Der Waldfriedhof hat seine besondere Ordnung

Nur pflanzliche Einfassungen und Holzumrahmungen sind als Abgrenzungen für die Grabstellen gestattet. (Foto: Renate Tiffe)
 
Auch in gepflegtem Zustand lediglich eine große, kahle Fläche. 14 Rasengräber sind bereits eingelassen. (Foto: Renate Tiffe)

SPD im Wettmarer Ortsrat stellte Fragen an die Verwaltung

WETTMAR (ti). Seit seiner Entstehung vor dreißig Jahren hat der Waldfriedhof in Wettmar eine besondere Ordnung, die seinen Charakter in Anlehnung an die Natur wahren soll. Seine Pflege in den vergangenen beiden Jahren entsprach nicht mehr den Anforderungen, die Angehörige von Verstorbenen und Besucher erwarteten – für die SPD-Fraktion im Wettmarer Ortsrat ein Anlass, Fragen an die Verwaltung zu stellen und den Waldfriedhof zum Thema in der vergangenen Ortsratssitzung zu machen.
Sie wisse, dass sich viele nicht gern mit dem Thema befassen, meinte Ortsratsfrau Sigrid Schupke. Sie sei jedoch aus privaten Gründen oft auf dem Friedhof und werde dort immer wieder angesprochen. Sie hatte deshalb am 1. August einen Brief an die Verwaltung geschrieben, der in der Ortsratssitzung beantwortet wurde.
Zur Zeit des Schreibens befand sich besonders die Fläche mit den Rasengräbern in keinem guten Zustand. Wie der zuständige Leiter des Bauhofes Volker Sbresny dazu mitteilte, konnte die Stelle mit den neuen Gräbern wegen der Trockenheit im Sommer nicht eingesät werden. Die Kirschlorbeerhecke als Abgrenzung zum Wald ist nach den Frostschäden des Winters ausgelichtet und gepflegt worden, so dass sie wieder gut ausgetrieben hat. Inzwischen konnte auch der Rasen eingesät werden. Rasengräber, auch halbanonyme oder pflegeleichte Gräber seien nicht einfach zu pflegen, so Sbresny. Blumensträuße und  –gestecke, die eigentlich von den Hinterbliebenen entsorgt werden müssen, bleiben oft liegen. Sie werden dann von den Kräften des Bauhofes beseitigt, wenn sie trocken sind oder an den Rand des Gräberfeldes gelegt. Nach der Beerdigung ist ein Grabschmuck nicht mehr erlaubt. Viele Angehörige halten sich aber nicht daran.
Das Gesamtbild des Friedhofs habe in den vergangenen zwei Jahren etwas gelitten, als eine Fremdfirma mit der Pflege beauftragt war, erläutert Sbresny. Inzwischen habe die Firma Rieckenberg wieder die Arbeiten übernommen. Im Etat der Stadt sind 60.000 Euro für die Betreuung der kommunalen Friedhöfe vorgesehen – dazu zählen noch die Friedhöfe in Kleinburgwedel, Thönse, Engensen und Oldhorst. Auch  Unterhaltungsarbeiten an den Kapellen müssen von dem Geld bezahlt werden.
Um den Charakter eines Waldfriedhofes zu wahren, müssen bestimmte Vorschriften eingehalten werden. So dürfen die Grabstellen nicht mit Steinen sondern nur mit Holz oder einer Bepflanzung eingefasst werden. Viele Leerstellen in den Gräberreihen zeugen davon, dass immer häufiger Rasengräber bevorzugt werden. Seit Mitte der neunziger Jahre werden  dafür große Flächen am Rande zum Wald freigehalten, ebenso wie für die anonyme Urnenbestattung – eine Notwendigkeit, an die bei der Einrichtung des Friedhofes noch niemand dachte.
Über die Einzelheiten der Friedhofsordnung gibt die Satzung genauere Auskunft, die online unter www. Burgwedel.de einzusehen ist. Bei Verstößen gibt es zunächst telefonische und dann schriftliche Mitteilungen an die Inhaber der Grabstellen. Wenn die Pflege ganz ausbleibt, wird auch schon einmal ein Grab eingeebnet, das an sich der Regel nach für 30 Jahre gekauft wurde.
Da Verstöße gegen die Satzung nicht selten sind, gab es im Ortsrat die Anregung, den Angehörigen jeweils einen Satzungsauszug auszuhändigen.
Sie werde die Entwicklung auf dem Friedhof weiter im Auge behalten, und das Thema notfalls bei der nächsten Ortsratssitzung im Oktober wieder zu Sprache bringen, kündigte Sigrid Schupke an.