„Ein ganzes Leben“

Roman von Robert Seethaler im Literaturgottesdienst

GROSSBURGWEDEL (r/bs). St. Petri lädt am 24. März um 10.00 Uhr zum 25. Literaturgottesdienst in der St.-Petri-Kirche in Großburgwedel zum Roman von Robert Seethaler „Ein ganzes Leben“.
„Er hatte niemanden, doch er hatte alles, was er brauchte, und das war genug.“ Diese 14 Worte legt Robert Seethaler Andreas Egger, der Hauptfigur in dem Roman 'Ein ganzes Leben' in den Mund. Zufrieden, versöhnt, trotz aller Schwierigkeiten und allen Schicksalsschlägen, die dieser Andreas Egger in seinem Leben ertragen musste und muss.
„Es ist diese Ruhe, die Robert Seethaler in seiner Erzählung zu verbreiten vermag, die diesen Roman so faszinierend macht“, sagt Marga Weller, die das Skript für den Literaturgottesdienst verfasst hat.
Im Gottesdienst werden Ausschnitte aus dem Roman von Mitgliedern des Vorbereitungskreises vorgetragen und einem provokanten Text Jesu aus dem Lukasevangelium gegenüber gestellt. Die Predigt hält Pastorin Bodil Reller.
Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von Kirchenkreiskantor Christian Conradi und Angela Modeste von Maltzahn (Gesang). Das nächste Projekt ist im Herbst geplant, der nächste Literaturgottesdienst wird am 10. November 2019 stattfinden. Interessierte an Literatur im Gottesdienst sind herzlich zur Vorbereitung eingeladen, um Anmeldung im Gemeindebüro unter Tel. 6011 wird gebeten.
Der Roman:
Seethaler erzählt das Leben eines eigenbrödlerischen Mannes nach.
Ungefähr mit vier Jahren wird Andreas Egger Waise und zum Onkel in das Tal in den Bergen geschickt, sein genaues Geburtsdatum kennt er nicht. Dieser Onkel, der Großbauer Kranzstocker, nimmt ihn nur widerwillig auf, schlägt ihn wieder und wieder und macht ihn so zum Krüppel. Als er als junger Mann den Hof verlässt, sagt er seinem Onkel nur diese Worte: „Es ist genug.“, und geht. Nun steht er auf eigenen Beinen, nimmt verschiedene Tätigkeiten an und als im Tal die erste Seilbahn gebaut wird, ist er dabei. Er findet seine große Liebe und endlich scheint das Leben es wirklich gut mit ihm zu meinen, aber seine Braut Marie wird im Schlaf von einer Lawine mitgerissen und stirbt.
Er überlebt den 2. Weltkrieg an der Front in Russland, findet nach seiner Rückkehr das Tal vollkommen verändert vor, denn plötzlich prägen Touristen das Leben im Dorf. Aber er findet auch hier seinen Weg, mit dieser neuen Situation umzugehen.
Schicksalsergeben lebt Andreas Egger sein Leben in einem Tal in den Alpen in einem Jahrhundert der Umbrüche, bis er mit 79 Jahren stirbt. „Auf sein Leben, konnte er ohne Bedauern zurückblicken, mit einem abgerissenen Lachen und einem einzigen, großen Staunen.“, heißt es am Ende des Romans.