Der wertvolle Rohstoff

Die Produktion vom „Brennstoff Holz“ in der Praxis: größe Stammabschnitte werden zu sauber gespaltenem Kaminholz verarbeitet. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Tausende kamen zur 13. Fachausstellung „Heizen mit Holz“

Von Bettina Garms-Polatschek

FUHRBERG (bgp). Am vergangenen Wochenende gab es in Fuhrberg für zwei Tage keine „Waldesruh“. Motorsägen röhrten und Schnitzelwerke ratterten auf dem Gelände rund um das Wasserwerk, um die Besucher der Ausstellung „Heizen mit Holz“ von der Leistungsfähigkeit des nachwachsenden Rohstoffes zu überzeugen.
Sowohl ein breites Fachpublikum als auch Privatleute informierten sich an den Ständen von rund einhundert ausstellenden Firmen, Verbänden und Institutionen über die breiten Anwendungs- und Verarbeitungstechniken von Holz. Neben schweren High-Tech-Vollerntern für die Forstwirtschaft fanden sich auch Stände mit Motorsägen, Äxten, Spaltern und Schutzkleidung sowie weiterem Zubehör, welches bei der Waldpflege und zur Brennholzbearbeitung benötigt wird.
Die Landwirtschaftskammer Hannover und die Stadtwerke Hannover (enercity) sowie die Zeitschrift „Land und Forst“ veranstalten „die größte Messe für Heizen mit Holz“ in Norddeutschland gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern im Zweijahresrhythmus.
Hackmaschinen zur Herstellung von Holzschnitzeln und ein vielfältiges Spektrum an Feuerungsanlagen, vom Holzofen bis hin zu automatischen Holzhackschnitzelheizungen oder Kaminöfen für Stückholz stießen nicht nur beim Fachpublikum auf großes Interesse, sondern auch bei Besuchern, die sich eine Holzheizung für den häuslichen Bereich anschaffen wollen. Viele nutzten die Gelegenheit, um sich im Zelt bei der Klimaschutzagentur der Region Hannover über Fördermöglichkeiten für eine Heizanlage mit Holz- oder Biobrennstoffen zu informieren.
Im Wasserwerk wurde kürzlich eine neue Feuerung für Holzhackschnitzel mit einem ORC- Prozess (Organic Rankine Cycle Process) installiert. Mit einer Leistung von 500 kWth und 60 kWel, wird das Wasserwerk mit Strom und Wärme aus Waldhackschnitzeln versorgt. So konnte auch eine größere Anlage im praktischen Betrieb von den Gästen besichtigt werden. Vor der Installation der ORC-Anlage hatte enercity am Wasserwerk Fuhrberg eine Holzhackschnitzelfeuerung betrieben, die vor Ort ausschließlich für die Wärmeerzeugung genutzt wurde.
Da eine Modernisierung und Erweiterung der Anlage anstand, sollte in Fuhrberg mittels Kraft-Wärme-Kopplung auch Strom erzeugt werden. Dazu wird nun das ORC-Verfahren eingesetzt. Statt mit Wasserdampf wird die Anlage mit einem organischen Arbeitsmittel betrieben, dessen Siedepunkt niedrig ist. Daher kann in ORC-Anlagen auch aus Abwärme elektrische Energie erzeugt werden. Für Heizzwecke wird die Abwärme am Kondensator des ORC-Prozesses eingesetzt und der nachwachsende Energieträger Holz deutlich effizienter als bisher genutzt. Die Entwicklung des ORC-Kraftwerkes erfolgte in enger Kooperation des Fraunhofer-Institutes für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, enercity und mehreren Zulieferpartnern für die Anlagentechnik.