Der Mensch, Jäger und bekannte Jagdmaler: Helmut Erxleben

Erinnerungen aus seinem langen Jagdleben hält der Jagdmaler Helmut Erxleben auf seinen Kunstwerken fest. (Foto: Uwe Kurmeyer)
 
Der Jagdmaler Helmut Erxleben (2. v.l.) hat das umweltfreundliche Transportmittel mit seinem Kunstwerk verschönert – Die Jagdpächter Henning Meyer, Ernst Köhler und Christian Hattendorf freuen sich über das Werk. (Foto: Hans Pinnel)

„Nur das, was ich erlebt habe, setze ich um in ein Ölgemälde“

IMMENSEN. In Immensen, einem kleinen Dorf bei Lehrte, lebt Helmut Erxleben. Der mittlerweile 83-Jährige ist über die Grenzen Deutschlands hinaus ein sehr bekannter und von vielen geschätzter Jagdmaler. Seine zahlreichen Bilder mit jagdlichen Themen finden nicht nur in Jägerkreisen reichlich Zuspruch. Aber Erxleben ist nicht nur Jagdmaler, sondern auch ein passionierter Jäger und „Mensch“, wie man es auf dem Lande bezeichnet, wenn jemand wegen seines in langen Jahren erworbenen Vertrauens und seines Tun eine vorbildliche Wirkung auf andere ausübt.
1927 wurde Helmut Erxleben im idyllisch gelegenen Dorf Belkau bei Stendal in der Altmark geboren. Schon seit seiner Kindheit und Jugend interessierte er sich für die Natur und der heimische Wald wurde so gewissermaßen zwangsläufig der Ort, an dem er sich am wohlsten fühlte. Jahre später absolvierte er eine Lehre zum Kaufmann in einem Großhandelsgeschäft und meldete sich dann mit 17 Jahren freiwillig als Soldat. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde er schließlich verletzt und geriet in Italien in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Dort nahm dann das Schlüsselerlebnis für den Jagdmaler Erxleben seinen Anfang: „Nebenan bei mir saß ein alter Mann und der war, wie er sagte, Kunstmaler. Er brachte uns im Porträt – mich auch. Mit dem Bleistift hat er uns gezeichnet, wer ein Stück Papier gefunden hatte, beispielsweise seine Papiertüte, wo vielleicht einmal Haferflocken drin waren oder etwas anderes, wer die mitbrachte und sich hinsetzte, der war nach zwei Stunden im Porträt. Damals da hab ich gedacht, Mensch, das möchtest du auch mal können!“, erinnert sich Erxleben in dem für seine Heimat Altmark typischen Dialekt.
Erste Studien unter der Anleitung von ebenfalls gefangenen Künstler entstanden und die Malerei wurde nun fester Bestandteil in seinem Leben. Endlich zurückgekehrt in seine Heimat Stendal musste der damals 20-Jährige aber erst einmal beruflich Fuß fassen und entschied sich deswegen für eine Ausbildung zum Landwirt. Jahre später zog es ihn in den Westen und er fand in Immensen eine neue Heimat. Er kehrte in seinen kaufmännischen Beruf zurück und heiratete schließlich 1955 seine Frau Magdalene, die ihn bis heute unterstützt.
Mit dem Umbau eines Kuhstalles in ein Künstleratelier begann Erxleben erstmals seine Werke in Öl zu malen. Sein lang ersehnter Wunsch nach einem Jagdschein sollte sich schließlich 1966 erfüllen.
Seitdem verbindet Erxleben die Jagd mit seiner Passion als Jagdmaler. „Nur das, was ich erlebt habe, setze ich um in ein Ölgemälde“, erklärt der Künstler. Aus dieser Symbiose sind zahlreiche Werke entstanden, die in vielen Ausstellungen, in Deutschland, Belgien, Frankreich, Schweden und Österreich bereits zu bewundern waren. An die Ausstellung im Jahre 1988 im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum in München erinnert sich Erxleben besonders gern. Hier traf er auf den international bekannten Tierfilmer Heinz Sielmann, mit dem er bis zu dessen Tod im Jahr 2006 noch in Kontakt stand.
Helmut Erxleben zeichnet sich durch seine gesellige Art und sein aufgeschlossenes Wesen aus. Der Jagdgemeinschaft Immensen, der Erxleben mit angehört, widmete er im vorletzten Jahr ein besonderes Gemälde. Das große Ölbild, das eine Rotte Sauen zeigt, verschönerte den Jagdanhänger der Jagdgemeinschaft. Das „Kunstwerk auf vier Rädern“ bringt künftig nicht nur den Jagdmaler, sondern auch dessen Jagdkameraden bei Gemeinschaftsjagden sicher ins Revier.