Die qualitativen Anforderungen an die Erzieherinnen sind gestiegen

Mit einer Feierstunde werden die Erzieherinnen, die nun als Paxisanleiterinnen ausgebildet sind, verabschiedet. (Foto: Renate Tiffe)

Pestalozzi-Stiftung bietet neue Fortbildungsmaßnahme für Erzieherinnen an

GROSSBURGWEDEL (ti). Zehn frisch ausgebildete Praxisanleiterinnen und ein Praxisanleiter konnten unlängst das Erzieherinnen-Seminar der Pestalozzistiftung in Großburgwedel mit einem Zertifikat in der Hand verlassen. Es weist aus, dass sie nach einer neuartigen Fortbildungsmaßnahme befähigt sind, Erzieherinnen in der Ausbildung weiter zu qualifizieren. Es war bereits der zweite Kurs, nachdem im Frühjahr 19 Absolventen das Zertifikat erhalten hatten.
Der Mangel an Erzieherinnen und Erziehern in den Kindertagesstätten ist groß. Das Jahr 2013 mit dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz wirft seine Schatten voraus. Aber auch die steigenden Anforderungen in der frühkindlichen Erziehung erfordern viel mehr gut ausgebildete Kräfte. Allein in Niedersachsen fehlen etwa 5000 Erzieherinnen – eine Herausforderung für die Träger von Kindertagesstätten, aber auch für alle Ausbildungsstätten.
In der Pestalozzistiftung werden seit längerem jährlich 50 Sozialassistenten mit einer Schulzeit von zwei Jahren ausgebildet. Anschließend daran ist nach weiteren zwei Jahren der Abschluss als Erzieherin zu erlangen. Ab Sommer 2011 ist darüber hinaus eine dreijährige berufsbegleitende Erzieherinnenausbildung geplant.
Mit der Ausbildung zur Praxisanleitung hat die evangelische Einrichtung in Burgwedel jetzt zusätzlich einen neuen Weg beschritten, um Erzieherinnen während ihrer praktischen Ausbildung in den Kindertagesstätten mit dem notwendigen Rüstzeug zu versehen. Zugrunde liegt eine neue Verordnung des Landes für berufsbildende Schulen. Danach soll nicht die Kita als Praktikumstelle anerkannt werden, sondern ausschließlich Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter mit besagter Zusatzqualifikation dürfen die Erzieherinnen in spe im Praktikum anleiten.
Zunächst waren es Kräfte aus den 17 Kitas des Kirchenkreises Burgdorf-Langenhagen, die an der dreitägigen Fortbildung teilnahmen. Vier Dozentinnen des Erzieherinnenseminars vermittelten ihnen Kenntnisse über das Rollensverständnis in der Erziehung, gaben konkrete Anleitungen im Umgang mit Konflikten und Problemen und zeigten auf, wie Reflexionsgespräche zu führen und Beurteilungen abzugeben sind.
Wie die Leiterin des Erzieherinnenseminars, Anette Vollmann-Schneider, mitteilte, soll das pädagogische Angebot später an alle etwa 300 Kitas in der nördlichen Region (sie reicht bis in das Gebiet von Soltau) gerichtet werden.
Für die Kitas im Kirchenkreis wurde bereits zugesagt, dass den ausgebildeten Kräften pro Woche eine Stunde für die Praxisanleitung zur Verfügung gestellt wird.
Bei der feierlichen Verabschiedung des Kurses waren neben den Dozentinnen auch der Vorstand der Pestalozzistiftung, Claus Fitschen, und der Leiter des Kirchenkreisamtes Burgdorfer-Land, Uwe Neumann, anwesend. Locker in einem Sitzkreis versammelt, vernahmen die Absolventen noch einmal, worum es bei ihrer Aufgabe letzten Endes geht. „Kinder sind Schätze“, erinnerte die Koordinatorin in einem nachdenklich stimmenden Text. Und Pastor Fitschen wünschte den Absolventen, die nun beruflich mit einer neuen Aufgabe betraut wurden, dass Gottes Segen sie begleite und dass sie damit „in ihrem Element“ sein mögen.