Eklat bei der Hauptversammlung der Wettmarer Schützen

Die 2. Vorsitzende Iska Räther (links) freut sich mit Joachim Schluckebier-Risse (rechts) über die Ehrung von Thea Blume (3.v.l.) und Elisabeth Brunkhorst (2.v.l.). (Foto: Krista Krüger/Gut Ziel)

Vorstand von „Gut Ziel“ wurde in seinen Ämtern bestätigt

Wettmar (ti). Einen Eklat hat es bei der Hauptversammlung des Schützenvereins „Gut Ziel“ in Wettmar gegeben. Dennoch bestätigte einer Pressemitteilung zufolge eine weitaus größere Mehrzahl der Mitglieder den bisherigen Vorstand in seinen Ämtern.
Es ging um die Wahl des ersten Vorsitzenden. Außer dem langjährigen Vorsitzenden Joachim Schluckebier wollte sich Thomas Fischer um das Amt bewerben. Als Wahlleiter hatte die Versammlung Lothar Urban bestimmt. Er machte bei der Nennung der Kandidaten – wie er später selbst zugab – einen Fehler indem er bekannt gab, dass bei einer Nichtwahl von Schluckebier drei weitere Vorstandsmitglieder nicht zur Wahl antreten würden. Er habe sich zu dieser Äußerung verpflichtet gesehen, sagte er, damit alle wüssten, was los ist. Nicht nur in seinen Augen stand für den Verein viel auf dem Spiel. Der Bau der Halle für das Bogen- und Sportpistolenschießen ist noch nicht fertiggestellt. Das Projekt wird zu großen Teilen in Eigenarbeit erstellt und liegt weitgehend in den Händen des ersten Vorsitzenden.
Wie dieser berichtete, hatte es vorher im Vorstand eine Absprache mit Fischer gegeben. Danach sollte er für zwei Jahre das Amt des Schießsportwartes übernehmen, das vakant werden würde. In dieser Zeit sollte sich Fischer in die Aufgaben des Vorsitzenden einarbeiten können. Kurz vor der Wahl habe Fischer das Arrangement jedoch abgelehnt und Schluckebier angeboten, den Bau der Halle unter seiner Führung zu vollenden.
Noch bevor Urban seine Mitteilung erklären konnte, brach der Krach los. Von Wahlbeeinflussung und Manipulation sei die Rede gewesen und eine Gruppe von etwa 16 Leuten haben den Versammlungsraum verlassen, wurde berichtet. Mehrere Mitglieder bemühten sich um Beruhigung. Fischer wollte nicht mehr kandidieren. An seiner Stelle stellte sich der 19-jährige Nico Bähre zur Wahl. Er unterlag mit 17 zu 47 Stimmen für Schluckebier. Jeder im Verein (und nicht nur da) wisse, dass Schluckebier kein einfacher Mensch sei und seine Sprüche auch verletzend sein könnten, so Urban weiter. Bei der Wahl habe er sich jedoch zurückgehalten und danach sei alles normal verlaufen.
Nur, dass 16 Mitglieder nicht mehr dabei waren, z..T. bereits ihre Mitgliedschaft gekündigt haben oder dies noch tun wollen. Es gebe auch Überlegungen, die Wahl für ungültig erklären zu lassen, erläuterte Ute Bergen als Sprecherin der Gruppe.
Neben dem alten und neuen Vorsitzenden Joachim Schluckebier wurde der Vorstand in den anschließenden Wahlen weitgehend bestätigt. Stellvertretende Vorsitzende blieb Iska Räther, Kassenwart und Schriftführerin sind weiter Friedhelm Bäßmann und Christa Krüger. Neuer Schießsportleiter wurde Karsten Schluckebier.
Für tatkräftige Unterstützung bei Arbeiten am und im Schützenhaus wurden als Anerkennung goldene und silberne Vereinsnadeln verliehen. Es gab zahlreiche Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft. Hans-Joachim Harz und Otto Erdmann gehören dem Verein 60 Jahre an, Thea Blume und Elisabeth Brunkhorst wurden für 50 Jahre geehrt.