„Einfach geil, anders kann man es nicht sagen!“

Für die „Miezekatzen“ reichte es am Schluss für Platz 6 – der „Funfaktor“ landet klar auf Platz 1! (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Baggern, blocken, pritschen – ohne Spaß am Sport geht nichts in Engensen. (Foto: Svenja Steinseifer)

Bagger, blocken, pritschen – ohne Spaß am Sport geht nichts in Engensen

ENGENSEN (svs). Anbaggern heißt das Motto. Am Ball „blau-weiß“. Gekonnt blocken die „Miezekatzen“ allerdings jegliche Annäherungsversuche ab. Angefeuert werden die Kätzchen durch rhythmischen Sprechgesang. Hier geht es aber nicht um einen Flirt-Wettbewerb, sondern um Sport und das Objekt der Begierde ist ein Volleyball.
Einige haben es sich am Spielfeldrand gemütlich gemacht, obwohl wirklich kein Beach-Volleyballwetter ist. Dick eingepackt in Jacken und Decken feuern die Zuschauer lautstark die über 300 Spieler beim 26. Volleyball-Turnier des TSV Engensen an. Wegen der guten Stimmung reisen jedes Jahr wieder Volleyballer in Rudeln nach Burgwedel und pritschen, baggern, feiern – egal bei welchem Wetter.
„Ich!“ schreit Semjon Borowski von den „Miezekatzen“ und feuert den Ball in das gegnerische Feld. Treffer. Versenkt. „Die Stimmung ist toll und es macht einfach Spaß“, sagt der Sportler nach seinem Spiel und lässt sich ein wenig den Nacken kneten. Auch für Sven Räbiger von den „Fuhrberger Gummibären“ sei das Turnier jedes Jahr ein Pflichttermin, der einfach Spaß macht. Regen spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle – „Ist doch bestes Wetter“, strahlt Borowski. Barfuß, mit aufgekrempelten Ärmeln steht er auf dem Feld und und ignoriert die hartnäckigen Wassertropfen. „Das hier“, sagt Dirk, Spartenleiter Volleyball beim TSV Engensen und umarmt mit seiner Geste den gesamten Sportplatz, „ist eine Riesenfamilie.“
Eigentlich sei nach der „25. Auflage“ eine Pause geplant gewesen. Der alte Stamm des Organisationsteams sei zum Teil weggebrochen. Auf die Ankündigung kam prompt eine Antwort: „Wir haben viele viele E-Mails mit der Bitte, es doch stattfinden zu lassen bekommen“, erinnert sich der Trainer. Der TSV Engensen reagierte und stellte mit einem rund 15-kopfstarken Organisationsteam und rund 50 aktiven Helfern die „26. Auflage“ auf die Beine. 55 Mannschaften aus Niedersachsen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Hessen sagten zu. Ihre Namen lassen jedoch den Eindruck entstehen, irgendjemand habe so ganz nebenbei auch einen Kreativitäts-Wettbewerb ausgeschrieben.
Mannschaften wie „Unglaublich“, „Klosterklopper Marienfeld“ und die „Volleyball Frösche“ des TV Lohnde treten gegeneinander an, um hinterher miteinander zu feiern. „Vertreten sind sowohl Hobbymannschaften als auch Spieler der höheren Klassen“, weiß Dirk, „aber das ist uns überhaupt nicht wichtig.“ Klar sei bei manchen Spielern auch eine gute Portion Ehrgeiz mit dabei. Egal wo man hinschaut, überall entwickelt sich ein beeindruckender Enthusiasmus. „Das ganze Dorf packt mit an“, erzählt Dirk und strahlt, „wir müssen kaum jemanden um Hilfe bitten – wir werden gefragt.“
„Sicherlich hat man vorher ein bisschen Bauchgrummeln und fragt sich, ob auch alles klappt – aber wozu?“, sagt der Spartenleiter. Gedanken über Knatsch oder randalierende Betrunkene habe er sich ohnehin noch nicht einmal machen müssen. „Das hat es noch nicht einmal gegeben!“ Der erste Vorsitzende des Vereins, Joachim Lücke, spielt bei den „Alten Engenser Säcken“ und freut sich über das bunte Treiben und tolle Miteinander.
Am Ende wurde es den Volleyballern aber dann doch noch zu nass. Wegen des hartnäckigen Regens musste das Turnier am Sonntag zeitweise unterbrochen werden. Mit der Siegerehrung sei es dann „etwas fix gegangen“ – strahlende Sieger wurden GfL Oldstars vom GfL Hannover, Platz 2 belegte der TuS Bothfeld 04 aus Hannover und Dritte wurden „Die Klosterklopper“ aus Marienfeld.
Dirk freut sich bereits auf die 27. Auflage - Der Spaß am Sport in einer „Riesenfamilie“ zieht die Volleyballer jedes Jahr wieder nach Engensen. „Es ist einfach geil“, schwärmt Dirk, „anders kann man es nicht sagen!“