Ein neues Pferd für St. Martin: Premiere für D‘Artagnan

Mit leuchtenden Laternen in den Händen und großen Augen verfolgten die Kinder das Schauspiel mit St. Martin auf einem echten Pferd. (Foto: Anna Kentrath)

Ökumenischer Martinsumzug durch Großburgwedel

GROSSBURGWEDEL (ak). Nebelig und kalt zeigte sich der St. Martinstag vergangenen Donnerstag bei Einbruch der Dunkelheit, sodass die zahlreichen Besucher des ökumenischen St. Martinsumzuges in der katholischen St. Paulus Kirche Platz nahmen, statt wie sonst üblich auf dem Vorplatz der Geschichte zu lauschen. Mit bunten Dias und klangvoller Stimme erzählte Pfarrer Schulz von St. Martin, der seinen warmen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Anschließend ging es mit bunt leuchtenden Laternen quer durch Großburgwedel zur ev.-luth. St. Petri Kirche.
Ein neues Pferd führte den diesjährigen St. Martinsumzug an, da die Stute, die der weibliche St. Martin Vanessa-Yvonne Rockahr-Rühmkorf sonst ritt, im vergangenen Jahr im Alter von 29 Jahren verstorben war. Der 19-jährige Wallach d’Artagnan hielt sich tapfer, obwohl einige Besucher direkt ihr Blitzlicht auf ihn richteten. Musikalisch begleitet wurde der Umzug in diesem Jahr nicht, unter anderem weil man festgestellt hatte, dass nicht mitgesungen wurde und die Musik am Umzugsende kaum noch zu hören war.
Das tat der Stimmung bei den Kindern jedoch keinen Abbruch. Stolz trugen die Kleinen ihre vielfach selbst gebastelten Laternen vor sich her, mit roten Wangen der Kälte trotzend. Der kleine Emil, 6 Jahre, stellte nachdenklich fest: „Ich würde aber nicht gern Bettler sein, weil ich dann die ganze Zeit frieren müsste.“
Bei der St. Petri Kirche angekommen wartete bereits der Bettler vor einem knisternden Feuer auf St. Martin hoch zu Ross, um den Mantel in Empfang zu nehmen. Die Kinder scharrten sich um den Platz und erfreuten sich an dem kurzen Schauspiel. Anschließend wurde noch das ein oder andere Laternen- sowie das bekannten St. Martinslied gemeinsam gesungen, begleitet durch eine kleine Gruppe Bläser. Nach dem anstrengenden Gang durch die Stadt freuten sich Groß wie Klein über die langjährige Tradition des Hörnchen-Teilens. Das duftende Gebäck wurde in zwei Hälften gebrochen und an die Besucher verteilt, bevor sich diese auf den Heimweg begaben.