Der Isernhagenhof ein Intrigantenstadel?

Friedrich Redeke (CDU), Ortsratsherr in Isernhagen FB, erhob schwere Vorwürfe gegen Gemeindebürgermeister Arpad Bogya. (Foto: Renate Tiffe)

Schwere Vorwürfe von Redeke in der Ratssitzung

ALTWARMBÜCHEN (ti). Den Begriff „Isernhagener Intrigantenstadel“ hat der Gemeindebürgermeister Arpad Bogya (CDU) in einem Interview selbst geprägt. Offenbar meinte er damit diejenigen Parteifreunde, die anfingen, Fragen zu stellen nach dem Finanzgebaren im defizitären Isernhagenhof. Nach der Ratssitzung am Donnerstag scheint ihm die wenig freundliche Bezeichnung nun selber auf die Füße zu fallen - und den Kulturvereins-Vorstandsmitgliedern der anderen Couleur gleich dazu.
Es begann damit dass die Tagesordnung den Punkt „Aussprache über den Isernhagenhof“ enthielt. Die Tagesordnung wird vom Bürgermeister selbst in Absprache mit den Ratsfraktionen zusammengestellt. Nach Eröffnung der Sitzung stellte Bogya den Antrag, den Punkt in den nichtöffentlichen Teil zu verlegen. Zwei CDU-Ratsmitglieder stimmten dagegen, die „Grünen“ enthielten sich der Stimme. Der Antrag wurde angenommen. Bei der Brisanz des Themas sei es nicht gut, vor aller Öffentlichkeit übereinander herzufallen, begründete der CDU-Fraktionschef Helmut Lübeck das Abstimmungsverhalten seiner Partei Und SPD-Ratsfrau Susanne Schauwenz-Köhne („worum geht es hier eigentlich?“) versprach eine ehrliche Auseinandersetzung: „wir haben hier noch nie eine Konsenspolitik gemacht wie in Burgwedel“. Im Publikum regte sich Unmut.
27. Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil waren „Anfragen und Mitteilungen“. Friedrich Redeke (CDU), Ortsratsherr in FB, wo der Isernhagenhof liegt und Mitglied im Beirat des Kulturvereins, hatte die öffentliche Aussprache beantragt und nutzte nun die Gelegenheit, doch noch zum Zuge zu kommen. Der Ratsvorsitzende ließ ihn gewähren. Redeke führte aus, dass der Katalog von zwölf Fragen zum Isernhagenhof, den er an die Gemeinde gerichtet hatte (wir berichteten), am Vortag vom Bürgermeister beantwortet worden war. Allerdings hätten 90 Prozent der Antworten nicht der Wahrheit entsprochen. Er schloss daraus, dass der Sachverhalt nach wie vor nicht aufgeklärt werden sollte und es eine „Gemengelage unterschiedlicher Interessen“ gebe, wofür er Beispiele nannte. Angriffe richtete er vor allem gegen die Geschäftsführung aber auch gegen den Vereinsvorstand vor 2010. Er griff den „Intrigantenstadel“ auf und setzte noch eins drauf, indem er den Bürgermeister dessen Chef nannte. Bogya gehörte von Anfang an dem Vorstand an. Einige CDU-Ratsfrauen verließen den Saal. Die übrigen Ratsmitglieder hörten teils geschockt, teils mit Interesse zu. Redeke bezog sich im wesentlichen auf eine vier Seiten lange Bestandsaufnahme, in welcher der zurückgetretene Vorsitzende Rudolf Scharff im Februar dieses Jahres die Missstände im Isernhagenhof aufgelistet hatte. Der Brief war an alle Vorstandsmitglieder gegangen. Nichts war bisher zur Bereinigung geschehen.
Im Publikum hatte sich Beifall geregt. „Als Steuerzahler haben wir das Recht zu wissen, wofür das Geld der Gemeinde ausgegeben wird“, empörte sich ein Mitglied der Bürgerstiftung im Nachhinein. Die stete Beteuerung von Bogya, dass der Verein alles aufzuklären habe, mochte er nicht gelten lassen. Die Gemeinde sei schließlich als eine Art Aufsichtsgremium anzusehen. Joachim Reinke, der einige Zeit lang Vorsitzender war, ärgerte sich, dass er sich nicht schon zu seiner Zeit von Geschäftsführer Jürgen Hanisch getrennt hatte. Bereits vor Jahren habe sich abgezeichnet, dass er seine Aufgaben nicht ausfüllte.