Der Kirchenkreistag setzt auf Bildung

Der neue Vorsitzende, Friedrich Engeling aus Kleinburgwedel, führte die Versammlung ebenso offen wie zielstrebig. (Foto: Renate Tiffe)
 
Superintendent Martin Bergau führte das Beispiel Ganztagsschulen an, für die es vielerorts noch keine konkreten Konzepte gebe, in denen die Kirche aber Möglichkeiten zum Eintreten finden könne. (Foto: Renate Tiffe)

Landeskirche ruft 2011 als „Jahr der Taufe“ aus

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (ti). Mehrmals im Jahr treffen sich die Delegierten der Kirchengemeinden an verschiedenen Orten, um gemeinsame Projekte abzugleichen. Nachdem in den vergangenen Jahren die Sparvorgaben der Landeskirche und strukturelle Probleme im Vordergrund der Beratungen gestanden hatten, wandte sich der vergangene Kirchenkreistag in Großburgwedel einem Thema zu, das auch die Politik zur Zeit stark bewegt, die Bildung. Der neue Vorsitzende, Friedrich Engeling aus Kleinburgwedel, führte die Versammlung ebenso offen wie zielstrebig.
Berichtet wurde auf sehr allgemeine Art von der vor kurzem stattgefundenen Landessynode, bei der es unter dem Motto „Bildung schafft Anschluss“ ebenfalls um die Bildungsbemühungen gegangen war - kein neues Thema für die evangelische Kirche, die sich dem Geist Luthers verpflichtet fühlt. Für die anschließende Diskussion hatte der frühere Leiter der Pestalozzi-Stiftung, Pastor Andreas Seifert, mit seinem „theologischen Zwischenruf“ schon im vorhinein eine gewichtige Vorgabe gemacht. Dem Slogan „Wer glaubt, denkt weiter“ wollte er wieder mehr Bedeutung verschaffen. Indem die Kirche zurückkehrt zu den Glaubensinhalten der Bibel, soll sie Menschen aufschließen und aufgeschlossen machen, zunächst für Gottes Wort, dann aber auch für ihr weiteres Leben. Kirche soll klug machen, sie soll Kopf und Herz bilden, resümierte Seifert.
Entsprechend befassten sich mehrere Redebeiträge mit dem Religionsunterricht, mit dem die Kirche weit zurückgefallen ist, für den sich aber neue Chancen bieten. Superintendent Martin Bergau führte das Beispiel Ganztagsschulen an, für die es vielerorts noch keine konkreten Konzepte gebe, in denen die Kirche aber Möglichkeiten zum Eintreten finden könne. Elke Seidlitz, die Diakonin, forderte, dass die Kirche ihre Stimme erheben müsse, wenn es am 21. Februar des kommenden Jahres im Land um die Zukunft der Schule gehen werde. Seifert machte geltend, dass der Kirchenkreistag bestimmen müsse, wofür genau er stehe, was sich dann auch in der Ausbildung der Erziehungskräfte zeigen müsse. Auf einen anderen Aspekt machte Pastorin Christine Behler aufmerksam. Kinder haben heute mehr religiöse Bildung als ihre Eltern. Sie regte Religion als Grundkurs für die Eltern an und erhielt dafür Beifall von der Versammlung. Das Jahr 2011 ist von der Landeskirche zum „Jahr der Taufe“ ausgerufen worden. Auch da gebe es Ansatzpunkte für die Bildung, wie Martin Bergau bei der Vorstellung des Projektes darlegte.
Zum Jahresende lag auch die Verabschiedung des Kirchenkreis-Haushalts an. Erstaunlich dass es in der Diskussion noch immer am meisten um die gemeinsame Trägerschaft für die evangelischen Kindergärten ging. Innerhalb des allgemeinen Haushalts sollen sie über einen eigenen Etat verfügen. Nachdem drei Jahre lang über eine engere Zusammenarbeit beraten worden ist, haben sich zehn der vierzehn Kindergärten im Kirchenkreis für die gemeinsame Trägerschaft entschieden. Erwartet wird mehr Effektivität nach innen und nach außen.