Ein Bücherladen im Engenser Dorfgemeinschaftshaus

Über jede Menge gespendeter Bücher freuen sich Karin Tolle und Ortsbürgermeister Friedhelm Stein. (Foto: Renate Tiffe)

Karin Tolle möchte ihre Mitbürger zum Lesen anregen

ENGENSEN (ti). Am Dienstagabend um 19.00 Uhr soll es losgehen. Im Raum 4 des Dorfgemeinschaftshauses wird zum ersten Mal der Bücherladen geöffnet sein. Karin Tolle lädt die Engenser ein, sich in einem Angebot von fast 1000 Büchern umzusehen und den passenden Titel für sich zum Lesen auszusuchen.
Die Idee hat die Engenserin aus Celle mitgebracht, wo ein Bücherwagen regelmäßig mit gespendeten Büchern bereitsteht und wo sich jedermann/jedefrau mit dem gewünschten Lesestoff bedienen kann. Genauso soll es künftig auch in Engensen möglich sein. Nur dass im Dorfgemeinschaftshaus eine feste Anlaufstelle vorhanden ist, mit festen Öffnungszeiten jeweils Dienstag- und Mittwochabend, wenn der Gemischte Chor und der Feuerwehrmusikzug proben - von 19.00 bis 20.30 Uhr.
Mit ihrem Vorhaben hatte Karin Tolle beim Engenser Ortsrat sozusagen offene Türen eingelaufen. In seiner Junisitzung hatte er die Einrichtung beschlossen und die Engenser Bürger zu Buchspenden aufgerufen. Das Ergebnis überraschte Ortsbürgermeister Friedhelm Stein dann aber doch.
„So viele Bücher“, freute er sich bei seinem Besuch in der vergangenen Woche. Darunter findet er beispielsweise eine komplette 12-bändige Karl-May-Ausgabe, die fast ungelesen erscheint. Auch Kinderbücher sind genug da. Die gebrauchten Regale, welche die Stadt spendete, werden bald nicht mehr ausreichen, meint er. Stein verweist auch auf die Engenser Chronik, die ausgeliehen werden kann.
Ihr Bücherschrank ersetze nicht die Büchereien in der Stadt, sagt Frau Tolle. Bücher können bei ihr kostenlos ausgeliehen und wo gewünscht auch behalten werden. Es wird nicht beraten, und es werden auch keine neuen Titel zugekauft. Für Spenden steht der Schrank im Dorfgemeinschaftshaus aber immer offen. Sozusagen soll ein Austausch stattfinden. Es gibt so viele Bücher in den Familien, die „ausgelesen“ und die für andere genau das Richtige sind. Ihr gehe es allein darum, dass wieder mehr gelesen wird. Sie finde es schade, wenn sich die Gespräche morgens in den Betrieben nur um „Hast Du das gesehen?“ drehen. Lesen sei doch eine ganz andere Art von persönlicher Bereicherung, so die leidenschaftliche Leserin.