Der Zusammenhalt ist enorm

Gelebte Gastfreundschaft: In der Garage von Familie Rosenhagen kommen die Menschen zusammen. (Foto: Wiebke Molsen)

Beim Kurrendesingen kommen die Nachbarn zusammen

KLEINBURGWEDEL (wim) Schon von weitem ist die Trompete von Heiko Rosenhagen durch das offene Garagentor zu hören. Er stimmt seine Familie, Freunde und Nachbarn auf die Ankunft der Kurrendesänger ein, die am Sonnabend durch Kleinburgwedel gezogen sind.
„Mit 17 Leuten sind wir losgegangen“, sagt Pastor Jens Blume. An drei Stationen wird Halt gemacht, meist in Garagen, Scheunen oder Ställen. Familie Rosenhagen ist heute die dritte Station und bietet bei dem Nieselwetter heißen Kakao, Kaffee und Tee und später auch noch Bratwürstchen an.
„Das ist eine alte Tradition“, erläutert Blume. Das Wort Kurrende stamme von dem lateinischen Wort currere ab, was laufen bedeute. Es handele sich also um einen „Laufchor“.
Gesungen werden weihnachtliche Lieder, die in diesem Jahr von drei Gitarren, einer Flöte und einer Trompete begleitet werden. „Das ist jedes Jahr eine Überraschung“, sagt Blume. Mitspielen dürfe nämlich jeder, der wolle. Er freut sich besonders über die Gastfreundschaft der Menschen.
Viele, die einmal mitgemacht haben, treffen sich auch Jahre später noch um den 2. Advent mit ihren Nachbarn, weil es beim ersten Mal so schön war. „Der Zusammenhalt in Kleinburgwedel ist enorm“, bestätigt Gisela Ziese. Sie freut sich besonders, dass zu solchen Anlässen Groß und Klein zusammen kommen.
„Die Kirche kommt zu den Menschen“, erläutert Erdmute Schodder die Idee hinter dem Kurrendesingen. Sie ist die zweite Vorsitzende des Kirchbauvereins, der diese gemeinschaftliche Einstimmung auf Weihnachten vor 13 Jahren ins Leben gerufen hat.
Schodder freut sich besonders darüber, dass die Familien in der Adventszeit losmarschieren und sich langjährige Nachbarn endlich besser kennenlernen. Den Abschluss bildet eine Andacht im Haus der Kirche, nach der die Kurrendesänger erfüllt von vorweihnachtlichen Klängen und Gedanken wieder nach Hause gehen.