"Ehrungs-Marathon" in Fuhrberg

Dirk Hemmann (2. v. r.) wurde mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet (v. l. Horst Holderith, Marc Otte und sein Stellvertreter Carsten Möhlenbrink).
 
Marc Otte (r.), Horst Holderith (v. l.) und Carsten Möhlenbrink gratulierten für langjährige aktive Dienste: Martin Klinke, Walter Graas, Torsten Allert, Willi Warnecke, Wolfgang Grund und Willi Eickmann.
 
Hendrik Schecker-Homann (Mitte) ist Fuhrberger "Feuerwehrmann des Jahres" (l. Marc Otte, r. Carsten Möhlenbrink).

Dirk Hemmann bekommt Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber verliehen – Hendrik Schecker-Homann ist „Feuerwehrmann des Jahres“

FUHRBERG (bgp). Die Bilanz des Ortsbrandmeisters Marc Otte fiel auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Fuhrberg ähnlich aus wie im gesamten Stadtgebiet von Burgwedel: „Mit 18 Einsätzen und drei Brandsicherheitswachen schauen wir auf ein ruhiges Jahr 2019 zurück.“ Am Freitagabend fand die jährliche Zusammenkunft erstmals in der neuen Pausenhalle der frisch sanierten Grundschule Fuhrberg statt: „Der Wechsel der Räumlichkeiten war keine Entscheidung gegen das Gemeindehaus, sondern für mehr Platz und Bewegungsfreiheit, es war doch sehr eng geworden“, betonte Otte bei der Begrüßung. Außerdem sei die neue Mikrofonanlage fertig installiert und nutzbar, das Verlegen und Verkleben der Kabel fiele nun weg. Eine Neuerung in Sachen Verköstigung hatte er auch zu vermelden, bis er zu seinem Bericht überging: „Das Essen wird nun in Buffetform in der Mensa serviert und nicht wie früher an den Tischen.“
Obwohl das Einsatzgeschehen ruhig gewesen sei, habe sich in punkto Ausbildung einiges getan, vor allem am neuen Fahrzeug, das Anfang 2019 übergeben wurde, erklärte Otte. Auf Grund der Einführung des Digitalfunks nahmen 22 Kameradinnen und Kameraden an den Kurzlehrgängen „Digitale Anwenderschulung“ teil. Einige waren in der Stadtausbildung und der Atemschutzpflegestelle tätig. Erfreuliche Tendenzen berichtete der Ortsbrandmeister über die Tagesverfügbarkeit: „Wir rücken tagsüber weiterhin mit durchschnittlich 11 Kameraden zu den Einsätzen aus.“ 68 Kameradinnen und Kameraden sind laut Otte derzeit aktiv im Einsatz der Fuhrberger Feuerwehr, 32 spielen im Musikzug, 18 sichern in der Jugendfeuerwehr den Nachwuchs. 10138 Gesamtstunden leistete die Feuerwehr Fuhrberg in 2019: „Die anderen haben mehr, aber wir schreiben auch nicht alles so genau auf“, kommentierte der Ortsbrandmeister augenzwinkernd.
Der neue Leiter des Kommissariates Großburgwedel, Ralf Oltmanns, stellte sich der Versammlung vor und lobte die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Seine Mitarbeiter hätten ihm ausdrücklich bestätigt: „Die sind immer zur Stelle, nicht nur wenn es brennt, sondern immer wenn wir Hilfe und Unterstützung brauchen.“ Humorvoll lieferte Oltmanns eine Erklärung für die steten, leicht nervösen Blicke auf sein Mobiltelefon: „Wir erwarten in den nächsten 48 Stunden unseren Nachwuchs.“ Er wolle den Anruf seiner Frau auf keinen Fall verpassen, betonte er und bekam dafür reichlich Applaus.
Bezirksförster Christian Oehlschläger, der 19 Jahre in Burgwedel zusätzlich als Waldbrandbeauftragter tätig war, verabschiedete sich herzlich von der Feuerwehrversammlung in den Ruhestand. Aus seiner ersten Dienstzeit „als der Neue“ in Fuhrberg hatte er eine kleine Anekdote parat. Ein „Fuhrberger Urgestein“ und Waldbesitzer habe mit ihm in dessen Geländewagen eine Spritztour durch die Wälder unternommen und sich prompt im Schlamm festgefahren. Jeglicher Befreiungsversuch sei fehlgeschlagen. Schließlich habe das Fahrzeug von einem Landwirt mit dem Trecker wieder aus dem Loch herausgezogen werden müssen, erzählte er den lachenden Gästen.
