Drei Jahre Projekt Wohnwinkel – eine Bilanz

Druckfrisch präsentierte Margret Brill die neuen Senioren-Broschüren „Selbstbestimmt leben im Alter“, die in einer Auflage von 1000 Exemplaren erscheinen. „Das Ende des Projekts ist nicht das Ende für unserer Arbeit“ sagte sie.  (Foto: Renate Tiffe)
 
Ab 1. Juli tritt sie die Nachfolge von Mechthild Dangendorf  an. Bei der „Wohnwinkel“-Veranstaltung war sie schon dabei: die Sozialpädagogin Elke Coordes. (Foto: Renate Tiffe)

Engagement von Stadt und Ehrenamtlichen beispielgebend

GROSSBURGWEDEL (ti). Im Oktober endet das Projekt Wohnwinkel, das vom Bundesfamilienministerium im Hinblick auf den demographischen Wandel für drei Jahre initiiert wurde. „Selbstbestimmt leben im Alter – Miteinander, füreinander“ war das Motto der Burgwedeler Variante, mit der Handlungsfelder und Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft in der Stadt erarbeitet werden sollten. Auf einer Veranstaltung in der Senioren-Begegnungsstätte wurden jetzt die Ergebnisse vorgestellt. Äußerst positiv bewertet wurde das Engagement aller Beteiligten.
Neben den zahlreichen Ehrenamtlichen, die am Projekt beteiligt waren, und den Vertretungen aus Stadtrat und Ortsräten konnte Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt auch interessierte Vertreter aus den Nachbarkommunen begrüßen. Sein Dank galt allen, die mit großem Engagement für Weichenstellungen in dem Projekt gesorgt haben und vor allem der Leitung der Senioren-Begegnungsstätte. „Ohne Sie wäre nicht viel gelaufen“, meinte er an Margret Brill gewandt.
Tatsächlich war es die gute Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen, die das Burgwedeler Projekt – im Gegensatz zu den beiden anderen in der Region Hannover – so erfolgreich verlaufen ließen. Michael Mehl, der Vertreter der Region, nannte das Engagement der Stadt, zu deren Personal Margret Brill und Mechthild Dangendorf gehören, beispielgebend.
Seit 15 Jahren wird in Burgwedel eine aktive Seniorenarbeit betrieben. „Für uns war das Projekt eine Chance, die soziale Stadtentwicklungsplanung  voranzubringen und die Potentiale der Älteren mit zu nutzen“, sagte Christiane Concilio, die Erste Stadträtin. Es gilt, die Rahmenbedingungen zu optimieren in einer Zeit, in welcher schon innerhalb von drei Jahren der Anteil der über 60-Jährigen in der Bevölkerung weiter gestiegen ist, auf jetzt 29,5 Prozent.
Die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen konnten sich sehen lassen. Vordergründig dürfte  die „Tafel“ am meisten öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Im Arbeitskreis „Kleine Hilfen“ („die Betonung liegt auf klein“) betreuen 30 Helferinnen und Helfer etwa 70 Personen im Alter von 55 bis 80 Jahren. Zwar musste der Arbeitskreis „Mobilität“ feststellen, dass das Angebot des öffentlichen Personen-Nahverkehrs „nicht schlecht“ und bei der Barrierefreiheit noch nicht alles zu erreichen war. Bei der Aufstellung von Bänken, der Versorgung durch einen Lieferservice und den „offenen WCs“ sind jedoch Erfolge zu verzeichnen. Für letztere gibt es einen Flyer mit Stadtplan. Der Arbeitskreis „Wohnen“ ist mit seinem Vorhaben „lebensraum“ soweit vorangekommen, dass ein Grundstück in Aussicht genommen werden konnte. Schwierigkeiten gibt es allerdings mit dem Bebauungsplan. Die Forderung des Arbeitskreises nach einer Änderung der Traufhöhe, die anlässlich der  Veranstaltung erhoben wurde, wies Hoppenstedt postwendend zurück mit dem Hinweis, dass von beiden Seiten Kompromissfähigkeit erwartet werden müsste. – Für den Seniorenbeirat, den die Politik abgelehnt hatte, wurde noch einmal ein Plädoyer gehalten. Und für die Ehrenamtsbörse, deren erster Anlauf etwas enttäuschend war, soll es eine Wiederholung geben.
Enttäuschend verlief auch der Programmpunkt „Zukunftsplanung“ im zweiten Teil der Veranstaltung. Im wesentlichen wurden nur bekannte Positionen aufgegriffen, wie die Forderung nach verbesserten Sportmöglichkeiten für Senioren und der Einrichtung eines Pflegestützpunktes in Burgwedel. Eine Gruppe sollte etabliert werden, die das Erreichte  erhält und weiterführt, eine Art Zukunftsteam.


Text für eingehängtes Bild im Kasten:
Ab 1. Juli tritt sie die Nachfolge von Mechthild Dangendorf  an. Bei der „Wohnwinkel“-Veranstaltung war sie schon dabei: die Sozialpädagogin Elke Coordes. In Aurich geboren, 46 Jahre alt und verheiratet. Nach dem Studium an der Fachhochschule in Emden leistete sie ihr Berufspraktikum in einer Kirchengemeinde in Hannover-Linden ab und war danach sechs Jahre in der Behindertenberatung und –förderung in Peine tätig. Aus privaten Gründen nach Bremen verzogen, wirkte sie dort als Sozialberaterin im Berufsbildungswerk  und zuletzt zehn Jahre lang in gleicher Funktion in einem Unternehmen. Verweisen kann sie auf eine langjährige berufliche Weiterbildung u. a. in der Systemischen Therapie und Beratung und in der Transaktionsanalyse, die sich mit dem menschlichen Miteinander befasst.