Ein Festmahl für Insekten

Freuen sich über die neue 3000 Quadratmeter große Blühwiese (von links): Wilfried Plum (hintere Reihe), Friedhelm Moß, Heinrich Reebok, Thomas Hahn sowie (vordere Reihe) Walter Heitmann von der Bürgerstiftung Burgwedel, Meinolf Helling, Uwe Wagstyl (Bürgerstiftung Isernhagen) und Matthias Müller.
 
Nicht nur ein Festmahl für Insekten, auch Hasen, Fasan und Rebhuhn profitieren von dem neuen Blühstreifen.

Neue Blühwiese der Initiative Bienen-Blühstreifen Burgwedel-Isernhagen (IBBBI)

Burgwedel (bs). Ein Meer von farbenprächtigen Blüten: es summt, brummt und Schmetterlinge flattern umher. Wo Anfang Mai noch trockener Acker zu sehen war, ist nun eine wunderschöne Bienenweide entstanden.
Die Initiative Bienen-Blühstreifen Burgwedel-Isernhagen (IBBBI) hat auf der rund 5000 Quadratmeter großen Wiesenfläche des ehemaligen Landwirts Friedhelm Moß eine mehrjährige Blühmischung drillen lassen. „Hier an der Feldrandlage haben wir die Saatmischung „RüSa“ eingebracht, die bis Oktober einen hohen Blühanteil hat und darüber hinaus dem Niederwild, wie Hasen, Fasan und Rebhuhn als Rückzugsmöglichkeit dient“, erklärt Meinolf Helling von der IBBBI. Dankenswerter Weise habe Friedhelm Moß die Fläche nicht nur zur Verfügung gestellt, sondern auch den Boden vorbereitet. Die Einsaat sei durch den Landwirt Friedel Köneke aus Isernhagen erfolgt.
Unter den 20 verschiedenen Pflanzenarten sind unter anderem Ringelblumen, Steinklee, Malven, Phacelia, Sonnenblumen aber auch Winterfutterraps, Borretsch und Luzerne vertreten. Die Pflanzen sind Bestandteil einer „mehrjährigen Mischung für Rückzugs- und Saumflächen“, die von der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer und der Landesjägerschaft Niedersachsen zusammengestellt wurde.
Gegründet im Januar 2019 betreut die Initiative Bienen-Blühstreifen Burgwedel-Isernhagen inzwischen fast 30.000 Quadratmeter Fläche. In Burgwedel sechs Blühwiesen mit rund 13.000 und in Isernhagen fünf mit einer Gesamtgröße von 17.000 Quadratmeter. Finanzielle Unterstützung leisten die jeweiligen Bürgerstiftungen der beiden Kommunen, die unter anderem die Kosten für Saatgut, Bodenbearbeitung oder Hinweisschilder tragen, sofern die Eigentümer dies nicht übernehmen.
„Auf den zur Verfügung gestellten Flächen werden unterschiedliche Blühmischungen eingesät“, berichtet Wilfried Plum (IBBBI). „Die Auswahl orientiert sich an den Nahrungsansprüchen, insbesondere der Wildbienen, aber auch die örtliche Lage und die Bodenqualität spielen eine wesentliche Rolle“, fügt Plum ergänzend hinzu. Für Friedhöfe und innerörtliche Bereiche werden Saatmischungen mit hohem Blütenanteil präferiert, während an den Ortsrandlagen Mischungen zum Einsatz kommen, die auch der Artenvielfalt des Niederwildes zugute kommen. „Schließlich wollen wir mit unseren Blühstreifen auf den Friedhöfen ja keine Hasen und Kaninchen anlocken. Da wäre keiner begeistert“, schmunzelt Wilfried Plum mit Blick auf die Vertreter der Kirchengemeinde St.-Marien, Matthias Müller, und Heinrich Reebok, St.-Nikolai-Kirche Kirchhorst. Auf beiden Friedhöfen wurden Blühflächen angelegt, die mit wunderschönen Blüten eine Freude für Bienen und Friedhofsbesucher sind, aber dem Niederwild überhaupt nicht schmecken.
Mit dem Anliegen neuer Blühflächen ist die Arbeit für die ehrenamtlich engagierten Mitglieder der IBBBI aber nicht getan. Die Grundstücke werden regelmäßig überprüft und bei unerwünschten Entwicklungen wird eingegriffen. „Unser Ziel ist die langfristige Erhaltung der Nahrungsquelle für Insekten“, so IBBBI-Mitglied Thomas Hahn. „Wenn sich die Flächen nicht so entfalten wie gewünscht, dann müssen wir schon mal Fremdbewuchs entfernen, bewässern, gezielt nachsäen oder sogar die Fläche komplett neu anlegen“. Die Entwicklung der jeweiligen Blühflächen sei vor allem von der Witterung, den Niederschlagsmengen, den Bodenverhältnissen und auch von der Standzeit abhängig. Selbst im überschaubaren Gebiet von Burgwedel und Isernhagen reiche zuweilen schon ein Kilometer Luftlinie Entfernung für eine andere Klimazone.
Um eine dichte Vernetzung rund um Burgwedel und Isernhagen zu erreichen, werden immer noch Flächen gesucht, die als Blühstreifen geeignet sind. Weitere Informationen sind erhältlich per E-Mail: ibbbi.bluehstreifen@gmail.com oder telefonisch bei Thomas Hahn (05139-88383), Meinolf Helling (0172-5433459) oder Wilfried Plum (0177-8876540).