„Die Politik muss handeln“

Pferdezüchter Helmut Bäßmann aus der Wedemark (links) erläutert Martin Bäumer (Mitte) und Rainer Fredermann (rechts), die Sorgen um seine Jungpferde.

Zunehmende Wolfsrisse beunruhigen Weidetierhalter

Fuhrberg (bs). Zu einem Meinungsaustausch über die zunehmenden Wolfsrisse in der Region trafen sich in der vergangenen Woche Weidetierhalter aus Burgwedel und der Wedemark mit Martin Bäumer, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion und Sprecher für Umwelt, Energie und Klimaschutz, auf dem Spargel- und Beerenhof Heuer in Fuhrberg.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Rainer Fredermann, CDU-Landtagsabgeordneter und Stadtverbandsvorsitzender. „Inzwischen beherrsche dasThema Wolf fast jede 2. Plenarsitzung. Ich würde gern erfahren, welche Sorgen und Wünsche Sie mit Blick auf ihre Tierhaltung haben “, eröffnete Martin Bäumer die Gesprächsrunde.
„Ich bin überhaupt nicht gegen den Wolf“, betonte Heike Feldmann, vom Hof Feldmann in Thönse. Neben den rund 100 Pferden gehören auch rund 100 Kühe zum Hof, die relativ dicht am Ort auf den Weiden stehen. Zwei Kälber seien in der Vergangenheit verschwunden, da mache man sich schon seine Gedanken, so Heike Feldmann.
Überall große Wolfsschutzzäune zu errichten, sei in ihren Augen keine Lösung, dann könne auch das Wild nicht mehr ungehindert wechseln. Viele Reiter hätten inzwischen auch ein ungutes Gefühl beim Reiten durch die Natur: „Was macht mein Pferd, wenn wir auf einen oder gar mehrere Wölfe treffen“?
„Der Wolf ist ein ganz wunderbares Tier“, schickte Walter Heuer, ehemaliger langjähriger Leiter des Hegerings Burgwedel, seinen Ausführungen vorweg, „doch ich bin fassungslos, wenn ich höre, dass in Niedersachsen bis zu 500 Wölfe zugelassen werden sollen“. Das sei die gleiche Anzahl wie in ganz Frankreich …
Viele Bürger, insbesondere aus den Städten, wüssten leider nur wenig über unsere Kulturlandschaft, führte Marcus Polaschegg, Leiter der Fachgruppe Ländliche Entwicklung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, aus. „Weidetierhaltung ist unabdingbar“, betont Polaschegg, „verschwinden die Schafe vom Deich, gibt es keinen Hochwasserschutz und ohne Schafe wird es auch keine Lüneburger Heide mehr geben“.
Letztlich waren sich die CDU-Politiker und Weidetierhalter einig: Wolf ja, aber in begrenzter Anzahl. Hier müsse die Politik jetzt handeln.