Diakoniestation sucht dringend ehrenamtliche Helfer

Bettina Wohlbier (links), Pflegedienstleiterin der Diakoniestation, und Margret Brill, Geschäftsführerin Pflege, mit Flyern zu den niedrigschwelligen Betreuungsangeboten der Diakonie-Station Burgwedel. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Entlastung für pflegende Angehörige Demenzkranker

GROSSBURGWEDEL (hhs). Die Diakoniestation Burgwedel sucht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ein zusätzliches Betreuungsangebot für Demenzkranke und deren Angehörige.
Die Diakonie bietet seit einigen Jahren diese „niedrigschwelligen Betreuungsangebote“ an, wie der Fachbegriff dafür lautet. Zehn ehrenamtliche Mitarbeiter sind im Einsatz, es werden allerdings noch einige mehr benötigt. Die Nachfrage nach diesen Ehrenamtlichen in der Betreuung Demenzkranker ist sehr groß.
Etwa eine Million Mitbürgerinnen und Mitbürger leiden in Deutschland an einer Demenzerkrankung. Der Verlauf der Krankheit ist ganz unterschiedlich. Sie tritt insbesondere bei Menschen im höheren Alter auf. Den Betroffenen fällt es schwer, Erinnerungen abzurufen oder neue Erfahrungen aufzunehmen, sich zu orientieren und mit dem gewohnten Alltag fertig zu werden.
Häufig sind sie sehr schnell in allen Lebensbereichen auf ständige Hilfe angewiesen.
Die Diakoniestation Burgwedel für ambulante Kranken- und Altenpflege sorgt wie auch viele andere Anbieter für die fachgerechte Pflege der Erkrankten, die zumeist in den eigenen vier Wänden von Angehörigen betreut werden. Das ist keine leichte Aufgabe, es ist häufig ein Knochenjob für Angehörige, der auslaugt und ihnen kaum Zeit für eigene Freiräume lässt.
Und genau an dieser Stelle setzen die niedrigschwelligen Betreuungsangebote an. Diese ehrenamtlichen Diakoniehelfer gehen stundenweise in die Haushalte, in denen Angehörige Demenzkranke pflegen. Sie orientieren sich an den Wünschen und Bedürfnissen der kranken Menschen und nehmen sich Zeit, in Ruhe zuzuhören, mit den Erkrankten spazieren zu gehen, Spiele spielen, vorzulesen oder aber einfach nur da zu sein.
Der Besuch erfolgt ausschließlich in Absprache mit den pflegenden Angehörigen. Im Rahmen dieser Einsätze dürfen keine pflegerischen oder hauswirtschaftlichen Tätigkeiten übernommen werden. Den Angehörigen dieser Demenzkranken eröffnen sich durch den Einsatz der ehrenamtlichen Diakoniehelfer Möglichkeiten, etwas für sich selbst zu tun.
Wie wird man ehrenamtlicher Diakoniehelfer? Zunächst wenden sich Interessierte an Bettina Wohlbier, Pflegedienstleiterin der Diakonie-Station, unter Telefon 05139-27002 an. Bei dieser Gelegenheit wird ein Gesprächstermin zum gegenseitigen Kennenlernen vereinbart, bei dem alle weiteren Einzelheiten besprochen und Fragen geklärt werden.
Wer ehrenamtlich für die Diakonie arbeiten möchte, muss sich einer 20 stündigen Ausbildung oder Schulung unterziehen. Solche Kurse werden unter anderem von der Alzheimergesellschaft oder den Johannitern angeboten. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird eine Vereinbarung geschlossen zwischen dem Helfer und der Diakonie, die den Helfer komplett absichert und auch die Bezahlung regelt.
Wie kommt man als pflegender Angehöriger in den Genuss der Hilfe eines Diakoniehelfers? Man prüfe zunächst, ob der Demenzkranke eine Einstufung nach § 45 b SBG XI hat. Nur bei dieser Voraussetzung wird der familienentlastende Dienst als erhöhter Betreuungsaufwand von den Pflegekassen refinanziert.
Bis zu 2.400 Euro können pflegende Angehörige jährlich erstattet erhalten. Voraussetzung ist jedoch eine Antragstellung vor der Inanspruchnahme des Dienstes. Die Einstufung in eine Pflegestufe ist dafür nicht notwendig. Auch hierüber informiert Bettina Wohlbier.