Die Thönser Kapelle ist 50 Jahre alt

Die Thönser Kapelle feiert 50-jähriges Bestehen. (Foto: Wilfried Karneboge)
 
Pastor Wilfried Karneboge und die Thönser Kirchenvorsteherin Christel Timm gaben Erläuterungen zur Kapelle.  (Foto: Renate Tiffe)

Stadt und Kirchengemeinde laden ein zur Jubiläumsfeier am 18. September

THÖNSE (ti). Noch sind die Handwerker mit Renovierungsarbeiten beschäftigt. Am 18. September wird sich die Kapelle in Thönse dann im besten Licht zeigen. An diesem Tag feiern die Stadt Burgwedel und die Kirchengemeinde St. Marcus Wettmar im Kirchspiel Wettmar-Engensen-Thönse gemeinsam das 50-jährige Jubiläum des schmucken kleinen Gotteshauses mit dem aufragenden Glockenturm und der goldenen Turmuhr im Herzen der Ortschaft.
Denn das ist eine der Besonderheiten des kirchlichen Bauwerks: als vor über 50 Jahren beschlossen wurde, eine neue Kapelle in der Ortsmitte zu bauen, übernahm die politische Gemeinde – damals das noch eigenständige Dorf Thönse mit insgesamt 750 Einwohnern – die Kosten für die Erstellung des Gebäudes. Für Altar, Orgel, Glocken und die Turmuhr hatte die Kirche zu sorgen. Als einen „festlichen Bekenntnistag“ beschrieb der Chronist die Einweihung der Kapelle am Ewigkeitssonntag, dem 20. November 1960.
Auf dem öffentlichen Grundstück an der Durchgangsstraße gehörte der Kirche lediglich die Fläche, auf der in der Vergangenheit schon einmal eine Kapelle gestanden hatte. Nicht einmal der Zugang zur Straße war kirchliches Eigentum. Gefragt, ob sie eine Friedhofskapelle oder eine Art Kirche mitten im Ort haben wollten, sprachen sich die Thönser für den jetzigen Standort aus. Daraus ergab sich eine weitere Besonderheit: bei Beerdigungen  zieht die Trauergemeinde quer durch den Ort zum Friedhof – was etwa eine Viertelstunde Zeit beansprucht. Manchen passt das heute nicht mehr. Die auffallende Zunahme von Feuerbestattungen drängt allerdings den Gedanken an die geforderte eigene Friedhofskapelle in den Hintergrund.
Dem äußeren Bild, das ebenso schlicht wie harmonisch wirkt entspricht auch das Innere der Kapelle. Vorherrschend ist der warme Holzton von Brasilianischer Kiefer und Limba, einem Holz, das kaum noch Verwendung findet. Das Gestühl,  die Kanzel, der Ständer für die Taufschale und die Orgelansicht sind daraus gefertigt. Den Altar wird künftig eine neue Decke schmücken, den eine Thönserin in Hardangerstickerei gearbeitet hat.  100 Besucher haben in der Kapelle Platz – ausreichend für kirchliche Anlässe wie Trauungen, Taufen und Beerdigungen, aber nicht mehr für den Haupt-Weihnachtsgottesdienst, der neuerdings auf Höfen in der Nähe gefeiert wird.
Einmal im Monat, jeweils am Samstagabend um 18.00 Uhr, findet ein Gottesdienst in Thönse statt. Für nicht wenige Kirchenmitglieder ist jedoch auch der sonntägliche Kirchgang nach St. Marcus in Wettmar wichtig. Unterdessen bemüht sich die Kirchengemeinde, die Kapelle für Veranstaltungen verschiedener Art zu öffnen. Erfolgreich waren die Ausstellungen im Rahmen von „Kunst in Bewegung“ , gut besucht auch das Konzert und der Märchenabend im vorigen Jahr. Für den 5. November ist ein Filmabend angekündigt.
Die Andacht am 18. September wird unter der Leitung von Ute Möller und Rolf Lührs musikalisch umrahmt. Ein Vortrag von Pastor Karl Heinz Friebe setzt sich mit dem Thema „Die Kirche im ländlichen Raum“ auseinander. Anschließend wird zu einem Empfang im Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Alle Thönser sind herzlich in ihre Kapelle und zum Empfang eingeladen, betont Pastor Wilfried Karneboge.