„Die zertanzten Schuhe“ begeisterten Burgwedels Grundschüler

Der König stolpert am Morgen wieder über die zertanzten Schuhe vor dem Zimmer seiner Töchter. Nun überlegt er, wie er den beiden Früchtchen auf die Schliche kommen kann. Der Hofschuhmachermeister sieht zu und die beiden Prinzessinnen lachen sich ins Fäustchen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Der Hofschuhmacher will sich um die Lösung des Rätsels bewerben. Die Kräuterfrau gibt ihm die beiden wichtigen Tipps, damit ihm das auch gelingt. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Applaus auf offener Szene beim Weihnachtsmärchen

GROSSBURGWEDEL (hhs). Alle Jahre wieder sorgt die Stadt Burgwedel in der Vorweihnachtszeit für ein sogenanntes Weihnachtsmärchen in der Aula des Gymnasiums. In diesem Jahr hatte Elke Schmitzdorff-Listing, die für diese Aufgabe in der Stadtverwaltung zuständig ist, wieder das Theater für Niedersachsen engagiert.
Am Dienstagmorgen öffnete sich der Vorhang und die Schauspielerinnen und Schauspieler brachten das Stück „Die zertanzten Schuhe“ auf die Bühne, ein Theaterstück nach dem bekannten Märchen der Brüder Grimm in einer kindgerechten Bearbeitung von Katharina Mosa.
Die Schülerinnen und Schüler aus Burgwedels Grundschulen waren alle rechtzeitig im Gymnasium angekommen, nur die Wettmarer fehlten. „RegioBus hat es offenbar nicht hinbekommen, einen zweiten Bus zu organisieren, der die Kinder aus Wettmar abholt“, ärgerte sich eine Lehrkraft von der Sonnenblumenschule Thönse. Man beschloss, eine knappe Viertelstunde auf die Kinder aus Wettmar zu warten. „Länger geht nicht, weil wir am frühen Nachmittag schon wieder die nächste Aufführung spielen müssen“, erläuterte Gero Vierhuff, verantwortlich für die Inszenierung. Schließlich begann man ohne die Wettmarer. Wenige Minuten später trafen die Kinder ein und schlichen sich mucksmäuschenstill auf die hinteren Stuhlreihen.
Autorin Katharina Mosa hat bei ihrer Bearbeitung des Märchens das Kunststück geschafft, aus der ernsten Vorlage der Gebrüder Grimm ein wirklich lustiges Theaterstück für Kinder zu gestalten. Die Gebrüder Grimm ließen zwölf Königstöchter jede Nacht Löcher in ihre Schuhe tanzen, womit diese unbrauchbar wurden und den König in den Ruin trieben. Katharina Mosa kommt mit zwei Töchtern aus und es ist ihr gelungen, das Märchen mit sechs Rollen perfekt auf die Bühne zu bringen.
Dieter Wahlbuhl, der den König spielte, erwies sich als eine Mischung vom tölpelhaften Heinz Erhard als Vater und kühlem Rechner als König. Seiner Meinung nach wäre es besser, wenn beide Töchter an einem Tag Geburtstag hätten, dann könnte man viel Geld bei den Feiern sparen. Die Kinder lachten herzhaft, die Erwachsenen auch.
Die zwei Töchter, die jede Nacht unterwegs sind und immer mit zertanzten Schuhen ins Schloss zurück kommen, Naja Marie Domsel als Isabella und Judith Goldberg als Helena setzen ihre Rollen grundsolide um. Die Kinder nahmen den beiden ihre Passion für den nächtlichen Tanz ab und sie amüsierten sich köstlich, wenn die beiden aus ihrem verschlossenem Zimmer ausbüchsten und am nächsten Morgen trotz zertanzter Schuhe die Unschuldslämmer gaben.
Und schließlich der königliche Hofschuhmachermeister, gespielt von Manuel Moretti. Er glänzt in seiner Rolle mit Arbeitsbereichen von königlichem Kammerdiener, Hofschreiber und Berater. Er möchte das Geheimnis der beiden Prinzessinnen ergründen und natürlich eine, wie vom König versprochen, dann zur Frau nehmen dürfen. Es ist ganz klar, dass die Lösung des Geheimnisses nur mit Hilfe übernatürlicher Kräfte gelingen kann, und diese erhält der Hofschuhmacher von Hermine, der Kräuterfrau, gespielt von Tanja Kleine, die diese Rolle als sympathische Hexe umsetzt, die ihr Herz auf dem rechten Fleck hat.
Schließlich fehlt noch ein echter Prinz, der sich um die Lösung des Rätsels und damit um eine Prinzessin bewirbt. Julian Horeyseck mimt den Prinzen namens „Alexander der Große“. Er scheitert gnadenlos an seiner eigenen Eitelkeit und Dummheit, was die Kinder sehr wohl verstanden und zu Begeisterungsstürmen hinriss. Am Ende gab es tosenden Beifall von den Kindern für dieses wirklich tolle Weihnachtsmärchen.