Eine Schule für das ganze Dorf

Schulleiterin Meike Hasenauer begrüßte die Gäste in der neuen multifunktionalen Pausenhalle, die auch als Raum für außerschulische Aktivitäten genutzt werden kann.
 
Gemeinsam geht es besser: "Das Lied der bunten Vögel" berührte mit der Botschaft für Solidarität und Zusammenhalt.

Maria-Sibylla-Merian-Grundschule feierte Einweihung in neuen Räumlichkeiten – Sanierung, Umbau und Erweiterung kosten 5,3 Millionen Euro

FUHRBERG (bgp). Freude auf allen Seiten: Die Grundschule in Fuhrberg feierte am Wochenende Einweihung. Nach fast zweijähriger Bauzeit sind die Arbeiten zur Erweiterung des Schulkomplexes weitgehend abgeschlossen. Lediglich ein paar herabhängende Kabel lassen noch anstehende Restarbeiten erahnen. Ständige Klassenumzüge, Baulärm, Staub und Schmutz gehören nun der Vergangenheit an.
„Herzlich willkommen, liebe Gäste“ schallte es am Freitagmittag fröhlich aus einhundert Kindermündern in der nagelneuen Pausenhalle. So feierten Groß und Klein mit einem Theaterstück des vierten Jahrgangs und zahlreichen Reden, die den Kindern viel Geduld und Stillhalten abforderten. In einem Punkt herrschte über die „neue Schule“ vorab schon große Einigkeit: „Sie ist schön geworden!“ war immer wieder zu hören. Bürgermeister Axel Düker freute sich mit den Schulkindern: „Jetzt habt ihr eine Schule, die nach euren Bedürfnissen eingerichtet ist.“ Düker hob hervor, dass jeder der 5,3 Millionen Euro für die Erweiterung der Grundschule eine „Investition in die Zukunft“ sei. Im Mai 2018 starteten die ersten Gründungsarbeiten für die Gebäudesanierung, Umbau und einen Erweiterungsneubau, der vier Klassen, Differenzierungsräume sowie Lehrerzimmer und Toiletten beherbergt. Im Westflügel haben Mensa und Verwaltung Platz gefunden. Damit ist das 1958 am Dorfrand errichtete Schulgebäude fit für moderne pädagogische Anforderungen.
Mittlerweile ist auch das Wohnumfeld rund um die Schule im Vergleich zu damals stark angewachsen. Viele junge Familien sind in die Neubaugebiete gezogen, die Kinder streben in den örtlichen Kindergarten, Schule und Hort. Schon bald wird es ein neues Baugebiet geben, sodass noch mehr Kinder im Ort sein werden. 103 Kinder besuchen zurzeit die Grundschule, nicht alle Jahrgänge sind zweizügig. Eine Zweizügigkeit in allen Klassen wäre nach Auskunft von Schulleiterin Meike Hasenauer auch kein Problem. „Wir sind gut aufgestellt und haben jetzt entsprechend Platz“, sagt sie mit Blick auf genügend Klassenräume, Mensa, Fach- und Differenzierungsräume ebenso wie Kapazitäten im Kollegium. Dass gerade während der Bauzeit alles so gut geklappt habe, sei auch Hausmeister Markus Pill zu verdanken, hob nicht nur Meike Hasenauer in ihrer Ansprache hervor. Auch Axel Düker lobte dessen Fähigkeiten als "multifunktionale Allzweckwaffe".  
Mit dem erneuerten Schulgebäude bekommt Fuhrberg zudem einen Veranstaltungsraum dazu. Ortsbürgermeister Heinrich Neddermeyer begrüßte das ausdrücklich: „Ein Raum für die Vereine im Dorf ist schon gut, zwei sind besser!“ Architekt Willi Reichert führte dazu aus, dass Pausenhalle, Mensa und Sanitärtrakt bei Veranstaltungen separat nutzbar sind, sodass die übrigen Räumlichkeiten der Schule davon unberührt bleiben. Mehr als 200 Personen haben in der Pausenhalle Platz, schon bald findet mit der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Fuhrberg die erste große Veranstaltung statt. Diese wurde in den Vorjahren im evangelischen Gemeindehaus durchgeführt, dort herrschte jedoch immer drangvolle Enge.
Mit der erweiterten Schule ist Fuhrberg für die Zukunft gut gerüstet, doch noch sind dort nicht alle Träume ausgeträumt: Die Sporthalle wurde 1974 erbaut, mittlerweile sei sie erneuerungsbedürftig, sagte Neddermeyer. Teilweise regne es durch und es gebe Schimmelbildung: „Die Halle ist in die Jahre gekommen.“ Das sieht auch die Schulelternratsvorsitzende Inka Hartung so: „Wir haben schon früher vermieden, die Sanitäranlagen zu benutzen.“ Begeistert war sie hingegen von der Grundschule, in die sie vor 35 Jahren selbst gegangen war. Die einstmals kleine Schule habe trotz des Neubaus ihren familiären Charakter behalten, freute sich Hartung.
Nun kann in der Schule Ruhe und Alltag einkehren, um die neuen Räumlichkeiten auf sich wirken zu lassen: "Es hat sich gelohnt, wir sind sehr glücklich und genießen jeden Tag in der neuen Schule", schwärmte die Schulleiterin.