Die Bücherei Thönse feierte ihr 50-jähriges Bestehen

Bürgermeister Axel Düker würdigte „die etablierte und gut besuchte Einrichtung“. (Foto: Renate Tiffe)

Viele Legenden um den Gründer, den Pädagogen Wolfgang Choitz

THÖNSE (ti). Sie ist eine Art Thönser Institution, die Bücherei mitten im Dorf. Mit einem Bestand von 11.000 Titeln und ca. 9.000 Ausleihen im Jahr 2014 hat sie eine beachtliche Bilanz vorzuweisen.
Etwa 250 aktive Leserinnen und Lesern zählen zu ihrem Stamm. Und sie kann auf eine relativ lange Tradition in dem 1.700– Einwohner-Dorf verweisen. In diesen Tagen feierte die Thönser Bücherei ihr 50-jähriges Bestehen.
Büchereileiterin Irmtraut Tristram und ihre vier Helferinnen konnten viele Gäste begrüßen, darunter Bürgermeister Axel Düker und den Thönser Ortsbürgermeister Heinz-Theo Rockahr, Mitglieder des Rates und des Ortsrates. Auch der Gründer Wolfgang Choitz und seine Frau waren anwesend.
Düker würdigte „die etablierte und gut besuchte Einrichtung“. Sie werde bleiben, sagte er voraus, auch in Verbindung mit der Schule, mit der sie ihren Anfang nahm. Mit 6.000 Euro für Bucheinkäufe unterstützt die Stadt die ehrenamtliche Arbeit.
Begonnen hatte es mit 134 Buchtiteln, mit denen der damalige Schulleiter Wolfgang Choitz seine Schülerinnen und Schüler, sozusagen in einer Abstellkammer der alten Schule die Welt des Lesens entdecken ließ.
Der Ortsbürgermeister ruft noch in Erinnerung, wie Choitz mit einem Handwagen durch das Dorf zog, um weitere Leser anzusprechen - später war es dann ein Fahrradanhänger. Und Anja Veth, langjährige Helferin, erzählt, wie die Schüler mit Bücherzetteln für die neuerworbenen Titel interessiert wurden.
Als die neue Schule gebaut wurde, gelang es Choitz, im bisherigen Schulgebäude neben der Gemeindeverwaltung, später dann der Sparkasse, einen Raum für die Bücherei freizuhalten. 38 Jahre lang, über seine Pensionierung hinaus war er deren Leiter und warb mit der „rollenden Bücherei“ weiter um Leser, überzeugt von der Devise: Lernen durch Lesen.
Inzwischen nimmt die Bücherei fast das gesamte frühere Schulgebäude ein. Nach Choitz übernahm Janna Heide die Leitung und seit 2009 liegt die Fortführung in den Händen von Irmtraut Tristram. Im Haus fortzuwirken scheint der Geist des Gründers. Ein persönlicher Bezug zu ihrer Aufgabe ist Anja Veth anzumerken wie auch den anderen Mitarbeiterinnen. Voller Stolz führt die Großburgwedelerin, die in Thönse aufwuchs, durch die Räume.
Ein Extra-Zimmer ist für die Kinder-und Jugendliteratur eingerichtet – mit einer ganzen Wand voll Fantasy-Büchern, einem Genre, bei dem übernatürliche, märchenhafte und magische Elemente im Vordergrund stehen, oft mit Motiven alter Mythen, Volksmärchen und Sagen. „Sie sind bei uns der Renner“, sagt Irmtraut Tristram.