"Eine wahre Wundertüte"

Harald Rietz ist schon ein „alter Hase“ in Sachen Versteigerung: 67 Fundstücke brachte er am Dienstag für die Stadt Burgwedel unter den Hammer, auf zwölf davon wurde nicht geboten. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Fröhliches Spektakel im Rathauspark: Stadt Burgwedel brachte Fundsachen unter den Hammer

GROSSBURGWEDEL (bgp). Am vergangenen Dienstag holte Bauamtsmitarbeiter Harald Rietz Zylinder, Hammer und Holzbrett aus dem Schrank, um 67 Fundsachen für die Stadt Burgwedel zu versteigern. Rund 60 Interessierte verfolgten vom Rasen aus das Spektakel auf der Rathausterrasse, die als „Bühne“ für den Auktionator und sein Team diente.
Allein 47 gebrauchte Fahrräder in mehr oder minder gutem Zustand standen aufgereiht zur Versteigerung. Ein Mitarbeiter des Bauhofes rollt das erste Fahrrad heran, der Startpreis ist ein Euro. Auch nach längerem Abwarten bietet niemand und der Auktionator muss mit dem Hammer auf das Brett klopfen: „Nicht verkauft!“ Doch so bleibt es am Versteigerungsnachmittag nicht. Bis auf sechs Stück gehen die restlichen Fahrräder an die Meistbietenden. Einige Schmuckstücke und ein Fahrradkorb, in dem noch ein Sattel als Dreingabe dabei ist, finden Abnehmer. Selbst Schuhe, ein gefüllter Reisekoffer, ein DVD-Player und ein ferngesteuerter Modellhubschrauber sind im Angebot.
„Am meisten wurde für ein rostiges Fahrrad geboten, 170 Euro“, stellt Harald Rietz schmunzelnd fest. Das alte Modell von Miele sei an einen Antiquitätenliebhaber gegangen, der es in seine Sammlung aufnehmen wolle, so der Auktionator. Knapp 1.500 Euro brachte die Fundsachenversteigerung in die Stadtkasse, lediglich zwölf Fundstücke konnten nicht verkauft werden, darunter ein Goldring mit Brillanten und ein Ehering. „Da bestand kein Interesse“, resümiert Rietz, der mit der Bilanz insgesamt zufrieden ist. „Im Vorjahr habe ich alles verkauft“, sagt er voller Stolz, da sei das Wetter besser gewesen und mehr Leute seien gekommen. Schon so manches Kuriosum sei über seinen Tisch gegangen, berichtet er aus seinem Erfahrungsschatz als städtischer Auktionator: „Das ist immer eine wahre Wundertüte!“