Einkaufszentrum in Isernhagen geht in Flammen auf

Nur noch eine Ruine. Das Großfeuer hat die komplette Ladenzeile zerstört. (Foto: Renate Tiffe)
 
Ein einziger Trümmerhaufen: der ehemalige Getränkemarkt. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Brandermittler sind weiterhin auf der Suche nach der Ursache

ISERNHAGEN (hhs). Vier Geschäfte fielen dem Großbrand im Einkaufszentrum Isernhagen FB am Lohner Weg in der Nacht zum Sonntag zum Opfer. Die genaue Schadenshöhe ist noch nicht bekannt, wird aber die von der ermittelnden Polizei zunächst auf 2 Millionen Euro geschätzte Summe sicherlich deutlich überschreiten. Auch die Brandursache steht noch nicht endgültig fest. In dieser Hinsicht laufen die Ermittlungen noch. Am Montag haben die Brandermittler einen speziell ausgebildeten Hund eingesetzt. „Botox“ heißt der belgische Schäferhund, der mit seiner Nase auch nach dem Brand eingesetzte Brandbeschleuniger wittern und anzeigen kann. „Botox“ habe viermal angeschlagen, hieß es von den Ermittlern. Sie haben an den vier Stellen Proben genommen, die nun untersucht werden. Man will, so hieß es vor Ort, über eine chemische Untersuchung ausschließen, dass „Botox“ unter Umständen die gleiche Witterung, auf die er immer sicher reagiert, von verbranntem Baumaterial aufgenommen hat.
Unterdessen reifen in Isernhagen die Gerüchte: Es wird allgemein vermutet, dass auch dieser Großbrand auf das Konto des Serienbrandstifters geht, der in der Gemeinde Isernhagen seit einigen Jahren sein Unwesen treibt und nie gefasst wurde. „Von der Zeit des Brandausbruchs her gegen 2:00 Uhr passt passt das“, munkeln die Menschen. Und die Steigerung, die innerhalb der Brandstiftungen zu beobachten ist, macht ihnen Angst.
Bernd Scheffler, stellvertretender Ortsbrandmeister in Isernhagen FB und in der Brandnacht Einsatzleiter, hält sich an die Fakten: Wenige Minuten nach der Alarmierung sei die Ortswehr FB am Brandort gewesen, sagt er. Er selbst habe die Flammen schon gesehen, als er auf den Parkplatz fuhr, und sei zunächst am gesamten Gebäude längs gefahren. „Der gesamte Dachstuhl stand schon in Flammen“, sagt er. Er habe sofort über die Leitstelle Gemeindealarm ausgelöst. Wehren aus allen Ortsteilen Isernhagens waren wenige Minuten darauf vor Ort. Die Ortswehren Kirchhorst und KB hätten für den Brandschutz der Wohnbebauung hinter dem brennenden Gebäude gesorgt, die übrigen Kräfte, insgesamt 110, seien gegen den Brand vorgegangen. „Einerseits haben die Anlieger Glück gehabt, dass der Wind aus Süden wehte und der Funkenflug an ihren Gebäuden vorbei ging, zum anderen war dieser Wind die Ursache für die schnelle Ausbreitung des Feuers. Als der Südgiebel brannte, wirkte das gesamte Dach gewissermaßen wie ein Kamin“, erklärte Scheffler im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten.
Als großes Manko des abgebrannten Gebäudes bezeichnete er die nicht sachgerecht erstellten Brandmauern des Gebäudes. Diese seien nur bis zur Deckenhöhe durchgehend gemauert worden. „Oben über der Decke der Geschäfte gab es kein trennendes Mauerwerk bis ans Dach“, so seine Beobachtung, die jeder jetzt auch an der Brandruine nachvollziehen kann. „Wären die Brandmauern durchgehend erstellt worden, hätte das Feuer viel mehr Zeit benötigt, sich auszubreiten und wir hätten den Schaden begrenzen können“. Zudem sei das im Dach verbaute Holz knochentrocken gewesen.
Über die Brandursache will Bernd Scheffler nicht spekulieren. „Es ist wahrscheinlich, dass der Brand in dem Holzschuppen an der Südseite des Gebäudes begonnen hat“, sagte er. Zur Brandursache könne er nichts sagen. Das sei Aufgabe der Brandermittler.
Auch am heutigen Mittwoch waren die Brandermittler noch einmal vor Ort. Erste Ergebnisse werden im Laufe des Donnerstags erwartet.