Direktmandat für Rainer Fredermann

Der Wettmarer CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann wird auch in der kommenden Legislaturperiode der Regionsversammlung angehören. (Foto: Ulrich Pucknat)
 
Steffen Krach freut sich mit seiner Frau Kim über den Vorsprung im ersten Wahlgang um das Amt des Regionspräsidenten. (Foto: Philipp Schröder)

SPD-Kandidat Krach liegt für das Amt des Regionspräsidenten vorn

Burgwedel/Isernhagen (bs/fh).  Bei der Kommunalwahl am vergangenen Sonntag haben die Bürger nicht nur die politischen Weichen in den Städten und Gemeinden gestellt, sondern auch auf Regionsebene.
Aus dem Wahlbereich 10 mit Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen wurden für die SPD Anja Sander (Langenhagen) direkt und Leyla Hatami (Isernhagen) über die Liste in die Regionsversammlung gewählt. Von der CDU wurde Rainer Fredermann (Burgwedel) mit 5955 persönlichen Stimmen direkt, Helmut Lübeck (Isernhagen) und Claudia Hopfe (Langenhagen) über Liste in die Regionsversammlung gewählt.
Die Grünen im Wahlbereich 10 vertritt Michael Horn (Langenhagen) in der Regionsversammlung und für die FDP ist erneut Christiane Hinze (Isernhagen) gewählt. Für die AfD zieht Rocco Kever (Langenhagen) über Liste ein.
Insgesamt bleibt die SPD stärkste Fraktion in der Regionsversammlung. Mit 29,9 Prozent liegt sie vorne, gefolgt von der CDU mit 26,2 Prozent, den Grünen mit 21,3 Prozent, der FDP mit 6,5 Prozent, der AfD mit 5,1 Prozent und den Linken mit 3,6 Prozent. Vor allem die Grünen haben damit gegenüber der Kommunalwahl 2016 deutlich zugelegt, SPD und CDU haben leicht verloren. Die AfD hat deutlich an Zustimmung eingebüßt.
Das schlägt sich auch in der Sitzverteilung nieder: Die Zahl der Regionsabgeordneten der AfD halbiert sich von acht auf vier, währen die Grünen statt bisher zwölf jetzt 18 Mandate erhalten. Insgesamt teilen sich die 84 Sitze in der Regionsversammlung künftig wie folgt auf: SPD (25), CDU (22), Grüne (18), FDP (5), AfD (4), Linke (3) sowie Tierschutzpartei (1), Die Partei (1), Freie Wähler (1), Piraten (1), Volt (1), Die Basis (1) und Die Hannoveraner (1).
Auch über die Regionspräsidentschaft wird dieses Jahr entschieden. Amtsinhaber Hauke Jagau ist nicht wieder angetreten. Wer sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin wird, steht noch nicht fest. Der SPD-Kandidat Steffen Krach liegt mit 37,1 Prozent vorn, hat aber nicht die absolute Mehrheit erreicht. Deshalb wird es nun am 26. September eine Stichwahl zwischen Krach und der CDU-Kandidatin Christine Karasch geben. Sie hat im ersten Wahlgang 29,6 Prozent der Stimmen erreicht.
Frauke Patzke von Bündnis 90/Die Grünen landete mit 20,8 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz. Mit deutlichem Abstand folgen die Kandidaten Siegfried Reichert von der AfD (5,5 Prozent), Michael Kleen von den Freien Wählern (2,2 Prozent), Katarina Piens von Die Partei (2,0 Prozent), Bruno Adam Wolf von den Piraten (1,5 Prozent) und Andrea Kraus von der Basis (1,3 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 54,7 Prozent von 899.730 Wahlberechtigten.
Der SPD-Kandidat Steffen Krach freut sich über seinen Vorsprung im ersten Wahlgang. „37,1 Prozent sind ein fantastisches Ergebnis. Es zeigt, dass wir mit unseren Ideen für die Region Hannover den Nerv der Zeit treffen. Das 365 Euro Ticket oder unsere ehrgeizigen Klimaschutzziele sind die richtigen Akzente. Gerade beim Klimaschutz muss es von Tag 1 richtig voran gehen. Ich möchte ein Präsident für alle Einwohnerinnen und Einwohner sein. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Ausgangssituation dafür geschaffen haben“, sagt er.
Die CDU-Bewerberin Christine Karasch will ihrerseits nun die Zeit bis zur Stichwahl nutzen, um ihren Konkurrenten noch zu überholen. Dabei setze sie auf die Themen Klimaschutz, Digitalisierung und zukunftsorientierte Mobilität. "Ich werde viel unterwegs sein, um viele Gespräche führen zu können. Dabei geht es mir nicht um Visionen oder abgehobene politische Grundsatzdiskussionen. Mir geht es um das, was vor Ort wichtig ist. Ich habe den Anspruch, eine Regionspräsidentin für alle zu werden. Dazu gehört Ausgleich der unterschiedlichen Interessen. Zum Beispiel hat die Landeshauptstadt einen anderen Anspruch an den ÖPNV als kleine Kommunen am Rande der Region. Oder das Thema Wolf, im Umland ist es ein riesen Thema, während man in Hannover darüber nicht redet. Hier liegt meine Stärke. Ich kenne die Vielfalt der Region und die unterschiedlichen Sorgen und Nöte", sagt sie.
Dass Frauke Patze gut 20 Prozent der Wählerstimmen für sich verbuchen kann, ist den Wahlbezirken in Hannover geschuldet. In der Landeshauptstadt erzielte sie 28,9 Prozent, in den Umlandkommunen wie Lehrte 15,23 Prozent (Sehnde 13,55 Prozent, Burgdorf 17,25 Prozent, Uetze 12,57 Prozent, Burgwedel 13,59 Prozent, Isernhagen 15,80 Prozent) . Sie sagt nach der Wahl: „Ich bin dankbar für das Vertrauen der Wähler. Dass ich im Umland nicht überzeugen konnte, ist schade, aber sicherlich auch der Größe der Region geschuldet. Man kann nicht überall sein.“