„Edelweiß“ feierte das erste Schützenfest der Saison

Jugendkönigin Anna Brosdowski beim Ehrentanz mit ihrem Vater. Für den richtigen Takt sorgt der Fanfarenzug Thönse. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Ferdinand Tomaschko ist Schützenkönig in Thönse. Seine Scheibe wird am Schützenhaus „zwischengelagert“. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Thönser Grünröcke ließen sich vom schlechten Wetter nicht schrecken

THÖNSE (hhs). Der Schützenverein Edelweiß Thönse eröffnet traditionell immer die Saison der Schützenfeste in der Stadt Burgwedel. Meistens fällt dieser Termin dann in den April. Und da ist das mit dem Wetter eine unvorhersehbare Geschichte. So war es auch in diesem Jahr. Ausgerechnet am Schützenfestsamstag regnete es aus Kübeln, als die Gastgeber und ihre Gäste die Scheiben austragen wollten. So etwas hatte es seit vielen Jahren nicht gegeben, trotz der Apriltermine, darin waren sich Ortsbürgermeister Heinz-Theo Rockahr und der neue Vorsitzende des Schützenvereins „Edelweiß“, Dirk Eilert einig. Doch da standen sie schon vor dem Elternhaus von Jugendkönigin Anna Brosdowski, um ihr die Ehren zu erweisen.

Die Schützen und ihre Gäste waren wegen des Schauers im Zelt angetreten. Fünf Minuten vor dem angedachten Abmarsch hatte es zu prasseln begonnen. Man wartete einige Minuten, und als das Wetter sich nach zehn Minuten etwas beruhigt hatte, sagte jemand: „Es ist ja nur zweimal um die Ecke bis zu Anna. Dann müssen wir noch zu Ilse und dann geht schnell es zurück zum Schützenhaus. Da nageln wir Ferdis Scheibe an.“. Mit „Ilse „war Schützenkönigin Ilse Lege gemeint und „Ferdi“, seit vielen Jahren eine Institution bei Edelweiß Thönse, ist Ferdinand Tomaschko, mehrfacher Schützenkönig. Der 75-Jährige ist Mitglied bei den Thönser Schützen geblieben, obwohl er umgezogen ist. Deswegen wurde seine Königsscheibe erst einmal am Thönser Schützenhaus „zwischengelagert“. Später soll sie dann nach Altwarmbüchen gebracht werden, um dort dann von „Ferdis“ Schützenehren zu künden. Solche Veranstaltungen geraten dann meistens zu einem zweiten kleinen aber um so gemütlicheren Schützenfest ...
Bei Anna Brosdowski war alles schon gut vorbereitet, als die Schützen eintrafen: Oben am Giebel des Hauses schaute eine Schraube aus der Verklinkerung heraus, links und rechts daneben zwei Leitern für die Scheibenannagler, ein Familienmitglied hatte eine Flasche Korn unterm Arm, alles Notwendige war also vor Ort.
Der Fanfarenzug Thönse intonierte einen Walzer, den Ehrentanz für die Jugendkönigin, die auch Mitglied im Fanfarenzug ist. Den absolvierte die Königin mit ihrem Vater, „gekonnt“, wie jemand mit etwas Neid in der Stimme formulierte. Unterdessen hatte Schützenchef Dirk Eilert seiner Nachwuchsschützin herzlich gratuliert. Nach dem Ehrentanz griffen sich die beiden Scheibenannagler das Objekt der Begierde und die Flasche Korn und erklommen schnell ihre Leitern. Die Scheibe kam auf die Schraube, die von unten zuschauenden Schützen gaben ihren Kollegen in luftiger Höhe noch einige weniger gute Ratschläge, wie sie die Scheibe ausrichten sollten. Irgendwann griff Anna Brosdowski ein, und dann war alles, wie es sein soll: „Oben muss nach oben und unten muss nach unten“, flachste jemand aus der Zuschauermenge. Dann überzeugten sich die beiden Schützen auf den Leitern davon, dass der Korn auch geeignet ist für die Scheibentaufe, „38er muss es schon sein“, hieß es. Dann bekam die Scheibe einige Spritzer ab, und die Schützen unten auch. Zum Schluss erhielt die neue Majestät ein dreifaches „Gut Schuss“ und nun ging es zum gemütlichen Teil über. Ebenso Brauchtums gerecht verlief es bei den anderen Königen.
Ganz besonders hervorzuheben ist beim Thönser Schützenfest das musikalische Rahmenprogramm: Da sind zum einen die Platzherrn vom Fanfarenzug Thönse. Sie zählen mit zu dem Besten, was die Region in dieser Musikrichtung zu bieten hat. Dann war wie immer mit dabei der Fanfarenzug Hamburg mit vielen sehr jungen Musikern. Die Damen und Herren aus der Hansestadt wissen, was „Schmuddelwetter“ ist und hatten sich in leuchtend-gelbe Ostfriesennerze gekleidet. Am Nachmittag zum Konzert auf dem Festzelt glänzten dann noch die Fanfarenzüge Meißendorf und Celle, der Spielmannszug des Schützen-Corps Lehrte.