„Der Bezug zur Praxis ist ungeheuer wichtig“

Sprachen über Passivhäuser, Abrissprämie und Co: (v.l.) Joachim Papenburg, Marco Brunotte, Ralph Ervenich, Angela Brix, Ulrich Lorenz und Rolf Ervenich. (Foto: Sina Balkau)

SPD-Landtagsabgeordneter Marco Brunotte besuchte Nurda-Hausbau

GROSSBURGWEDEL (sib). SPD-Landtagsabgeordneter Marco Brunotte stattete dem Burgwedeler Unternehmen Nurda-Hausbau am Dienstagvormittag einen Besuch ab, um sich über dessen Arbeit zu informieren. Als Sprecher für Wohnungs- und Baupolitik der SPD-Landtagsfraktion hat er ein besonderes Interesse daran, mehr über aktuelle Trends der Branche und daraus folgende Impulse für die Politik zu erfahren. Mit Nurda-Geschäftsführer Rolf Ervenich sprach der Politiker über Passivhäuser, staatliche Förderung und die Abrissprämie.
„Das war die erste Anfrage eines Politikers innerhalb unserer 40-jährigen Firmengeschichte“, zeigte sich Nurda-Geschäftsführer Rolf Ervenich erstaunt über Marco Brunottes Interesse. Für diesen war das ganz selbstverständlich. „Wir besuchen regelmäßig Unternehmen im Wahlkreis. Dass man mit den Menschen in Kontakt kommt, macht Politik schließlich aus“, so der 33-Jährige. Der Bezug zur Praxis sei ihm sehr wichtig, sagte der Sprecher für Wohnungs- und Baupolitik.
In dem Gespräch – welchem auch der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Joachim Papenburg sowie die stellvertretende Bürgermeisterin Angela Brix beiwohnten – ging es zunächst einmal darum, die Firma Nurda-Hausbau näher kennen zu lernen. „Wir haben uns auf den Einfamilienhausbau spezialisiert und sprechen in erster Linie den Mittelstand an“, erklärte Firmengründer Rolf Ervenich. Derzeit baut Nurda hauptsächlich in Burgwedel, Burgdorf, Wedemark sowie Hannover und beschäftigt zwölf Mitarbeiter.
Die Gesellschaft für schlüsselfertiges Bauen hat sich schon frühzeitig auf regeneratives Bauen verlegt und bereits in den 60er Jahren darauf geachtet, möglichst viel Wärme aus der Umwelt zu nutzen. Seit dem Jahr 2000 spielt das Thema Energiesparen mit dem Passivhaus eine zunehmend größere Rolle – allerdings hauptsächlich in Hannover. „Hier auf dem Land scheuen die Kunden noch vor dem Passivhaus zurück“, so Ervenich. Noch könne diese Bauweise nicht so günstig angeboten werden, wie sie es eigentlich müsste. „Beim Passivhaus treten etwa 300 bis 400 Euro Mehrkosten pro Quadratmeter auf“, klärte Ralph Ervenich, Sohn des Geschäftsführers und zertifizierter Passivhausberater, auf. Diese amortisierten sich jedoch im Laufe der Zeit, weshalb insbesondere junge Familien diesem Trend folgten.
„Die Abrissprämie ist ein Thema, das uns derzeit auf Bundesebene bewegt. Was sagen Sie dazu?“, wollte Brunotte wissen. Ervenich hält von der Idee, Abrissarbeiten an alten Gebäuden zu fördern, nicht viel. „Dabei verschwindet unter Umständen auch interessante Bausubstanz. Zunächst sollte eine Kostenanalyse durchgeführt werden, ob die Alt-Immobilie auch saniert werden könnte“, gibt der Architekt zu bedenken. Alte Baukultur, beispielsweise aus den 20er Jahren, sollte seiner Meinung nach etwas sorgsamer behandelt werden.
Bevor sich Marco Brunotte auf den Weg nach Hannover machte, um sich dort ein Passivhaus aus der Nähe anzuschauen, unterbreitete er Rolf Ervenich noch ein Angebot: „Sie haben das Fachwissen und wir sind Ihre Volksvertreter. Wenn Sie also irgendetwas loswerden wollen, melden Sie sich.“