Dritte Phase der Alkohol-Testkäufe abgeschlossen

Bei jedem dritten Mal gibt es das gewünschte Getränk

ISERNHAGEN/BURGWEDEL (r/bs). Jeder Dritte in der Region Hannover verkauft Alkohol an Jugendliche. Das ist das Ergebnis der dritten Phase an Alkohol-Testkäufen, die die Region Hannover jetzt in 15 Kommunen abgeschlossen hat. In 33,6 Prozent der Fälle erhielten die minderjährigen Testkäufer das verlangte Getränk. Besonders auffällig: Bei fast der Hälfte der Fälle, in denen Alkohol verkauft wurde, verlangten die Verkäuferinnen oder Verkäufer vorher den Personalausweis. Dennoch ging die Flasche über den Tresen. „Viele schauen einfach nicht richtig hin oder rechnen falsch“, stellt Bettina von Domarus fest, die sich als Regionsmitarbeiterin um den gesetzlichen Jugendschutz kümmert.
Dennoch ist die Bilanz der Jugendschützer positiv: „Von Phase zu Phase hat sich die Zahl der Verstöße verringert“, berichtet Bettina von Domarus. Registrierte die Region in der ersten Runde der Alkohol-Testkäufe noch in 53 Prozent der Überprüfungen einen Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz, so sank die Zahl in der zweiten Phase schon auf 42 Prozent und nun auf 33,6 Prozent.
In Isernhagen wurden am Mittwochabend zehn Verkaufsstellen überprüft. Jeder Zweite händigte den gewünschten Alkohol aus – Apfelkorn, ein Wodka-Mix sowie Jack Daniels mit Cola gingen über den Tresen. Außer in einem Fall versäumten es die Verkäufer, die den Alkohol abgaben, nach dem Alter oder dem Ausweis zu fragen. Lag der Ausweis vor, wurde in der Regel nicht verkauft. Verstöße registrierten die Jugendschützer in drei Supermärkten, einer Tankstelle und an einem Kiosk. In der ersten und der zweiten Phase der Testkäufe lagen die Fallzahlen bei 45 bzw. 29 Prozent in Isernhagen.
In Burgwedel erhielt der Testkäufer am Mittwoch in sieben von 15 kontrollierten Verkaufsstellen den gewünschten Alkohol – also in 47 Prozent der Fälle. Dreimal ging Wodka über den Ladentisch, in den anderen Fällen jeweils Mixgetränke. „Vielen Verkäufern ist nach wie vor offenbar nicht klar, dass Mixgetränke ebenfalls erst ab 18 Jahren verkauft werden dürfen“, meint Bettina von Domarus. „Wir müssen in Burgwedel wohl noch Überzeugungsarbeit leisten.“ Daher seien dort auch deutlich mehr Verkaufsstellen überprüft worden als in den ersten beiden Phasen. Kontrolliert wurden in Burgwedel neun Supermärkte, fünf Tankstellen und ein Getränkemarkt. In fünf Supermärkten und zwei Tankstellen wurde das gewünschte Getränk verkauft. In der ersten Phase waren in Burgwedel lediglich drei Verkaufsstellen kontrolliert worden – jedes Mal erhielt der Testkäufer Alkohol. In der zweiten Phase bekam er in vier von neun getesteten Verkaufsstellen Alkohol.