entwickelt, der an diesem Abend in Großburgwedel gewissermaßen als Pilotprojekt laufe. „Wir wollen damit die Möglichkeiten der Bewerber verbreitern und auch mit der Einbeziehung der Eltern in den Bewerbungsprozess zeigen, dass die Familien hinter ihren Kinder stehen. Schlechte Bewerbungen sind um so tragischer, weil sie den Bewerbungsprozess verlängern und auf eine mangelhafte Verwertung von Chancen hinauslaufen“.
Mark Appun-Schönwälder von der Stiftung NiedersachsenMetall lobte zunächst die Realschule Burgwedel. Sie sei ein idealer Partner für das Projekt, wegen ihrer mehrfach ausgezeichneten berufsorientierten Arbeit mit den Schulabgängern. „Wir müssen dahin kommen, dass Schule und Elternhaus die Kinder in die Mitte nehmen. und das heißt: Eltern müssen in Sachen Bewerbung wieder zu einem kompetenten Ansprechpartner für ihre Kinder werden. Dazu sollen sie in den Workshops konkrete Handlungsanweisungen erhalten, zum Beispiel eine Checkliste, ein Bewertungskonzept und damit die Fähigkeit, Bewerbung als familiären Teamsport zu sehen.
Dazu hatten sich die Veranstalter einen Referenten gesucht, Lars Grewe, der das Bewerbungsdilemma wissenschaftlich untersucht hat. Grewe betrachtete eingangs den Bereich „Bewerbungen“ als sehr emotionales Thema und trat an mit dem Willen, „den Eltern Lust zu machen, ihre Kinder im Bewerbungsprozess zu unterstützen. „Das macht allen Spaß“, kündigte er an. „Am Ende werden Sie sich sicher fühlen und die erste Bewerbung kann kommen“.