Der vorletzte Tagesordnungspunkt wurde zum „Ehrungs-Marathon“
nicht nur für die Feuerwehrführung, sondern auch für die Teilnehmer, die sich vielfach von den Plätzen erhoben, um ihren Respekt zu zollen. Jan Klinke, Domenik Lüssenhop, Enrico Schmidt und Richard Voges traten aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst über und leisteten am Freitagabend ihren Eid auf die Feuerwehr.
Christian Bonath, Jan Klinke ebenso wie Lutz Priegnitz und Enrico Schmidt wurden zu Feuerwehrmännern ernannt. Über die Beförderung zum Oberfeuerwehrmann freuten sich Heinrich Heuer und Sören Otte, dessen Vater als Ortsbrandmeister stolzerfüllt die Urkunden überreichte. Die nächste Beförderung ging an Alicia Möhlenbrink, die zur Hauptfeuerwehrfrau ernannt wurde, Rainer Espey wurde 1. Hauptfeuerwehrmann. Walter Keil wurde für seine 25-jährige Mitgliedschaft geehrt, Wolfgang Witte für 40 Jahre und Wilhelm Göing für 50 Jahre Mitgliedschaft. Walter Heuer erhielt eine Ehrennadel für seine 60-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Torsten Allert, Walter Graas und Martin Klinke erhielten eine Auszeichnung für 40 Jahre aktive Dienste im Feuerlöschwesen. Für 50 Jahre aktive Dienste wurden Willi Eickmann und Wolfgang Grund geehrt, Willi Warnecke erhielt eine Ehrung für 60 Jahre aktive Dienste.
Drei Ernennungen gab es im Feuerwehrmusikzug: Benedikt Bornemann, Vanessa Schmidt und Richard Voges wurden zu Feuerwehrmusikern ernannt.
Regionsstabsführer Rüdiger Finze ist „seit 25 Jahren“ Stammgast auf der Fuhrberger Jahreshauptversammlung. In diesem Jahr hatte der Musikzugexperte zwei hochrangige Auszeichnungen dabei: Heinrich Neddermeyer und Günther Voges wurden mit der Ehrennadel in Gold mit Kranz und Diamant für ihre 60-jährige aktive Mitgliedschaft im Feuerwehrmusikzug ausgezeichnet.
Hendrik Schecker-Homann trägt nun den Titel: „Feuerwehrmann des Jahres“, der ihm vom Ortskommando für seine großen Verdienste verliehen wurde. Schecker-Homann ist aktives Mitglied sowohl in der Wehr seines Arbeitsortes als auch in seinem Wohnort Fuhrberg, wo er als Löschmeister tätig ist.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Ehrung des Kameraden Dirk Hemmann, der sich seit 40 Jahren auf verschiedenen Ebenen der Feuerwehr verdient gemacht hat. „Du arbeitest mit viel Einfühlungsvermögen und hohem Sachverstand“, hob Stadtbrandmeister Ingo Motl in seiner Laudatio hervor. Hemmanns Engagement sei mit großer fachlicher Kompetenz und Durchsetzungsvermögen verbunden. "Uneigennützig und mit viel Schwung" setze er sich seit 40 Jahren für die Feuerwehr ein. "Du bekommst die zweithöchste Auszeichnung" lobte Motl seinen Stellvertreter Dirk Hemmann, der von Brandabschnittsleiter Horst Holderith mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber  ausgezeichnet wurde.
Nachwuchssorgen braucht sich die Fuhrberger Feuerwehr auch nicht zu machen: Sieben Neueintritte in die Jugendfeuerwehr kompensieren die Abgänge in den aktiven Dienst mühelos. Viel Arbeit wartet in diesem Jahr neben Einsätzen, Diensten und Lehrgängen noch auf die Kameradinnen und Kameraden, denn Fuhrberg wird im Sommer den Burgwedeler Stadtfeuerwehrtag ausrichten. „Das kriegen wir auch noch hin“, kommentierte der entspannte Ortsbrandmeister selbstsicher.