Der Winter kann kommen

Montag wurde der Solebehälter aufgestellt, in dem eine fertige Salzlösung gelagert werden kann. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Trockene Salzvorräte für den Winter: Das neue Salzsilo auf dem Bauhof fasst 25 Kubikmeter. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Neue Behälter auf dem Bauhof sorgen für genügend Streugut bei Eis und Schnee

BURGWEDEL (bgp). Die Stadt Burgwedel bereitet sich auf den Winter vor: Mit zwei Autokränen wurde auf dem Bauhof am Pappelweg ein großes Salzsilo aufgestellt. Langsam senkte sich der riesige Kunststoffbehälter am Kranarm auf das 80 Zentimeter starke Fundament vor der neuen Halle.
Zehn Meter hoch ist das Streusalzsilo mitsamt Stahlunterkonstruktion. Insgesamt 25 Kubikmeter lassen sich zusätzlich zu dem vorhandenen Behälter mit gleichem Fassungsvermögen trocken lagern.
„In den Behältern können wir nicht genutztes Salz sogar über den Sommer lagern, die Rieselfähigkeit bleibt voll erhalten und wir haben keine Verluste wie sie bei der offenen Lagerung auftreten“, freuen sich Bauhofleiter Jannis Haase und Abteilungsleiter Martin Rießler. Vor allem aber könne man schneller und flexibler auf kritische Wetterlagen und höheren Verbrauch reagieren, da durch den zweiten Behälter die Vorratshaltung einfacher wird. „Zwischen Bestellung und Lieferung liegen drei bis vier Tage, der LKW fasst maximal die Menge, die in unser Silo passt.“ So habe man nach Entleerung des einen Behälters immer noch einen vollen im Hintergrund und könne einen ausreichenden Trockenvorrat sicherstellen.
Weitere Salzvorräte werden offen unter einem Überstand gelagert. Aufgrund der Umgebungsfeuchte bildet sich auf dem Streusalz jedoch eine Kruste, die von den Mitarbeitern vor der Umladung auf das Fahrzeug entfernt werden muss, da die Salzklumpen den Streuer verstopfen würden. „Das ist morgens um vier Uhr nicht vergnügungssteuerpflichtig“, merkt Jannis Haase schmunzelnd an.
Für die städtischen Bauhofmitarbeiter sind die großen Vorräte jedoch kein Grund, mit dem Salz verschwenderisch umzugehen. Im Gegenteil: Auf dem Bauhof ist am Montag auch ein großer Solebehälter mit 15 Kubikmeter Fassungsvermögen neu aufgestellt worden. „In diesem Behälter wird fertig angemischte Soleflüssigkeit gelagert, die dem trockenen Salz zum Streuen auf vereister Fahrbahn oder für eine prophylaktische Streuung beigemischt wird“, erklärt Haase.
Kurz bevor das Salz mit dem Streuteller auf die Fahrbahn gelangt, geben Düsen die Soleflüssigkeit hinzu. Martin Rießler führt sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile ins Feld: „Das Salz haftet besser auf der vereisten Fahrbahn und wird nicht von den Fahrzeugen auf den Grünstreifen gewirbelt.“ Das reduziere den Salzverbrauch und verhindere die starke Versalzung des Randbewuchses, da das Streugut nur dort hingelange, wo es hinsolle.
Dementsprechend gibt es zwei Aufsätze mit 1,5 Kubikmeter und 3 Kubikmeter Fassungsvermögen für die städtischen Streufahrzeuge. An der Seite sind die blauen Soletanks angebracht: „Bei frischem Schnee oder nasser Fahrbahn brauchen wir allerdings keine Sole beizumischen, da bleibt das Salz auch so liegen“, ergänzen die Fachleute. Drei bis fünf Gramm Salz pro Quadratmeter werden bei Raureif benötigt, bei Eis oder gefrorenem Schneematsch müssen rund 15 Gramm auf die gleiche Fläche gestreut werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Im Jahr 2019 wurde kein Streusalz gebraucht, im Winter 2020/21 hingegen wurden 200 Tonnen Salz bestellt, ein Teil davon ist noch übrig. Zusätzlich verfügt der Bauhof über zwei neue Schneepflüge zum Anbauen an die Fahrzeuge.
„Wir sind jetzt wirklich gut gerüstet und auf dem modernen Stand der Technik“, fasst Rießler zusammen. Die Stadt Burgwedel lässt sich den Bauhof einiges kosten: Ein 32.000 Euro teurer Ersatz für den in die Jahre gekommenen größeren Streuaufsatz wird demnächst aus Langenhagen nach Großburgwedel geholt. Der neue Salzbehälter schlägt mit 25.000 Euro zu Buche, das dicke Fundament mit 28.000 Euro; für den Solebehälter sind 35.000 Euro fällig geworden.
Eine neue Halle für das Ordnungsamt soll später noch gebaut werden, der ältere Bestandsbau vergrößert werden. Eine Photovoltaikanlage mit 144 Panels wurde für 95.000 Euro auf das Hallendach gebaut, ein dazugehöriger Batteriespeicher für 70.000 Euro soll folgen. Auch wenn noch nicht alles umgesetzt ist, steht eines jetzt schon fest: „Der nächste Winter kann kommen!“