Der Wildapfel – eine herbe und unauffällige Schönheit

Der Wildapfel, auch Holzapfel genannt, findet sich auch in den Wäldern des Niedersächsischen Forstamtes Fuhrberg. (Foto: A. Roloff)

Baum des Jahres kommt auch in den Landesforsten vor

FUHRBERG/HÄNIGSEN (r/bs). Der äußerst seltene Wildobstbaum – auch „Holzapfel“ genannt – ist nicht nur auf Streuobstwiesen, sondern auch in den Wäldern der Niedersächsischen Landesforsten zu finden. So auch im Forstamt Fuhrberg.
Es gibt zum Beispiel in der Revierförsterei Hänigsen einige stattliche alte Exemplare, die dort seit vielen Jahren vom Revierförster Scheffler und seit einigen Jahren von seinem Nachfolger Burghard Türck liebevoll gepflegt werden.
Sie werden beerntet und aus den Früchten wurden viele Jahre lang im Kamp in Hänigsen Jungpflanzen nachgezogen und von dort in andere Forstämter geliefert, aber auch im eigenen Forstamt an etlichen Stellen gepflanzt. Heute erfolgt die Beerntung regelmäßig durch die Forstsaatgut- und Beratungsstelle der Landesforsten im Forstamt Oerrel, von dort erfolgt der Saatgutverkauf an Baumschulen.
Auch im Generhaltungsprogramm der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt sind diese Bäume vertreten – wie viele andere seltene (Obst-)Baum und Straucharten. An vielen geeigneten Stellen im Wald – vorzugsweise an Waldrändern oder Wegen - werden sie dann gepflanzt und tragen zur biologischen Vielfalt in den Wäldern der Niedersächsischen Landesforsten bei.
Der Höhepunkt beim Wildapfel im Jahresverlauf ist natürlich die Zeit der Blüte. Kurz nach dem Blattaustrieb etwa Ende April leuchten die weißrosa Blüten weithin sichtbar durch den Wald und duften angenehm. Zu dieser Zeit ist er auch leichter zu entdecken, wenn er aus dem allgemeinen grün herausleuchtet.
Das natürliche Areal des Wild-Apfels erstreckt sich über fast ganz Europa, bis auf Nordskandinavien, Nordrussland und Teile Spaniens und Griechenlands. Wegen seiner geringen Konkurrenzkraft zu den Waldbäumen ist er sehr selten und oft nur an Waldrändern zu finden.
Das Holz des Apfelbaumes spielt aufgrund der geringen Mengen und der kurzen, dünnen und krummen Stämme keine Rolle für die wirtschaftliche Nutzung, es ist aber wegen seines rötlich-braunen Kernes bei Kunsttischlern und Drechslern begehrt und gesucht. Es ist hart und schwer und wurde daher früher zum Beispiel für Zahnräder von Uhren und Holzschrauben verwendet.