Drei Wochen Stadtradeln

Radeln für den Klimaschutz (v. l.): Harald Rietz, Axel Düker und Steffen Timmann.
 
Steffen Timmann (r.) vom ADFC wirbt für den Radverkehr: "Radeln ist gut für die Gesundheit und für den Klimaschutz."

844 Burgwedeler „strampelten“ knapp 66 000 Kilometer - Hohe Beteiligungsquote mit 630 Schülern

BURGWEDEL (bgp). Mit einem kleinen Empfang auf der Terrasse des Rathauses präsentierten Bürgermeister Axel Düker und ADFC-Vorstand Dr. Steffen Timmann die Zahlen der Aktion „Stadtradeln“. So fuhren die Burgwedeler innerhalb der dreiwöchigen Kampagne 65.891 Kilometer mit dem Fahrrad. 630 Schüler des Gymnasiums Großburgwedel radelten 12.616 Kilometer, mit denen sie sich den 1. Platz in der Streckenwertung sicherten. Die Schule stellte das mit Abstand größte Team und katapultierte die Burgwedeler Beteiligungsquote mit vier Teilnehmern pro 100 Einwohner im Regionsvergleich an die Spitze. Diese gute Platzierung tröstete ein wenig darüber hinweg, dass in Burgwedel 2018 noch mehr als 77.300 Kilometer geradelt wurden.
Timmann, der gemeinsam mit Stadtmitarbeiter Harald Rietz die Koordination des Stadtradelns übernommen hatte, sinnierte über die Bedeutung der Aktion: „Primär ist das Stadtradeln eine Werbeaktion für das Rad fahren, vor allem, weil es gut für den Klimaschutz ist. Wäre die in Burgwedel geradelte Strecke mit einem Auto gefahren worden, wären zusätzliche neun Tonnen Kohlendioxid in die Luft geblasen worden.“ Der ADFC-Vorsitzende betonte: „In Deutschland werden jedes Jahr mehr Fahrräder als Autos verkauft.“ Rund 70 Millionen Fahrräder und 50 Millionen Autos gebe es im gesamten Bundesgebiet: „Aber es nützt nichts, wenn die Fahrräder im Keller stehen“, so Timmann.
Die Werbung hat in Burgwedel offenbar Früchte getragen, denn die Teilnehmerzahl lag mit 844 über dem Vorjahr (826). Auch Axel Düker fährt täglich die 1,5 Kilometer von zuhause bis zum Rathaus mit dem Fahrrad. „Das geht schneller als mit dem Auto“, sagt er. Die Fahrt mit dem Rad dauere nur wenige Minuten, während er sonst mit dem Auto noch an der Ampelkreuzung warten müsste. Das Auto nehme er nur noch aus zeitlichen Gründen, wenn auswärtige Termine anstünden, so Düker.
Steffen Timmann stellte ein Ranking von 2018 vor, in dem das „Fahrradklima“ in deutschen Kommunen getestet wurde. So hat Burgwedel Platz 78 unter 311 teilnehmenden Städten mit 20 Tausend bis 50 Tausend Einwohnern erreicht. Auf der Notenskala von eins bis fünf liegt die Stadt bei 3,7. Der Mittelwert ist 2016 bundesweit von 3,7 auf 3,9 gesunken, nur 18 Gemeinden hätten bessere Noten als 3,0 bekommen. „Dass andere noch schlechter abschnitten ist kein echter Trost, aber ein deutliches Indiz, dass nicht nur in Burgwedel, sondern allgemein noch viel für den Radverkehr getan werden muss“, so Timmann. Der Organisator wertete die Burgwedeler Teilnahme am Stadtradeln und den Empfang am Rathaus jedoch als Zeichen dafür, dass die Stadt bemüht sei, den Radverkehrsanteil zu erhöhen und dankte für bereits erfolgte Verbesserungen.
Die Stadtradel-Ergebnisse in Burgwedel: 1. Gymnasium Großburgwedel (630 Radler, 12.616 Kilometer, Durchschnitt 20 Kilometer/Radler), 2. ADFC Burgwedel (26, 9.247, 356), 3. Offenes Team Burgwedel (38, 9.092, 239), LCB-Tourenradgruppe (16, 6.252, 391), SV Burgwedel (23, 5.285, 230), 6. Alte Säcke (17, 4.913, 289), 7. Die Wetterfesten (20, 4.495, 225), 8. Rathaus Biker (25, 3.648, 146), 9. NABU Burgwedel (10, 2.318, 232), 10. Schwalbennest (20, 2.233, 112), 11. Pedalritter (2, 1.877, 939), 12. Team Green Burgwedel (6, 1.703, 284),13. Alltagsradler (4, 1.574, 393), 14. Supi Flitzer (3, 501, 167), 15. SC die Coolen (4, 138, 35).