Die Ortschaft Kleinburgwedel stellte sich mit der Marktmeile vor

Auf dem Hof Rosenhagen ging es um Schmiedekunst , und die Besucher staunten nicht schlecht über das Können Heiko Rosenhagens. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 

Fortsetzung von Seite 1/Gelungenes, anspruchsvolles Programm

KLEINBURGWEDEL (hhs). Alles lief wie am Schnürchen an diesem Tag: Schon knapp vor 11.00 Uhr drehte der Hubschrauber seine ersten Runden über dem Ort und das Interesse an den Rundflügen wollte den Tag über nicht abbrechen. Mit diesem Angebot, für das der TSV Kleinburgwedel gesorgt hatte, lag er vollkommen richtig. Grundgedanke der Marktmeile war, die Ortschaft solle sich in allen Einzelheiten vorstellen und jungen und älteren Besuchern ein ausgewogenes Unterhaltungsprogramm bieten, und das gelang.
Zentraler Anlaufpunkt war der Dorfplatz vor der Feuerwehr. Hier pulsierte die Unterhaltung, zum einen durch die Ortswehr selbst, die mit beeindruckenden Vorführungen auf die Risiken im Haushalt hinwies. Als eine Frau die Fettexplosion zum ersten Mal in ihrem Leben gesehen hatte, flüsterte sie, etwas bleich im Gesicht: „Da muss man froh sein, wenn man nicht all zu schwer verletzt wird. Eine neue Küche braucht man in jedem Fall“. Von schräg gegenüber hallte die Musik bis auf den Platz von der Bühne. Opening Act waren „Jazz oder nie“, drei ältere Herren, die noch richtig guten, handgemachten Jazz zauberten. Später folgte ihnen „Loop the Band“. Weiter in Richtung Radenstraße hatten die Landwirte eine Schau alter Landmaschinen aufgebaut, ein Abbild der rasanten Motorisierung dieses Bereichs in den vergangenen 70 Jahren. Hier gab es auch eine Kleinburgwedeler Spezialität: Die Rhönradsparte des TSV präsentierte sich. Der Verein bietet die einzige Gelegenheit im weiteren Umkreis, wo Interessenten dieses besondere Sportangebot ausüben können.
Ein weiterer stark besuchter Anlaufpunkt waren die Aktionen um Haus der Kirche, Kindergarten und Grundschule: Hier gab der Projektzirkus nur ausverkaufte Vorstellungen, Gleich nebenan am Haus der Kirche konnten sich die Kinder einen Traum erfüllen und sich ihre Kleinburgwedeler Kirche als Modell bauen, und es gab auch Vorführungen unter dem Titel „Schule damals und heute“.
Schließlich die Höfe Kleinburgwedels, wo alles zu finden war rund um moderne Landwirtschaft: Hier gab es Fahrzeug- und Maschinenschauen, da konnte man Rinder- und Milchviehhaltung unter die Lupe nehmen und einen richtigen Bullen bestaunen und sein Gewicht schätzen: Stolze 1188 Kilo . Auf dem Hof Rosenhagen präsentierte die gesamte Familie in mittelalterlichen Kostümen die Schmiedekunst. Man konnte das selbst ausprobieren oder sich von Heiko Rosenhagen einen Anhänger mit Monogramm fertigen lassen.
Auf dem Hof Speckmann zeigte der Spielmannszug sein Können und der Schützenverein stellte sich vor. Zu einem Veranstaltungszentrum hatte Familie Leisenberg ihren Hof umfunktioniert: Hier präsentierte sich die Jägerschaft mit Bläsergruppen und Infomobil, es gab „lecker Essen“, mehrere Wildschweine am Spieß gebraten, kühle Getränke, Informationen des Forstverbandes, handgemachte Seifen und schließlich Musik von den Celler Knappen und später vom Feuerwehrmusikzug. Im weiteren Verlauf stellten sich alternative Energien und einige Betriebe von Kleinburgwedelern vor. Das Seniorenheim Lindenriek feierte Sommerfest, das mit Riesenrutsche und Hau' den Lukas teilweise einem Kinderfest glich. Hier zeigten auch die historischen Tänzer zur Freude des Publikums ihr Können.
Dann schließlich der Hingucker an diesem Tag schlechthin: Die historische Löschübung der Ortswehren. Weit mehr als 1.000 Besucher füllten den Raum um den Hof Bahnhofstraße 5, als die Sirene heulte. Und dann kamen sie alle in ihren historischen Uniformen: Die Kleinburgwedeler zogen ihre Handpumpe, Thönse glänzte mit einem Gespann, Großburgwedel und Engensen hatten einen Treckeroldie davor gespannt, ebenfalls Fuhrberg, wegen des langen Weges. Am Ende dieser Übung trafen sich alle einmütig am nächsten Tresen.
Der Abschluss der Marktmeile sollte am Haus der Kirche stattfinden. Das gelang nur im Ansatz, denn um kurz nach 19.00 Uhr kam ein Wolkenbruch hernieder, wie es der Ortsbürgermeister am frühen Nachmittag vorausgesagt hatte. Aber eigentlich benötigt man kein vorläufiges Fazit: Kleinburgwedeler, Ihr habt das wirklich prima gemacht“.