Die Christophorus-Kirche hat einen neuen Altar

Viele der Besucher drängte es, den Altar aus Eichenholz aus der Nähe zu bewundern, ihn zu berühren, wozu ausdrücklich eingeladen worden war. (Foto: Renate Tiffe)
 
Nur das handgewebte Antependium ziert als Beiwerk den Altar. (Foto: Renate Tiffe)

Feierliche Einweihung im Gottesdienst zum neuen Kirchenjahr

ALTWARMBÜCHEN (ti). Mit einem mächtigem „Hosianna“, dem Jubelruf der christlichen Liturgie, in das Orgel, Posaunenchor und Flötenkreis einstimmten, endete der Gottesdienst zu Beginn des neuen Kirchenjahres. Die große Christophorus-Kirchengemeinde in Altwarmbüchen hatte ihren neuen Altar feierlich eingeweiht.
Schritt für Schritt hatten Pastorin Birgit Birth und Mitglieder des Kirchenvorstandes den großartigen Abendmahlstisch, als welcher der Altar in der evangelischen Kirche gilt, in Gebrauch genommen. Jeweils durch Geschichten aus der Bibel begleitet, wurden das Abendmahlsgeschirr, Kelch und Schale, die Fürbittleuchter und das Gebetbuch aufgelegt und aufgestellt. Der Bildhauer Wladimir Rudolf, der den Altar geschaffen hat, bekam Gelegenheit, sein Werk zu erläutern, das „kein einfaches Holzstück“ ist, wie die Pastorin meinte. Das Holz spreche zu ihm, hatte Rudolf einmal gesagt in dem gemeinsamen Prozess mit dem Kirchenvorstand, in dem die Arbeit entstanden ist. Das romanische Triumphkreuz, das die noch junge Kirchengemeinde bei ihrer Entstehung in den frühen 1970er Jahren sozusagen als Mitgift von der Mutterkirche in Kirchhorst erhalten hatte, war ein wesentlicher Bezugspunkt. Das Neue sollte mit dem Alten verbunden werden. Licht sollte der neue Altar sein, damit das Spiel von Licht und Schatten aus dem hinter dem Altarraum liegenden Paradiesgarten durch die Fensterfront hindurch wirken kann. Und die Oberfläche ist strukturiert: „nichts in der Natur ist glatt“.
Die Predigt schloss sich an, die vom „Licht der Welt“ handelte. In kleinster Form, in einer Walnussschale, wurde es den Gottesdienstbesuchern mit auf den Weg gegeben. Sie waren an diesem Sonntag so zahlreich erschienen, dass das Gotteshaus mehr als gefüllt war. Zu ihnen zählte auch Superintendent Martin Bergau und der Bürgermeister der politischen Gemeinde Arpad Bogya. Beim Empfang nach dem Gottesdienst, konnte auf das neue Kirchenjahr angestoßen werden.
Viele der Besucher drängte es aber, den Altar aus Eichenholz aus der Nähe zu bewundern, ihn zu berühren, wozu ausdrücklich eingeladen worden war. Durch die sich öffnende Trapezform werde die Gemeinde mit an den Tisch genommen, erklärte die Pastorin. Während des Gottesdienstes wird sie, anders als üblich, hinter dem Altar agieren. Ein Altartuch wird nicht mehr gebraucht auf dem geölten Holz. Nur das handgewebte Antependium ziert als Beiwerk den Altar.
Seine Erneuerung ist möglich geworden durch die großzügige Christophorus-Gabe der Kirchengemeinde. Etwas mehr als 10.000 Euro waren gespendet worden, von denen 6000 Euro als Kosten für den Altar verwandt wurden. Das nächste Projekt für die Spenden 2011 ist schon in Aussicht genommen. Wladimir Rudolf, der Bildhauer aus Munster, der sich auf sakrale Kunst spezialisiert hat, wird auch das neue Lesepult gestalten. Es ist nun als einziges noch in alter Form vorhanden, die eher provisorisch zu nennen war. Von Rudolf stammen auch die eindrucksvollen Krippenfiguren, die im vergangenen Jahr zu Advent Einzug in die Kirche hielten.