Die RWG Osthannover hatte im Geschäftsjahr 2010/11 einen guten Lauf

Ullrich Kemmer (re.) und Werner Hübner (3. v. re.) mit den wiedergewählten Amtsträgern in der RWG Osthannover: Hans-Helmut Hoppenworth, Andreas Thieleking, Edgar Kolze, Karsten Bosse, Friedrich Amme und Hans-Hermann Fischer (v. re.). Es fehlt Carl Michael Schaper. (Foto: Georg Bosse)
 
Werner Hübner gratulierte Ullrich Kemmer zur Verleihung der Ehrennadel in „Silber“ des Deutschen Genossenschaftsverbandes. (Foto: Georg Bosse)

Bestes Betriebsergebnis der Unternehmensgeschichte mit erneuter Gewinnausschüttung

UETZE/ALTKREIS (gb). Obwohl offenkundig niemand so recht weiß, wie mit der europaperipheren Staatsschulden- und Eurokrise umzugehen ist, kam am vergangenen Mittwoch der geschäftsführende Vorstand der Raiffeisen-Warengenossenschaft Osthannover (RWG), Wolfgang Wrede (Uetze), auf der Ordentlichen Generalversammlung in Uetze zu der Feststellung: „Die Landwirtschaft hat die Wirtschaftskrise 2008/2009 hinter sich gelassen und die wirtschaftliche Lage der Unternehmen hat sich wieder verbessert und wir hatten einen Lauf.“
Diese Einschätzung wurde für die 911genossenschaftlichen Mitglieder der RWG Osthannover im Vorstandsbericht mit erfreulichen Zahlen belegt. So sei der RWG-Umsatz im Geschäftsjahr 2010/2011 deutlich um 20,8 Millionen Euro (+ 27,5 Prozent) auf 96,6 Millionen Euro gestiegen. Die ausgegliederten Tochtergesellschaften „GROKA Groß-Kartoffelvertrieb Dollbergen“, „ Uetzer Zwiebel Vertriebsgesellschaft“, die „OLEWO“ und die „H. Grove GmbH“ sowie die „Raiffeisen-Lagerhaus Peine „ erwirtschafteten gemeinsam einen Umsatz in Höhe von 48,9 Millionen Euro (+ 36,7 Prozent), so dass alles in allem 145,5 Millionen Euro bilanziert werden konnten.
In Abweichung des Warenumschlags in der Sparte „Raiffeisen-Märkte“, der mit 4,3 Millionen Euro auf Vorjahresniveau blieb, verzeichnete die Landtechnik einen handfesten Volumenzuwachs um 65,6 Prozent auf 10,0 Millionen Euro. Dabei führt die zunehmende Anzahl von Biogasanlagen zu einem höheren Maschineneinsatz. „Bisher hatte der der Bau landwirtschaftlicher Biogasanlagen keine nachteiligen Auswirkungen auf unser Unternehmen. Mit Sorge betrachten wir allerdings die Anlagen gewerblicher Investoren. Der „Run“ auf die Flächen wird noch einmal deutlich an Schwung gewinnen, denn die neuen Anlagen müssen mit Rohstoffen versorgt werden - koste es, was es wolle. Die Frage der Wirtschaftlichkeit stellt sich dabei erst in zweiter Linie“, so der Sprecher der Geschäftsführung, Cord Bösch (Schillerslage). .
Bei den immateriellen Vermögensgegenständen und den Sachanlagen wurden insgesamt 1,9 Millionen Euro investiert. Diese betrafen insbesondere die Erweiterung des Raiffeisen-Marktes Burgwedel, den Erwerb des Landtechnik-Areals in Altenhagen (Celle) sowie Ersatzinvestitionen in den Fuhrpark und in den Bereich der technischen Anlagen und Maschinen. „Zusammen mit unseren Verbundunternehmen konnten wir in der Region unsere Stellung am Markt behaupten und vorzugsweise im Agrarbereich - dem Kerngeschäft der leistungsfähigen und soliden RWG - ausbauen“, unterstrich Cord Bösch selbstbewusst.
