Deutliche Reduzierung von Straftaten und Verkehrsunfällen mit Personenschaden

Ralf-Emil Bahn, Leiter des Ermittlungsdienstes (l.), und Günther Heller (2.v.r.), Leiter des Polizeikommissariats, freuten sich mit Oberkommissarin Elke Just (2.v.l.) und Kommissarin Sandra Zilling über die positive Entwicklung. (Foto: Anna Kentrath)

Verkehrsunfall- und Kriminalitätsstatistik zeigt deutlich positiven Trend im Tätigkeitsaufkommen

GROSSBURGWEDEL/ISERNHAGEN (ak). Die Kriminalitäts- und Verkehrsunfallstatistik des Jahres 2010, die im Polizeikommissariat Großburgwedel vorgestellt wurde, verzeichnet einen deutlich positiven Trend - von 8825 Fällen (2009) auf 8196 im Jahr 2010. Die bekannt geworden Straftaten reduzierten sich um 12,89 Prozent. Zwar stieg die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle leicht an, die schweren jedoch, mit Schwerverletzen oder gar tödlichem Ausgang, gingen deutlich zurück.
Ralf-Emil Bahn, Leiter des Ermittlungsdienstes, zeigte sich erfreut über die Entwicklung der Kriminalstatistik. Die Körperverletzungsdelikte seien im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert. Von 205 (2009) habe man 2010 nur noch 152 zu verzeichnen gehabt, dies sei eine Verringerung um 25,85 Prozent. Die Aufklärungsquote in diesem Bereiche liegt bei 95,36 Prozent. In der Prävention zur Verhinderung von Körperverletzungsdelikten, so Bahn, sehe man den gewünschten Erfolg, der sich auch in den statistischen Zahlen ablesen lasse. Veranstaltungen wie etwa Schützenfeste oder Osterfeuer würden möglichst nah begleitet, „offen, wie auch in zivil“, wie der Leiter des Polizeikommissariats Großburgwedel Günther Heller ergänzte. Es sei deutlich eine „Tendenz zu erkennen, dass sich Schützenfeste ruhiger entwickeln“. Das Engagement der Polizei sei hier sehr wichtig, so Heller weiter, denn „diejenigen, die in Ruhe feiern wollen, denen wollen wir dies auch ermöglichen“.
Auch Delikte im Bereich Sachbeschädigung gingen im Laufe eines Jahres von 288 auf 206 Fälle zurück, speziell die Sachbeschädigungen im Kfz-Bereich reduzierten sich um 19,21 Prozent. Ebenso erfreulich war auch die Entwicklung der Betäubungsmitteldelikte: 2009 noch 48 wurden 2010 nur noch 26 Fälle verzeichnet. Sowohl die Sachbeschädigung als auch Betäubungsmitteldelikte werden häufig im Zusammenhang mit Jugendlichen beobachtet. Auch hier sind präventive Maßnahmen der Polizei erfolgreich. „Wie sprechen die Jugendlichen direkt an und zeigen Präsenz“, erläuterte Günther Heller die Maßnahmen. Es sei wichtig zu signalisieren: „Die Polizei ist da!“. Problematisch sei immer noch der Umgang mit Alkohol bei den Jugendlichen sowie die Herausgabe an Minderjährige. Von 15 Testkäufen in Burgwedel habe man sieben Verstöße zu verzeichnen gehabt, zehn Testkäufe in Isernhagen führten zu fünf Verstößen. Als Bilanz müsse man für 2010 festhalten, so Heller, dass von 363 kontrollierten Personen, 12 Kinder und Jugendliche unter Alkoholeinfluss gestanden hätten und dies teils mit nicht unerheblichen Promillewerten.
Polizeipräsenz ist auch das Stichwort bei der Entwicklung der Diebstahlsdelikte. Die „zielgerichtete Bestreifung potenzieller Tatortbereiche und diverse Schwerpunktaktionen mit eigenen und benachbarten Kräften“, wie es in der Kriminalitätsstatistik 2010 heißt, habe zu einer Verringerung der Gesamtfälle von 1123 (2009) auf 1031 in 2010 geführt. Trotzdem machen die Diebstähle 46,35 Prozent aller Straftaten aus. Problembereiche sind der schwere Diebstahl aus Wohnungen, gewerblichen Objekten sowie Fahrraddiebstähle. Der sogenannte „Einbruchsdiebstahl“ in Wohnung ist stark rückläufig, aber weiterhin mit dem Problem der Aufklärung behaftet. Fahrraddiebstähle haben ihre Brennpunkte im Bereich des Bahnhofs Großburgwedel sowie den Stadtbahn-Haltestellen in der Gemeinde Isernhagen.
