Eine Stunde für acht Kilometer

Der Fuhrberger Ortsrat dringt mit seinem Antrag auf eine direkte Busverbindung nach Mellendorf auf schnelle Umsetzung. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Ortsrat macht sich stark für eine direkte Busverbindung zwischen Fuhrberg und Mellendorf

FUHRBERG (bgp). Der Ortsrat Fuhrberg hat bei der Stadt Burgwedel einen Antrag eingereicht, der sich für eine regelmäßige und direkte Busverbindung zwischen Fuhrberg und Mellendorf stark macht.
Mit dem Schreiben haben die Ortsratsmitglieder nicht nur günstige Verbindungen, sondern auch den Klimaschutz im Blick. „Die Schülerinnen und Schüler werden durch die schlechte Verbindung häufig mit dem ‘Elterntaxi‘ zur Schule nach Mellendorf gefahren“, moniert der Fuhrberger Ortsbürgermeister Heinrich Neddermeyer.
Einkäufe, Arztbesuche und die Fahrt mit der eng getakteten S-Bahn Richtung Hannover oder den Verbindungen in die Heide seien weitere Gründe, die von Bürgern angeführt würden, wenn sie den Wunsch nach einer direkten Busverbindung in Richtung Mellendorf äußerten. Zurzeit werde die Strecke hauptsächlich mit Privat-PKW zurückgelegt, das sei nicht sonderlich umweltfreundlich,so Neddermeyer.
Ein Blick in den Fahrplan bestätigt die Umständlichkeit, mit der Mellendorf per öffentlicher Nahverkehrsverbindung von Fuhrberg aus zu erreichen ist. Möchte jemand die S-Bahn oder den Erixx-Heideexpress am knapp acht Kilometer entfernten Bahnhof der Nachbarkommune nutzen, muss viel Zeit eingeplant werden.
Rund 16 Minuten dauert die Fahrt von Fuhrberg über Kleinburgwedel zum Großburgwedeler Bahnhof, an dem laut GVH-Fahrtroute dann der Zug Richtung Hauptbahnhof bestiegen werden soll. Am Bahnhof Langenhagen Mitte erfolgt der Umstieg auf die S-Bahn Richtung Bennemühlen, über Langenhagen, Kaltenweide, Bissendorf bis nach Mellendorf zum Bahnhof.
Über eine Stunde dauert es, bis die Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs aus Fuhrberg eintreffen, der vorherige Gang zur Starthaltestelle ist dabei noch nicht eingerechnet. Ähnlich verhält es sich mit der Busfahrt zum Schulzentrum in Mellendorf.
Die Fahrt von der Haltestelle „Zur alten Burg“ in Fuhrberg dauert mit einem kurzen Fußweg zwischen dem Großburgwedeler Rathaus zur Umsteigehaltestelle am Krankenhaus mit 51 Minuten zwar nur eine knappe Stunde. Hinzu kommt allerdings noch der Weg vom Zuhause der Kinder bis zum Startpunkt. Wird die Strecke von Fuhrberg nach Mellendorf mit dem Auto gefahren, sind Bahnhof oder Schulzentrum bei günstiger Verkehrslage in rund zehn Minuten erreichbar. Selbst Ungeübte schaffen die Strecke auch mit dem Fahrrad in gut einer halben Stunde.
Im Gegensatz zum Bahnhof Großburgwedel, an dem die Züge Richtung Hannover jeweils einmal in der Stunde fahren, sind die Fahrten ab Mellendorf tagsüber weitaus enger getaktet: Vier Verbindungen pro Stunde gibt es, davon drei S-Bahn-Fahrten und eine Regionalzug-Verbindung.
Zunächst ist Erleichterung in Sicht: Fuhrberg wurde bereits im August 2020 auf Initiative der SPD von der Region Hannover in das Pilotprojekt „Sprinti“ aufgenommen. So können Fahrgäste ab Sommer 2021 einen Kleinbus über die GVH-App buchen, um eine Direktverbindung in die Wedemark zu haben. Nach der Buchung werden dem Nutzer ein in der Nähe gelegener Haltepunkt und eine Abfahrtszeit bekannt gegeben. Die Fahrt kann gegen einen geringen Aufpreis zusätzlich zur GVH-Fahrkarte gebucht werden. Das Sprinti-Pilotprojekt soll im Sommer 2021 mit sechs Kleinbussen mit jeweils sechs Sitzplätzen in der Wedemark starten und bindet Fuhrberg mit ein.
Das Angebot soll ganztägig zur Verfügung stehen und auch am Wochenende von Nachtschwärmern genutzt werden können.
Die Ortsratsmitglieder aller Fraktionen wollen jedoch möglichst schnell eine reguläre öffentliche Busverbindung, mit der sich die knapp acht Kilometer bis nach Mellendorf in einem zeitlich vertretbaren Rahmen zurücklegen lassen.