Verwaltungsleiter Frank Dietrich trug den RWG-Jahresabschluss vor, der erstmals nach dem neuen Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) aufgestellt worden war: „Nach der satzungskonformen Vorwegeinstellung in die Rücklagen verbleibt ein Bilanzgewinn von rund 250.000 Euro. Daraus soll eine Dividende in Höhe von drei Prozent auf das Geschäftsguthaben (88.000 Euro) ausgeschüttet werden.“ Zusammen mit der Warenrückvergütung aus getätigtem Bezugsumsatz und aus der Anlieferung bei der RWG, sollen den Landwirten etwa 360.000 Euro zufließen. „Damit zahlt die RWG Osthannover zum fünften Mal in Folge Warenrückvergütungen und Dividende aus,“ betonte Dietrich. Anschließend erteilten die 163 anwesenden, stimmberechtigten Landwirte der vorgesehenen Verwendung des Jahresüberschusses 2010/2011 ihr einstimmiges Einverständnis.
Ebenso einmütig verliefen hiernach die Entlastung sowie die Wahlen zum Vorstand und Aufsichtsrat. Ohne Gegenstimmen wurden die Vorstände Hans-Helmut Hoppenworth (Essinghausen) und Edgar Kolze (Kleinburgwedel) sowie die Aufsichtsratsmitglieder Friedrich Amme (Eltze), Karsten Bosse (Hohenhameln), Hans-Hermann Fischer (Röhrse), Carl Michael Schaper (Ilsede) und Andreas Thieleking (Heeßel) in ihren Ämtern bestätigt.
Bevor RWG-Vorstandsvorsitzender Werner Hübner (Obershagen) seinen abschließenden Bericht vorbrachte, wurde das 25-jährige ehrenamtliche Wirken von Aufsichtsratschef Ullrich Kemmer (Edemissen) mit der Verleihung der Ehrennadel in „Silber“ des Deutschen Genossenschaftsverbandes gebührend gewürdigt.
Mit großer Zufriedenheit blickte Werner Hübner auf das vergangene Geschäftsjahr zurück, dass dem Unternehmen das beste Betriebsergebnis in der Geschichte der Genossenschaft beschert hat. „Die RWG Osthannover zählt zu den vier großen Arbeitgebern in der Gemeinde Uetze mit über 200 Beschäftigten. Von dem Gesamtgewerbesteueraufkommen in Höhe von 703.730 Euro entfallen 473.471 Euro auf die Gemeinde Uetze. Die restlichen 230.259 Euro verteilen sich auf die Städte Burgdorf, Hannover, Peine, Lehrte und Sehnde sowie auf die Gemeinden Edemissen, Hohenhameln und Wathlingen. „Einer fortschrittlichen Landwirtschaft gehört die Zukunft. Deshalb investieren wir zirka 3,5 Millionen Euro in neue Aufbereitungs- und Verpackungstechnik bei der GROKA in Dollbergen sowie in die Landtechnik in Uetze und Burgdorf“, machte Hübner deutlich. Nach fünfjähriger Verhandlung mit der Stadt Burgdorf sei nun Bewegung bezüglich des vier Hektar großen Gesamtgeländes mit Raiffeisenmarkt in der Mitte Burgdorfs gekommen. Die RWG möchte dort gerne einen großen modernen Raiffeisenmarkt errichten. Man sei der Ansicht, dass alle beteiligten Parteien eine umsetzbare Lösung anstreben, so der Vorstandsvorsitzende. „Aber Stadtentwicklung ist nicht unsere Aufgabe“, stellte Cord Bösch klar. Das veranlasste Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann zu der Anmerkung: „Ein bisschen Gemeinschaftssinn kann nicht schaden.“