Ein Platz des Gedenkens bei anonymen Bestattungen

Der Ortsrat bei der Besichtigung des Gräberfeldes für die anonymen Bestattungen. (Foto: Renate Tiffe)

Gräberfeld auf dem Engenser Friedhof erhält eine Stele

ENGENSEN (ti). Bereits im Oktober vorigen Jahres hatte sich der Ortsrat Engensen damit befasst, dem Gräberfeld für die anonymen Bestattungen auf dem Friedhof mit einem Platz des Gedenkens sozusagen eine geistige Mitte zu geben. Dieser Wunsch war vielfach an den Ortsrat herangetragen worden. Bei einer Besichtigung des Ortsrates an Ort und Stelle legte jetzt Bauamtsleiter Martin Riessler einen entsprechenden Entwurf vor.
Das etwa 200 Quadratmeter große Gräberfeld für die anonymen Bestattungen liegt südöstlich der Kapelle. Sechs Erdbestattungen und 14 Urnenbestattungen haben bereits auf der Fläche stattgefunden, die im derzeitigen Zustand einer einfachen Rasenfläche gleicht. Nach Riesslers Vorschlag soll vom Weg dorthin in gleicher Breite – von 1,50 Meter – ein weiterer Weg abzweigen, der zu einem kleinen, gepflasterten Platz mit einer Stele führt. Auf 2,20 Meter im Quadrat soll dieser Gedenkstein stehen, eine quadratische Säule aus Granit, 1,35 Meter hoch mit Seitenlängen von 30 Zentimetern. Versehen werden soll die Säule mit Bronzetafeln, die die Lebensdaten der Verstorbenen tragen, sofern dies die Angehörigen wünschen. Für 28 Tafeln soll Platz auf der Stele sein.
Damit wird eine würdige Stätte der Trauer und des Gedenkens geschaffen, die in ihrer Schlichtheit auch ästhetischen Ansprüchen genügt. Der Ortsrat entschied sich einstimmig für diese Lösung.
Dass es nicht einfach ist, eine anonyme Bestattung mit der individuellen Trauer zu vereinbaren, erleben Ortsbürgermeister Friedhelm Stein und die Ortsratsmitglieder immer wieder. Das Problem gibt es nicht nur in Engensen. Es ist nicht leicht, den trauernden Angehörigen zu vermitteln, dass auf der eingeebneten Fläche kein Platz für Blumenschmuck ist. Das Gräberfeld muss pflegeleicht bleiben, d.h. einfach mit dem Rasenmäher in Ordnung zu halten sein.
CDU-Ratsfrau Annelore Wolny fragte dennoch wie es mit den Blumen und weiteren Wegen zu den Gräbern stehe. Dafür sei künftig der Platz an der Säule da, wurde ihr beschieden. Ebenso muss der Wunsch einiger Angehöriger ungehört bleiben, die Gräberfläche nicht zu betreten. Immerhin soll aber auf Anregung von Frau Wolny die Bank versetzt werden, direkt vor die Gruppe von Büschen mit Blick auf die Gedenksäule.