Ein Brand kurz vor Ende der Hauptversammlung

Die Alterskameraden Jürgen Reupke und Helmut Lindemann erhielten aus der Hand von Brandabschnittsleiter Hans-Jürgen Krüger Urkunden vom Niedersächsischen Feuerwehrverband für ihre 60-jährige bzw. 50-jährige Mitgliedschaft in der Kleinburgwedeler Feuerwehr (Foto: Renate Tiffe)
 
Für 60 Jahre fördernde Mitgliedschaft erhielt Gerhard Hagen die Urkunde aus der Hand von Ortsbrandmeister Walter Sonneberg. (Foto: Renate Tiffe)

Bei der Kleinburgwedeler Feuerwehr hat sich die Zahl der Einsätze verdreifacht

KLEINBURGWEDEL (ti). Die Versammlung war noch nicht zu Ende als ein Anruf zum Einsatz rief. Wortlos stand ein Teil der Feuerwehrleute auf und begab sich nach unten in die Fahrzeughalle – ohne große Aufregung. Alles war geregelt. Der Alltag hatte die Kleinburgwedeler Feuerwehr sogar auf ihrer Jahreshauptversammlung eingeholt.
Zu über 30 Einsätzen ist die Wehr im Jahr 2010 ausgerückt. Nach 32 Einsatzfahrten 2009 sieht Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld, dass sich ein Trend verfestigt. In den zehn Jahren seiner Dienstzeit hat sich die Zahl der Einsätze verdreifacht stellte er fest. Für eine „einfache“ Ortswehr seien damit die Anforderungen relativ hoch.
Von den 22 Brandeinsätzen waren 19 Entstehungs- oder Kleinbrände, zwei Mittelbrände und ein Großbrand. Im Gegensatz zu anderen Wehren wie der in Fuhrberg oder Großburgwedel war der Anteil der Hilfeleistungen geringer. Sonnefeld führte dies darauf zurück, dass Kleinburgwedel keinen Autobahnanschluss und keine Bundesstraße in seine Grenzen hat. Seit den Geschwindigkeitsbegrenzungen an der L310 hat sich dort das Unfallaufkommen verringert.
Ärgerlich für die Feuerwehrleute sind dennoch Alarme wie der in Kleinburgwedel, als Katzen aus einem Güllebehälter gerettet werden mussten, offenbar, weil sie getötet werden sollten. „Wir sind kein Müllentsorgungs- und kein Tierbeseitigungsunternehmen und auch keine Reptilienexperten“, betonte der Stadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg in seiner Rede. Da müsse unbedingt ein Umdenken in der Bevölkerung stattfinden. Oft kommen solche Alarme während der regulären Arbeitszeiten. Für Arbeitgeber sind dies Ausfallzeiten für Einsätze, die sie als Lappalien ansehen.
45 Aktive sind in der Kleinburgwedeler Wehr tätig, die mit den passiven um die 350 Mitglieder zählt. Die Zahlen können sich noch sehen lassen. Trotzdem treibt den Ortsbrandmeister die Sorge um, dass in absehbarer Zeit nicht mehr genügend Kräfte zur Verfügung stehen könnten - ein Problem, das die meisten Freiwilligen Feuerwehren betrifft. Der scheidende Abschnittsleiter Heinz-Jürgen Krüger empfahl, neben Kindern und Frauen auch Migranten mit in den ehrenamtlichen Dienst zu ziehen.
In Kleinburgwedel fand die letzte Jahreshauptversammlung der Burgwedeler Wehren statt. Die Grußworte von Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt und dem Vorsitzenden des Feuerwehrausschusses Rolf Guschwa konnten deshalb kurz ausfallen. Ausführlich äußerte sich Kleinburgwedels Ortsbürgermeister Jürgen Schodder, der der Feuerwehr ein dickes Lob für ihre umfassende Beteiligung an der 700-Jahrfeier 2010 aussprach. Sie sei sozusagen das „stehende Heer der Dorfgemeinschaft“ sagte er. Dass daneben noch 2903 Dienststunden abzuleisten waren, stand auf einem anderen Blatt.
Ehrungen und Beförderungen schlossen sich an. Gerhard Hagen erhielt eine Urkunde für 60 Jahre fördernde Mitgliedschaft. Verdienste hat er sich auch erworben, als er der Feuerwehr ein altes Protokoll zur Verfügung stellt. Für seinen 25-jährigen aktiven Dienst bekam der stellvertretende Ortsbrandmeister Volker Kluth das Ehrenzeichen des Niedersächsischen Feuerwehrverbandes vom Stadtbrandmeister verliehen. Geehrt für 40 Jahre im aktiven Dienst wurde Jürgen Schodder. Ebenfalls vom Niedersächsischen Feuerwehrverband ausgezeichnet wurden Jürgen Reupke und Helmut Lindemann für 60- jährige bzw. 50-jährige Mitgliedschaft. - Lars Wöhler wurde zum Oberfeuerwehrmann ernannt.
Die Ehrungen waren gerade abgeschlossen als die Alarmanlage schrillte. Da war eine Gruppe der Feuerwehrleute schon unterwegs. Gemeldet worden war ein Wohnungsbrand an der Gartenstraße in Wettmar. Neben den Wehren aus Wettmar und Engensen waren auch die Kleinburgwedeler zur Hilfe gerufen worden. Etwa 50 Feuerwehrleute löschten den Brand in einem Haus, das – wie einer sagte – schwer zugänglich war. Die Bewohner waren zu der Zeit nicht anwesend. Nachbarn hatten die Rauchwolke gemeldet. Die Brandermittlung läuft in diesen Tagen.