Der Gesundheitstag könnte zum Markenzeichen von Isernhagen werden

Auch Mitmachen war angesagt bei den Darbietungen auf der Bühne. (Foto: Renate Tiffe)
 
Aufklärung in Sachen Zucker: „Wie viel Stück Zucker sind in einem Glas Nutella?“ (Foto: Renate Tiffe)

Große positive Resonanz bei Ausstellern wie beim Publikum

ALTWARMBÜCHEN (bs). Der vierte Gesundheitstag in Isernhagen fand große Resonanz bei den Ausstellern wie auch beim Publikum. Ehrenamtlich organisiert vom „Bündnis für Familie“ und gefördert von der energie BKK findet er alle zwei Jahre im Schulzentrum am Helleweg statt. In der Form wie sich der Gesundheitstag in diesem Jahr präsentierte hätte er das Zeug zu einer ständigen Einrichtung, zur Marke von Isernhagen zu werden.
Themenschwerpunkte waren „Gesundheit und Sicherheit“, sowie die Mediensucht bei Jugendlichen. 60 örtliche Anbieter von Gesundheitsleistungen, Firmen, soziale Dienste, Ärzte, Sportvereine aber auch das Polizeikommissariat Großburgwedel, die Feuerwehr und ein Kindergarten luden dazu ein, Fragen zu stellen, sich beraten und testen zu lassen und sich zu informieren was man selbst für seine Gesundheit tun kann. Und das – trotz des zeitweiligen Gedränges - in einer entspannten und wohlwollenden Atmosphäre.
Vieles war anders als bei den ersten Gesundheitstagen. Die Zahl der Vorträge war begrenzt. Sie fanden auf der Bühne im großen Foyer des Schulzentrums statt, anstelle der Schulräume vorher, wo sich kaum Zuhörer einfanden. Für persönliche Nachfragen an die Referenten standen die Räume danach zur Verfügung. Beim Thema „Zucker und Zahngesundheit“ konnte Zahnarzt Dr. Stock beispielsweise vor einem größeren Publikum an Kinder die Frage stellen „wie viel Stück Zucker sind in einem Glas Nutella? Keiner wusste es – 162 (!) Jeder weiß, dass Zucker ungesund ist für die Zähne aber kaum einer macht sich Gedanken, wie viel in den Nahrungsmitteln enthalten ist.
Ein wenig trocken geriet das Interview mit dem Jugendpsychiater Dr. Thomas Fritsch von der hannoverschen Kinderklinik auf der Bult, wo die Mediensucht auf gleiche Weise behandelt wird wie die Auswüchse beim Alkohol. Die Abhängigkeit beginnt schleichend. Für ratsuchende Eltern war allerdings auf dem Stand von „Teen Spirit Island“, einer Therapie-Einrichtung des Kinderkrankenhauses, genügend Gelegenheit, zusätzlich ihre Fragen zu stellen.
Den Sicherheitsvorkehrungen wurde umfassend Genüge getan: im häuslichen Umfeld, beim barrierefreien Wohnen, bei der Sturzprophylaxe, im Bereich der Pflege. Gleich mehrmals stand außerdem das Fahrrad im Blickpunkt: bei der Kinderrallye der Polizei vor dem Schulgebäude, beim Fahrradtest für alle bei der Verkehrswacht. Hindernisse für Rollstuhlfahrer konnten draußen auf einem Parcours überwunden werden. Ein Neuwarmbüchener Busunternehmen stellte die Möglichkeiten für das barrierefreie Reisen mit Hilfe eines Außenlifts vor. Profitieren konnten alle Altersstufen von den Informationsangeboten an den vielen Ständen, die bis in den hinteren Teil des Gebäudes reichten.
Von Vorteil war, dass es kein Non-Stop-Bühnenprogramm mehr gab und entsprechend keine pausenlose Ansage mehr, welche so manches Beratungsgespräch übertönt hatte. Die Moderation hatte Oliver Mengershausen übernommen. Er kommentierte die Auftritte der Turngruppen wie die der „Little Boogie-Kids“ vom TUS Altwarmbüchen knapp mit „Bravo“ stellte dann aber Fragen an die eine oder andere Turnerin u.a. nach Trainingszeiten und –Terminen. Das Publikum im Parterre ließ er dabei nicht aus und forderte bei der nächsten Runde zum Mitmachen auf.