Eklat bei der Kandidatenwahl der SPD Burgwedel

Die beliebte Burgwedeler SPD-Politikerin Angela Brix kandidiert nicht wieder.

Angela Brix: „Das ist schon ein Novum, was ich hier tue!“

GROSSBURGWEDEL (svs). „Das ist schon ein Novum, was ich hier tue!“, so die einleitenden Worte von Angela Brix: Mit einem Abschied wurde die Aufstellung der SPD-Kandidaten für die Kommunalwahl am Freitagabend eröffnet. Angela Brix tritt nach langer Mitarbeit in der SPD nicht wieder als Kandidatin für den Stadtrat Burgwedel an. „Es gibt hier Stolpersteine, die mich an die Grenzen der Belastbarkeit bringen. Zwar betreiben wir hier Konsenspolitik, aber das ist noch kein Grund, das Ganze zu belächeln“, begründet die Politikerin ihren Abschied und wird noch etwas konkreter. Der Stolperstein hat einen Namen und heißt Rudolf Gutte.
„Um Fraktionsarbeit zu leisten, braucht es eine gewisse Sozialkompetenz und Teamfähigkeit“, sagt Margot Trott. Sie habe den Eindruck, dass bei Gutte an dieser etwas mangele. „Wenn sich manche als wenig teamfähig erweisen, wird die Arbeit schwierig“. Regionsabgeordneter Andreas Strauch fragt konkreter nach, ob sich der Politiker in Zukunft auch an die Entscheidungen der Fraktion halten wolle? „Wieso sollte ich Unterlagen in die Fraktion geben, wenn ich davon ausgehen muss, dass sie sowieso auf dem Tisch des Bürgermeisters landen?“ lautet die provokative Antwort des Politikers, mit der er nicht auf Gegenliebe bei den Fraktionsmitgliedern stößt. Trott betont, dass es sich hierbei um einen Einzelfall gehandelt habe, bei dem sich die SPD in einer politischen Ausnahmesituation befunden habe.
Fraktionsvorsitzender Joachim Papenburg geht noch einen Schritt weiter: „Wenn Rudi Gutte in den Stadtrat gewählt wird, lege ich mein Amt nieder!“ Denn im Klartext habe Gutte gesagt, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht möglich sei. „Ich habe ein bisschen die Sorge, dass die nächste Fraktion ein Scherbenhaufen wird, wenn wir nicht ein bisschen aufpassen, wen wir hier aufstellen“, gibt Margot Trott zu bedenken.
Der zweite Stolperstein des Abends heißt Sigmar Tacke. Auch mit seiner Kandidatur für die Liste des Stadtrats sind nicht alle SPD-Mitglieder einverstanden. Islamismuskritische Äußerungen seien auf seiner privaten Internetseite zu finden. „Wer gewählt werden will, muss auch die Grundwerte der Sozialdemokraten nach außen tragen“, sagt Bedri Özdemir. Auch Spitzenkandidatin Karin Beckmann sei „nicht glücklich mit seiner Stadtratskandidatur.“ Tacke wehrt die Vorwürfe ab. „Der Eindruck, dass hier ein Nazi steht, ist definitiv falsch!“ betont er, „ich bin seit 40 Jahren Sozialdemokrat!“
Nach dem Wahlgang ist klar, Joachim Papenburg muss sein Amt nicht niederlegen. Weder Rudolf Gutte noch Sigmar Tacke stehen auf der Kandidatenliste für den Stadtrat. Eine Entscheidung, die von den Kandidaten für den Ortsrat Fuhrberg mit dem geschlossenen Verlassen des Sitzungssaals quittiert wird. Sigmar Tacke war der einzige Fuhrberger Kandidat für den Stadtrat. „Ihr habt gegen uns gestimmt, damit ist die Sache für uns erledigt“, sagt Carsten Möhlenbrink und geht.