Dritte Folie soll für frühen Beginn der Spargelsaison sorgen

Für Uwe Möhring, links, und Knud Fricke war es harte Arbeit, die breite Folie über fünf Spargeldämme auszubreiten und einigermaßen fest zu bekommen, denn der Boden war noch etwas gefroren. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Wir brauchen nachts kühle Witterung und am Tag volle Sonne“

FUHRBERG (hhs). Es war schon ein Bild, in dem eine ganze Menge Realsatire steckte Mitte vergangener Woche: Die Temperaturen lagen vormittags noch deutlich unter 0°C, eine ganze Menge Männer waren in Fuhrberg dabei, ein Spargelfeld des Spargelhofes Heuer mit einer dritten Folie abzudecken. Jeweils fünf Spargeldämme hatten die Männer unter einer Folienlage zu verstecken. Kein leichtes Spiel, denn der Wind ließ den schneeweißen Kunststoff immer wieder in die Höhe fliegen, und weil der Boden noch gefroren war, war es für die Arbeitskräfte wirklich mühsam, die riesig großen Folienbahnen mit Ackerboden auch nur ein wenig zu beschweren.

Uwe Möhring, Knud Fricke und ihre Kollegen aus dem Nachbarland Polen zeigten vollen Einsatz mit den Schaufeln und zurrten die Folie schließlich gerade über die Spargeldämme. „Diese Folie soll das Auskühlen der Laufgassen zwischen den Spargeldämmen weitgehend verhindern, damit die Bodentemperatur auch im Wurzelbereich der Spargelpflanzen so hoch ansteigt, dass sie voll mit ihrem Wachstum beginnt“, erläuterte Jörg Heuer den Hintergrund dieser aufwändigen Maßnahme auf Anfrage der Burgwedeler Nachrichten. Bei dem Folienmaterial handele es sich um eine sogenannte Lochfolie, wie sie aus dem Frühkartoffelanbau schon lange bekannt sei und mit Erfolg genutzt werde.
Der Aufwand sei hoch und man erhoffe sich davon, dass sie zu einem möglichst frühen Zeitpunkt schon hohe Spargelerträge ermögliche. „Wir wollen den Druck auf dem Kessel erhöhen, damit wir mit einem frühen Saisonbeginn beginnen und dann kontinuierlich weiterstechen können“, so Heuer weiter. Wenn der Spargel unter der dritten Lage prächtig sprieße, dann bleibe dieser zusätzliche Schutz nur zwei oder drei Erntegänge lang liegen.
Allerdings bleibe dabei das Wetter wie bisher die wichtigste Voraussetzung für diesen Erfolg: „Wir brauchen vor allem Sonne. Dabei kann es ruhig kalt sein, aber tagsüber muss die Sonne voll scheinen“, wünscht sich der Spargelproduzent. „Ich habe in den vergangenen Tagen, als die Sonne vom blauen Himmel schien, die Temperatur unter der Folie gemessen: 42° C . Das ist gut und zeigt, dass wir mit etwas Wetterglück auf einen frühen Saisonbeginn hoffen können“, so Jörg Heuer. So richtig festlegen auf den ersten Fuhrberger Spargel wollte er sich noch nicht: „Es ist durchaus möglich, dass wir zum 1. April die ersten Spargelstangen ernten können. Und dann geht es gleich richtig gut los!“