Ein Beruf mit Zukunft – auch für junge Männer

Dr. Maria Flachsbarth (3.v.l.) mit Vertretern des Rates, umgeben von Hortkindern und der Leiterin Elena Brahm (3.v.r.). (Foto: Renate Tiffe)

CDU-Bundestagsabgeordnete informierte sich über Kinderbetreuung

ALTWARMBÜCHEN (ti). „Gewaltigen Respekt“ zollte Dr. Maria Flachsbarth den Erfolgen der Gemeinde Isernhagen bei der Kinderbetreuung. Im direkten Vergleich mit anderen Kommunen in der Region könne sich Isernhagen durchaus sehen lassen, sagte die Bundestagsabgeordnete bei ihrem ersten offiziellen Besuch.
Nach Gesprächen im Rathaus mit dem Bürgermeister und Vertretern der Gemeinderats-Fraktionen war die CDU-Politikerin zur Besichtigung von Einrichtungen der Jugendpflege und der Kinderbetreuung eingeladen worden. Dr. Maria Flachsbarth, seit acht Jahren im Berliner Bundestag für den Wahlkreis im Süden Hannovers zuständig, vertritt nun auch den hiesigen Wahlkreis, nachdem der junge CDU-Kandidat bei der Wahl unterlegen war.
Im Hort des AWO-Kindergartens in der ehemaligen Grundschule an der Bernhard Rehkopf-Straße kamen die Probleme der Kommune bei der Kinderbetreuung zur Sprache. Die Entwicklung zeige den rasanten Umschwung im gesellschaftlichen Handeln. War noch vor noch nicht allzu langer Zeit von Krippen und Horten kaum die Rede gewesen, so sei deren Einrichtung jetzt Konsens. Das sei ein Quantensprung für den die ehemalige Familienministerin Ursula von der Leyen die gesetzliche Basis geschaffen habe. Der Bedarf sei da, stellte die Bundestagsabgeordnete fest und es sei in die richtige Richtung gedacht worden.
Das hat allerdings auch Folgen für die Personalentwicklung. Die Kommunen müssen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass genügend gut ausgebildete Kräfte vorhanden sind. Und da ist ein Mangel nicht mehr zu übersehen, wie SPD-Ratsherr Wolfgang Hansen hervorhob. Es gebe kaum noch qualifiziertes Personal. Bürgermeister Arpad Bogya betonte, dass es keinen Wettbewerb unter den verschiedenen Trägern geben dürfe. Erzieherin zu werden sei ein Beruf mit Zukunft, bei dem auch mehr junge Männer erwünscht seien.
Immer mehr werden Erzieherinnen allerdings auch mit administrativen Aufgaben belastet, die bis zu 40 Prozent der Arbeitszeit beanspruchen. Darauf machte die Leiterin des AWO-Kindergartens Marlies Kahle aufmerksam. Sie bedauerte, dass für jedes Kind nur zweimal 20 Minuten Beratungszeit im Jahr zur Verfügung stehen, und das bei einer zunehmenden Verunsicherung der Eltern, die mehr der Erziehungsberatung brauchten.
Die gestiegenen Personalkosten für die Kommunen dürfen bei solchen Anlässen nicht außen vor bleiben. Sie höre überall, dass die 4 Milliarden Euro nicht ausreichten, die der Bund pro Jahr zahle, damit 35 Prozent der Kleinkinder in Krippen unterkommen können, bemerkte Frau Flachsbarth.. Zwei Betreuerinnen für 15 Krippenkinder – so wie es der Schlüssel sagt -  reichten auch oft nicht aus. Die Kosten schiebe gern einer dem anderen zu. Auch die Region als kommunale Einrichtung sei da gefragt. Fabian Peters von den „Grünen“ ergänzte, dass bei den Einkommen der Tagesmütter die Kommunen ebenfalls an ihre Grenzen geraten.
Dass es sich bei den erwähnten Argumenten um bundesweite Probleme handele, unterstrich Bürgermeister Arpad Bogya. Es sei jedoch gut, „nicht nur im eigenen Saft zu schmoren“. Der Besuch der Bundestagsabgeordneten zeige, dass in Isernhagen auf relativ hohem Niveau geklagt werde. Nicht überall gebe es den Isernhagen-Standard.