Durch den hohen Anteil an Diebstahlsdelikten ist die Gemeinde Isernhagen in der Kriminalitätsstatistik stärker betroffen als die Stadt Burgwedel. Der hohe Anteil an Gewerbe in Altwarmbüchen, aber auch die vielen Einfamilienhäuser sowie 10 Prozent mehr Einwohner in Isernhagen führen hier zu wesentlich mehr Einbrüchen, differenzierte Günther Heller die Ergebnisse. Großburgwedel und die dazugehörigen Ortschaften seien hingegen eher von Körperverletzungsdelikten und Fahrraddiebstählen betroffen. Um den Einbrüchen in Häusern und Wohnungen entgegenzuwirken, hätten die Eigentümer die Möglichkeit, so Heller weiter, sich kostenfrei bei der Polizei zum Thema „technische Wohngebäudesicherung“ professionell und individuell beraten zu lassen.
Die Verkehrsunfallstatistik hatte im vergangenen Jahr zwar wieder einen leichten Anstieg der Gesamtzahlen zu verzeichnen, von 1080 auf 1097. Die Verkehrsunfälle mit Personenschaden jedoch gingen von 179 auf 132 zurück, die folgenschweren mit schwerverletzten oder gar getöteten Personen sogar von 232 aus 166, ein Rückgang von 28,44 Prozent. Einen tödlichen Unfall habe es in 2010 im Bereich des Polizeikommissariats Großburgwedel nur einen gegeben, berichtete Günther Heller gegenüber den Pressevertretern, auf der L 310 in Richtung Fuhrberg sei eine 21-jährige Frau auf schneebedeckter Fahrbahn in den Gegenverkehr geraten und mit einem LKW kollidiert. Dass weniger Todesfälle registriert werden mussten, liege mit Sicherheit in dem Tatbestand der höheren Fahrzeugsicherheit. Die Abwrackprämie 2008/2009 hätte dazu geführt, dass mehr Neufahrzeuge mit höheren Sicherheitsstandards im Straßenverkehr unterwegs seien. Man habe zwar, erläuterte Heller weiter, immer noch 31 Schwerverletzte und 134 Leichtverletzte zu verzeichnen gehabt, aber doch wesentlich weniger Todesfälle, die im Jahr 2009 noch mit vier Personen beziffert werden mussten. Hinzu komme ein „optimal aufgestelltes Rettungsnetz“, stellte der Leiter des Polizeikommissariats heraus, wie auch „zielgerichtete Präventionsmaßnahmen“ von Seiten der Polizei.
Die „erhebliche Anzahl von Präventionsmaßnahmen“ erläuterte die Dienstschichtleiterin, Oberkommissarin Elke Just. Angefangen bei Geschwindigkeitsmessungen seien die Kollegen sensibilisiert auf Alkohol- und Drogenmissbrauch im Straßenverkehr. Vor Ort würden im Verdachtsfall Urinproben entnommen, zwecks Drogentests. Die „nicht angepasste Geschwindigkeit“ sei immer noch eine der Hauptunfallursachen, so Heller ergänzend, doch auch der Alkohol- und Drogenkonsum im Straßenverkehr habe massive Folgen. Fahrten unter Alkohol, ohne dass es zu einem Verkehrsunfall kam, schlugen 2010 mit ganzen 70 Fällen zu Buche, 14 Verkehrsunfälle geschahen unter Alkoholeinfluss. Drogenkonsum wurde bei 13 Verkehrsteilnehmern festgestellt, zwei weitere führten zu einem Verkehrsunfall.
Die Unfallschwerpunkte der vergangenen Jahre, die L310 von Fuhrberg aus in Richtung Celle, Mellendorf, die Oldhorster Kreuzung sowie die Altwarmbüchener Opelstraße, gelten mittlerweile als entschärft. Nicht unproblematisch sei aber immer noch die hohe Zahl von gemeldeten Wildunfällen, die in Burgwedel durch die einzelnen Ortschaften und Straßen, die durch Waldgebiete führen, wesentlich höher ist als in der Gemeinde Isernhagen. Im Gesamtbezirk des Polizeikommissariats seien 211 Wildunfälle zu verzeichnen gewesen, auf Burgwedel entfielen hierbei 160, auf Isernhagen 51.
Eine nicht erfreuliche Entwicklung zeichnet sich in der Statistik der Verkehrsunfallfluchten ab. Von noch 219 Fällen im Jahr 2008 stieg die Zahl über 231 (2009) auf mittlerweile 260 im Jahr 2010. Anscheinend seien viele Autofahrer der irrigen Meinung, so Günther Heller, dass ein solches Vergehen nur mit einer Geldstrafe geahndet werde. Auch der Entzug der Fahrerlaubnis könne dies zur Folge haben. Insbesondere auf Groß-Parkplätzen komme es häufig zu kleineren Unfällen. Obwohl in solchen Fällen die Versicherung den Schaden übernehme, gingen die Autofahrer leider allzu häufig den Weg des Vergehens, erklärte Heller, und würden sich vom Unfallort entfernen. Dank der gestiegen Mithilfe der Bürger, die besonders in diesen Fällen unabdingbar sei, konnte eine ganze Reihe aufgeklärt werden. Die Gesamtaufklärungsquote für Verkehrsunfallfluchten liegt derzeit bei 48,85 Prozent, eine Steigerung zum Jahr 2009 um 5,99 Prozent.