Die Anleinpflicht für Hunde gilt ab dem 1. April

So fotografiert am Ortsrand Großburgwedel am Samstag morgen: Zwei Hunde ohne Leine frei laufend. Der Spaß für den geliebten Vierbeiner kann Frauchen 5.000 Euro kosten. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Insbesondere Kindern sollte man erklären, dass sich ein allein gelassener Junghase nicht in Not befindet und sie ihn nicht anfassen und schon gar nicht mit nach Hause nehmen dürfen. (Foto: Joachim Neumann/NABU)

Brut- und Setzzeit: Leinenzwang für Hunde bis zum 15. Juli

BURGWEDEL (hhs). Es ist wieder soweit: Die Hundebesitzer müssen den Vorschriften des „Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung“, insbesondere den Regelungen des Paragrafen 31 (1) Folge leisten. Das heißt nichts anderes, als dass alle Hunde grundsätzlich in der freien Landschaft in den so genannten „Brut- und Setzzeiten“, das ist der Zeitraum vom 1. April bis zum 15. Juli, angeleint geführt werden müssen. Ausgenommen von dieser Regelung sind nur Polizei-, Zoll-, Blinden- und Jagdhunde, allerdings nur in Ausübung ihres speziellen „Hundeberufes“. Auch diese Tiere müssen angeleint geführt werden außerhalb der Ortschaften, wenn es um den alltäglichen „Toilettenspaziergang“ geht oder um andere Anlässe aus dem Bereich „just for Fun“. Wer dieser Regelung nicht folgt, muss mit Bußgeld bis zu 5.000 Euro rechnen.
Hintergrund dieser gesetzlichen Vorgaben sind die immer wieder zu bemerkenden rücksichtslosen Zuwiderhandlungen einiger Mitbürgerinnen und Mitbürger:: Wer in diesem näher bezeichneten Zeitraum seinen geliebten Vierbeiner frei laufen lässt, riskiert in Feld, Wald und Flur mittlere Katastrophen in der Tierwelt. Nicht jeder Hund hetzt, aber viele haben genau das als ihr Hobby entdeckt. Die Ricken zum Beispiel sind jetzt hoch trächtig und damit unbeweglich. Jeder hochläufige Hund und auch viele kleine, aber ausdauernde Varietäten können die flüchtende Ricke problemlos einholen und niederreißen. Dann stirbt nicht nur das Muttertier, es folgen auch die meistens zwei noch ungeborenen Kitze. Alle Jahre wieder, melden sich zu recht entrüstete Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Zeugen so eines schrecklichen Vorfalls geworden sind.
Trifft man einen der vielen Hundebesitzer in Feld und Flur, dessen vierbeiniger Begleiter schwanzwedelnd und mit tiefer Nase nach Hundeart eine Gelegenheit sucht, sich Bewegung zu verschaffen, dann sollte es für jeden Naturfreund Pflicht sein, das Hundeherrchen oder -frauchen auf die Einhaltung der geltenden Vorschriften anzusprechen. Meistens hört man dann: „Mein Hund tut so was nicht!“, obendrein noch mit Nachdruck in der Stimme formuliert. Hat der Hund es dennoch getan, klingt das etwas anders: „So was hat mein Hund bisher noch nie getan“. Hunde sind keine Maschinen, die man ausschalten kann, sie sind genetisch als Raubtier angelegt. Hier ein guter Rat an alle Hundebesitzer, die das Blut von Jagdhunden in ihrem eigenen Vierbeiner vermuten: Auch wenn Ihr vierbeiniger Liebling bisher immer artig und gehorsam gewesen ist und wirklich „noch nie so was getan hat“, trauen sie ihm nicht. Leinen Sie das Tier während der Brut- und Setzzeit an. Ihr Hund kann innerhalb eines Sekundenbruchteils die Passionen seiner Ahnen auch für sich wieder entdecken... . Natürlich brauchen Hunde auch in der Brut- und Setzzeit ausreichend Bewegung, um sich wohl zu fühlen. Eine gemeinsame Fahrradtour mit angeleintem Hund ist hier genau das richtige Mittel, unseren Vierbeiner fit zu erhalten.
Es ist nun aber auch Disziplin von Menschen gefragt: Jeder Spaziergänger sollte jetzt auf den Wegen bleiben, der Vögel und des Wildes zuliebe. Balz, Paarung und Jungenaufzucht erfordern Ruhe im späteren Brutrevier, und außer frei laufenden Hunden sind auch Spaziergänger abseits des Weges eine Plage für die natürlichen Abläufe hier. Die Jägerschaft Burgdorf teilte neulich gegenüber den Burgwedeler Nachrichten mit, ihre Mitglieder werden in den kommenden Wochen all diejenigen ansprechen, die sie mit unangeleinten Hunden in Wald und Feld antreffen. Das ist, wenn es mit dem richtigen Ton geschieht, auch richtig so.
Es muss aber gerade zu dieser Jahreszeit auch darauf hingewiesen werden, dass niemand ein allein aufgefundenes Jungtier, Junghase oder Rehkitz, anfassen oder es sogar aus fehl verstandenem Mitleid mit nach Hause nehmen sollte. Anfassen genügt meistens, und das Muttertier nimmt sein verstänkertes Junges nicht mehr an. Die Panik vor menschlichem Geruch ist bei Tieren, offenbar aus langer evolutionärer Erfahrung, riesig. Man bekommt insbesondere Hasen in menschlicher Obhut kaum per Flasche groß gezogen, das gelingt selbst Fachleuten nur in Ausnahmefällen.